Elfenblick von Katrin Lankers

In allen Bereichen von Magelis Leben läuft es nicht so richtig rund: In ihrer Familie mit den 3 kleinen Brüdern fühlt sie sich eigenartig fremd. In der Schule ist es auch ganz grauslig, denn die Jungs ärgern die hübsche große Blondine, wohl weil sie bei ihr nicht landen können. Selbst gefällt Mageli ihr Aussehen aber auch nicht, vor allem ihre etwas spitz geformten Ohren versucht sie immer zu verstecken, indem sie ihre Haare darüber fallen lässt. Wenn nicht ihre beste Freundin, die superschlaue Rosann, ihr Vater Jost und die schöne Musik wären, die sie einfach so auf ihrer Flöte entstehen lassen kann, wäre alles schrecklich.

Aber da begegnet sie immer wieder einem tollen Jungen. Er heißt Erin und sieht super aus. Er taucht an den unterschiedlichsten Orten auf: Im Wald oder in Magelis (von innen abgeschlossenen) Zimmer. Wenn Mageli wieder allein ist, wacht sie erst mal auf und muss sich fragen, ob sie Erin geträumt hat.

Da erhält sie – wieder im Traum – einen Hilferuf von Erin: Nur sie könne ihn retten, sagt er, denn er sei eingesperrt. Mageli macht sich auf einen langen und beschwerlichen Weg und landet im Elfenreich. Dort liegt einiges im Argen: Die dusteren Dunkelelfen haben die Lichtelfen unterworfen. Sie haben ihnen weisgemacht, die Erde gebe es nicht mehr und die Lichtelfen leiden nun unter dem Joch im „Dunklen Reich“ der Dunkelelfen. Es gibt allerdings eine Art Widerstandsgruppe, der Mageli die Wahrheit sagen kann. Gemeinsam machen sie sich daran, Erin, Sohn des Elfenkönigs der Lichtelfen, zu befreien…

Dieses Buch hat mir ganz besonders gut gefallen, ich habe es wirklich pausenlos gelesen und hatte erst Ruhe, als ich es nach der letzten Seite zuklappen konnte. Es lag einerseits an den sympathischen Figuren – Mageli ist sehr freundlich, aber trotz ihres guten Aussehens mit Komplexen behaftet und dadurch erst so richtig „menschlich“. Sie ist gertenschlank, aber futtert unglaublich viel, fast die Tagesvorräte ihrer immerhin sechsköpfigen Familie. Ihre Mutter regt das natürlich auf. Doch da sie Mageli immer wie eine Art Aschenputtel behandelt, kommt da kein Mitleid auf. Die belesene Freundin Rosann mit den Spezialgebieten Philosophie und Mathematik hat es auch in sich. Sie hat in jeder Lebenslage Zitate berühmter Denker parat, manchmal aus ganz überraschenden Quellen. Am allerbesten aber gefiel mir Frau Matuschek. Das ist Magelis senile Nachbarin – wobei einem Zweifel kommen, ob sie wirklich so senil ist. Während alle sie für äußerst verwirrt halten, hat sie in einem Punkt den absoluten Durchblick. Denn sie hat Kontakt zum Elfenreich, was ihr leider niemand glaubt…

„Elfenblick“ ist ganz klar der gelungene Beginn einer Reihe – hier musste Mageli erstmal entdecken, dass es ein Elfenreich gibt, welche Verbindung sie dazu hat und wie dort die Dinge stehen. Außerdem hat sie ja die Mission, Erin zu retten. Sicher muss als nächstes gegen den bösen Dunkelelfen gekämpft werden, damit die Lichtelfen wieder frei leben können. Trotzdem hatte ich am Ende dieses ersten Bandes nicht das Gefühl, er werfe mehr Fragen auf als mir beantwortet werden. Der Schluss hat mich absolut zufrieden gestellt, wobei ich natürlich schon sehr gespannt auf eine Fortsetzung bin.

Ich empfehle dieses wirklich witzige und spannende Buch allen Freunden romantischer Fantasy-Literatur!

arsEdition Verlag
Ab 12 Jahren
448 Seiten
Folienprägung, Leseband, Schutzumschlag
gebundene Ausgabe
21,4 cm x 15,5 cm
19,99 € [D]
20,60 € [A], CHF 28,90
ISBN 978-3-7607-7980-5

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