Das Schwein unter den Fischen von Jasmin Ramadan

Happy End mit Hindernissen

Stines Leben ist alles andere als einfach. Ohne Mutter bei dem liebevollen aber proletenhaften Vater und bei der alkoholischen Stiefmutter aufgewachsen, versucht sie, ihren eigenen Weg zu gehen. Leider hat sie wenig Ahnung davon, was sie selbst im Leben möchte, und so wird diese Suche nach dem eigenen Weg eine Suche zu ihr selbst.

„Das Schwein unter den Fischen“ ist Jasmin Ramadans zweiter Roman. Wie in ihrem ersten Erfolgsroman „Soul Kitchen“ beschreibt sie den Werdegang eines jungen Menschen, der innerhalb seiner eigenen Familie wenig Halt findet, eines Menschen, der einsam ist und ein Außenseiter.

Stine möchte aber kein Außenseiter sein und sie sehnt sich nach Normalität. Da sie nicht weiß, was „Normalität“ ist, weil sie diese Erfahrung bei ihrer Familie nie gemacht hat, gerät sie immer wieder in skurrile Situationen und landet in der Gesellschaft kurioser Persönlichkeiten.

Jasmin Ramadan verleiht jeder ihrer Figuren ein eigenes Leben und glaubhafte Wesenszüge, die trotzt ihrer Extravaganz echt wirken, und manche von ihnen sind sogar so gefühlvoll, dass man sich für sie ständig ein Happy End wünscht. Die Autorin versteht es, tragikomische Situationen so darzustellen, dass sie nie ins Lächerliche oder Kitschige abrutschen. Die Handlung lebt allein vom Alltag im Leben einer jungen Frau und von ihrer Gedankenwelt.

Gestört hat mich hingegen etwas, was mich schon bei „Soul Kitchen“ gestört hatte: der ständige Drogenkonsum der Protagonisten und mancher Nebenfiguren. Fast könnte der Eindruck entstehen, dass Haschisch (und alle anderen möglichen Drogen vielleicht auch) zum ganz normalen Leben gehört.

Insgesamt ist „Das Schwein unter den Fischen“ ein durchaus unterhaltsamer Roman, der nachdenklich macht und für einige Überraschungen sorgt.

Jasmin Ramadan erhielt 2006 den Hamburger Förderpreis für Literatur.

Tropen bei Klett-Cotta
Broschiert
272 Seiten
Erscheinungsdatum: 22. Februar 2012
Preis: EUR 17,99
ISBN: 978-3608501209

2 Comments

  1. MacBaylie said:

    Das Buch ist mir auch schon aufgefallen und ich will es irgendwann auch noch lesen.
    (Obwohl, das Cover und der Titel mich jetzt nicht wirklich ansprechen 😉 )
    Danke für die Rezi 🙂

    Liebe Grüße
    MacBaylie

    30. Januar 2012
    Reply
  2. Katrin said:

    Vielleicht sollte ich es mir doch von meiner Freundin leihen….
    Schöne Rezi! LG

    30. Januar 2012
    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.