Noch ein Tag und eine Nacht von Fabio Volo

„Ein dritter Weg des Zusammenseins“

Giacomo und Michela spielen ein Spiel, dessen Zweck es ist, bessere Menschen zu werden.

Um dieses Spiel zu spielen ist Giacomo über dem Atlantik bis nach New York geflogen, zu Michela, einer Frau, die er nur vom Sehen bei seinen täglichen Fahrten mit der Straßenbahn kennt und mit der er bisher nur ein paar Worte gewechselt hat.

Was hat diese Frau, die ihn so anzieht, und was will sie von ihm? Was ist das für ein Spiel? Und warum spielen sie eigentlich?

Noch ein Tag und eine Nacht, so viel Zeit muss sein, um es herauszufinden.

Fabio Volos „Noch ein Tag und eine Nacht“ ist eine sehr außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei fast Unbekannten vor New Yorker Kulisse, die durch ein seltsames Spiel versuchen, herauszufinden, ob sie die Fähigkeit besitzen zu lieben.

Eine schöne Geschichte mit schönen Dialogen.
Vor allem Giacomos Gedankenwelt hat mich fasziniert: einfach, heiter und ehrlich. Ganz anders ging es mir bei Michela. Zu ihr konnte ich keine Verbindung aufbauen. Michela habe ich als berechnend, nicht wenig spontan empfunden – sie erschien mir kalt und teilweise sogar gefühllos. Besonders ihre so genauen Vorstellungen von der Liebe, vom perfekten Mann und von der idealen Beziehung sind so weltfremd, dass es mich nicht wundert, dass sie nie das finden konnte, wonach sie suchte. Dass so ein herzlicher Mann wie Giacomo sich in so eine trockene Frau wie Michela verliebt, habe ich nicht verstanden, obwohl Fabio Volo sich große Mühe gibt, es uns Lesern verständlich zu machen.

Allein das Interesse am Spiel hält die Spannung über den ersten Teil, der meiner Meinung nach, der beste Abschnitt im ganzen Buch ist, hinaus. Man erträgt Michelas zum Teil komplizierte Monologe, nur um zu erfahren, was am Ende aus diesem merkwürdigen Spiel wird.

Fabio Volo hat eine Geschichte geschrieben, in der seine zwei Protagonisten den perfekten Partner erfinden.

Leider fand ich Michelas „Liebesspielstrategien“ viel zu künstlich und kühl überlegt. Schade eigentlich…
Übrigens hatte ich während des Lesens immer denken müssen, dass ich und nicht Michela, besser zu Giacomo passen würde.

Aber… so wie Michela behauptet, wird es auch bestimmt so sein:

„Die Frage ist nicht, wie lang man wartet, sondern auf wen“.

Diogenes
Broschiert
298 Seiten
Erscheinungstermin: 26. Juli 2011
ISBN: 978-3257240900
Preis: 9,90€

2 Comments

  1. Katrin said:

    Ich bin schon sehr gespannt auf dieses Buch:-) Tolle Rezi! LG Katrin

    25. Dezember 2011
    Reply

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