Das Ende der Welt von Daniel Höra

Deutschland irgendwann in der Zukunft:

Seit der ‚großen Katastrophe‘ hat sich die Welt völlig verändert. Das Volk hungert, Terroristen lassen täglich Bomben in die Luft jagen, die Politiker spielen ihre Machtspiele, die Technologie ist vergessen worden und das Militär ist so gewalttätig wie eh und je. In dieser Welt lebt der vierzehnjährige Kjell, ein Soldat bei der Armee und das schon sein ganzes Leben lang. Kjell denkt nicht, zweifelt nicht, bereut nicht und vor allem hat er kein Mitleid. Er wurde dazu erzogen lediglich blind zu gehorchen und zuzuschlagen wo er nur kann.

Doch dann wird seine Einheit in die Hauptstadt, nach Berlin, versetzt und als er durch einen großen Zufall das Leben des Kanzlers Amandus rettet, wir er als Leibwächter für seine Tochter Leela berufen. Natürlich gefällt ihm das wenig, denn er kann die Senatorentochter nicht ausstehen und Wachhund will er sowieso nicht spielen. Dann erfährt Kjell jedoch, dass der große Cato, der von den Soldaten sehr verehrt wird, einen Umsturz geplant hat und dass er dabei Kjell opfern will. In letzter Sekunde kann Kjell seinem sicheren Tod entkommen, indem er Leela als Geisel mitnimmt.

Cato regiert nun das Land mit Gewalt, während Leela und Kjell gemeinsam versuchen vor ihm zu fliehen, doch es droht Krieg…

Alle Dystopie-Fans aufgepasst! Nach zahlreichen amerikanischen Romanen, meldet sich nun auch ein deutscher Autor zu Wort.

Die Welt die Daniel Höra erschaffen hat, ist ziemlich brutal, nervenaufreibend und dreckig. All das machte das Buch ziemlich aufregend und abenteuerlich, sodass man schnell in die Geschichte eintaucht. Der Schreibstil war etwas kurz gebunden, ohne lange Beschreibungen oder Erklärungen, sodass die Geschichte ein schnelles Tempo hatte.

Ganz besonders Kjell – aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird – und Leela wuchsen einem schnell ans Herz und es machte Spaß, die beiden auf ihrer Flucht zu begleiten. Man konnte die Entwicklung, die die beiden durchmachten, sehr deutlich mitverfolgen. Doch auch der Zar konnte mich begeistern und ich fand es schade, dass er erst so spät im Buch auftauchte. Generell war „Das Ende der Welt“ gespickt von interessanten Figuren. Zudem fand ich es sehr amüsant, dass die Menschen Dinge wie Handys, Flugzeuge und Fernseher für Ammenmärchen hielten und wie fremd ihnen unsere Lebensweise vorkommt.

Obwohl dieses Buch in der Zukunft spielt, haben mich die beschriebenen Zustände an den 2. Weltkrieg erinnert. Doch gleichzeitig waren auch Elemente aus der Gegenwart zu finden, vor allem, als Kritik an der Gesellschaft ausgeübt wurde.

Definitiv kann ich dieses Buch weiterempfehlen! Es ist spannend, interessant, mitreißend und hat sehr liebenswerte Hauptfiguren!

Bloomsbury Verlag
Gebunden
384 Seiten
Preis: 16,90 [D]
ISBN: 9783827054388
1. Oktober 2011

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