Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis von Pseudonymous Bosch

geheimnisNach Missachtung aller Warnungen, auf beigelegten Lesezeichen und Vorsatzblättern, vor dieser Geschichte, bin ich in ein facettenreiches, spannendes, humorvolles und definitiv geheimnisvolles Buch eingetaucht. Hat man erstmal den nötigen Mut oder die nötige Grundneugier aufgebracht, fällt es leicht, sich diesen Warnungen zu widersetzen.

Die besonders hübsche Aufmachung macht es sogar noch einfacher. Mehrfarbige glänzende Prägungen und die Reliefstruktur auf dem Buchcover bezaubern von Anfang an. Wie schon der Titel und der mysteriöse Klappentext trägt die schöne Aufmachung zum geheimnisvollen Flair des Buches bei.

So geheimnisumwoben der erste Eindruck des Buches ist, ist auch dessen Inhalt. Ganz gezielt spielt es mit der Neugier des Lesers beziehungsweise mit dessen Gier nach der Aufdeckung von Geheimnissen. Ein wirklich schlauer Schachzug des Autors namens Pseudonymous Bosch – übrigens eine wahre Plaudertasche – und des Verlags. Von Beginn an wird der Leser direkt angesprochen. Diese konkrete Bezugnahme tritt im Buch wiederholt auf und bindet ihn noch mehr mit in den Handlungsverlauf ein. Es kommt ganz unweigerlich das Gefühl auf, als wäre das Buch wirklich nur für den jeweiligen Leser persönlich geschrieben worden.

Trotz der Möglichkeit, dass es Gefahren birgt und ich mächtig eins hinter die Löffel bekomme – einige streng vertrauliche Top-Secret-Informationen:

Max-Ernest und Kass sind Außenseiter in ihrer Schule. Während sie ständig den Weltuntergang voraussagt und überall nur Gefahren sieht, hat Max ein ordentliches Redeproblem. Er kann einfach nicht aufhören zu quasseln und ist dabei absolut nicht witzig. Die Familienverhältnisse der beiden sind sonderbar – aber was ist eigentlich nicht sonderbar an diesem Buch?

Durch Zufall wird Kass auf eine Hausstandsauflösung in der Nachbarschaft aufmerksam, nachdem der Besitzer des Hauses bei einem Brand verstarb. Verschiedene Hinweise und Vorkommnisse lassen Kass jedoch bezweifeln, dass das Feuer nur ein Unfall war und der alte Mann wirklich gestorben ist. Mit Max-Ernests Unterstützung macht sie sich an die Erforschung des Falls und dabei geraten die beiden in gefährliche Intrigen und Machenschaften.

Trotz der geheimnisvollen Stimmung ist Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis, in Anbetracht der Verhaltensweisen und Charakterbeschreibungen der Figuren, ein sehr realistisches Buch. Gerade wegen ihrer kleinen Verrücktheiten und Macken wachsen sie dem Leser schnell ans Herz. Sie sind frech, agil, eigensinnig und somit einfach wunderbar.

Die Geschichte beansprucht gezielt die eigene Vorstellungskraft und das macht Spaß! Wie verzaubert fliegen die Worte an einem vorbei und man fragt sich des öfteren, wie es ein Pseudonym schafft so wortgewandt zu sein. Doch das ist wohl nur eine der vielen Seltsamkeiten, die für immer ein Geheimnis bleiben werden.

Ohne extrem gefühlsduselig zu werden, überzeugt das Buch. Zudem ist das Ende wahrlich überraschend und stellt einen weiteren Appell an die Kreativität des Lesers dar.

Pseudonymous Bosch: Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis, 320 Seiten,  Gebunden, Juni 2009, Arena Verlag, ISBN 978-3-401-06256-5

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