Das verbotene Eden – David und Juna von Thomas Thiemeyer

Man stelle sich eine Welt vor, die heutzutage völlig unmöglich scheint: Männer und Frauen leben getrennt in erbitterter Feindschaft und die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende.

Seit den „dunklen Jahren“ ist die Welt ein Trümmerfeld. Weder Strom, fließendes Wasser oder eine Heizung existieren noch, denn vor 65 Jahren hat es die Menschheit geschafft ihren eigenen Untergang einzuleiten. Ein mutierter Grippeimpfstoff bewirkt eine radikale Abneigung gegenüber des anderen Geschlechts, sodass sich die Menschheit nach dieser Katastrophe fast wieder auf dem Stand des Mittelalters befindet. In den Ruinen der Städte hausen die Männer, wie auch der junge Mönch David, während die Frauen in den Wäldern ein neues Leben begonnen haben.

Als die Zusammentreffen zwischen ‚Hexen’ und ‚Teufeln’, wie sich Männer und Frauen gegenseitig bezeichnen, immer gewalttätiger ablaufen, werden Kriegerinnen ausgesandt, unter ihnen die 17-jährige Juna, um die nächsten, bösen Pläne der ‚Teufel’ herauszufinden.

Als sie bei ihrem Kriegszug Gefangene machen, geraten sie ausgerechnet an David, der, wie Juna schnell erkennt, die üble Folter nicht lange überleben wird. Als sie ihn näher kennen lernt, beginnt Juna ebenso wie David langsam an der boshaften Feindschaft zwischen Männer und Frauen zu zweifeln und trifft eine streng verbotene Entscheidung.

Auf „Das verbotene Eden“ hatte ich mich wahnsinnig gefreut, weil ich den Klappentext so toll fand und dementsprechend hohe Erwartungen an das Buch hatte. Die Geschichte beginnt auch ziemlich vielversprechend und spannend, unter anderem da nach fast jedem Kapitel zwischen der Sicht von David und Juna hin und her gewechselt wird.

Trotzdem hatte ich beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass irgendetwas fehlte, der Autor sich nicht die „nötige Mühe“ gegeben hat oder der Geschichte der richtige Schwung fehlt, obwohl sie ja doch spannend war. Auch manchen Wendungen der Geschichte konnte ich als Leser schwer folgen bzw. es war nicht nachzuvollziehen, warum die Figuren genau so handeln.
Es kann natürlich auch an meinen hohen Erwartungen liegen, dass ich den Schreibstil in „Das verbotene Eden“ etwas schärfer kritisiere.

Schön beschrieben, wenn auch nicht so facettenreich wie in manchen anderen Büchern, waren die „Hexen“ und „Teufel“, die in der Geschichte vorkommen. Besonders David fand ich ziemlich überzeugend dargestellt, sein Zwiespalt, einerseits die Verachtung der Frauen mitzuerleben und andererseits seine Neugier auf diese „Hexen“ stillen zu wollen, ist sehr schön beschrieben. So liest er die verbotene Liebesgeschichte von Shakespeare ‚Romeo und Julia’ und kann sich seine eigene Faszination eigentlich nicht erklären.

Das relativ offene Ende macht deutlich, dass es noch Folgebände geben wird, in denen sich dann herausstellt, ob die Menschheit wirklich noch gerettet werden kann.

Besonders die Idee einer Zukunft nach einem grippalen Supergau hat mich jedoch fasziniert, sodass ich ‚David und Juna’ trotz meiner Kritik besonders an Liebhaber von Fantasy und Science-Fiction empfehlen möchte, wobei in diesem Buch ja auch noch der für die Zukunft höchst ungewöhnliche Touch des Mittelalters hinzukommt. Vor allem Jugendliche kann „Das Verbotene Eden – David und Juna“ sicherlich überzeugen.

PAN-Verlag
gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
464 Seiten
Preis: 16,99€ [D]
ISBN: 978-3-426-28360-8
Erscheinungstermin: 22.08.2011

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