Die Zeitwanderer- Die schimmernden Reiche von Stephen R. Lawhead

Kit Livingstone zählt zu den durchschnittlichsten Menschen überhaupt. Mehr noch – er ist ein absoluter ‚Versager‘, wie seine Freundin Mina ihn bezeichnet. Deshalb ist Kit mehr als überrascht, als sein Urgroßvater ihn plötzlich in einer kleinen Gasse in London begrüßt. Nicht nur, dass besagter Urgroßvater eigentlich schon längst hätte tot sein müssen, nein, dieser erklärt ihm auch noch, dass Kit die Gabe besitzt mittels Ley-Linien (uralte, magische Pfade) durch Raum und Zeit zu reisen. Kit kann dies natürlich nicht ganz glauben, genauso wenig wie die bodenständige Mina, als er ihr von dem wunderlichen Treffen erzählt. Doch als er ihr beweisen will, dass diese Ley-Linien tatsächlich existieren, läuft alles aus dem Ruder!

Plötzlich verliert Kit Mina aus den Augen und dies hat fatale Folgen – denn Mina könnte sich nun praktisch überall und in jeder Zeit befinden. Und wenn man sich einmal in dem Labyrinth der Ley-Linien verloren hat, ist es nahezu unmöglich, den Weg zurück zu finden!

Zunächst konnte ich mich nicht ganz für Kit und seine Geschichte erwärmen. Doch meine Meinung änderte sich rasch, als das Geschehen ins Rollen kam! Sobald unsere Helden ihre Reise antraten, konnte ich mich nicht mehr von dem Buch lösen, denn Lawhead entführte mich in eine spannende und interessante Welt, vom verregneten England bis hin zum glühenden Ägypten. Dabei wird man von ziemlich verschiedenen Figuren begleitet: die eigensinnige Mina, die Prag auf den Kopf stellt; Kit, der versucht einfach am Leben zu bleiben; Cosimo, der Kit in all seine Geheimnisse einweiht und und und.

Der Roman entwickelte sich sprachlich wie auch inhaltlich in eine ganz andere Richtung, als ich am Anfang erwartete. Der Schreibstil war nicht unnötig ausschweifend und nichts in diesem Buch war vorhersehbar. Und genau das fand ich am besten! Alles nahm einen ganz anderen Lauf als erwartet und es gab eine angenehme Mischung aus verschiedenen Perspektiven.

Das einzige was mich zwischenzeitlich störte, war die unglaublich naive Gutmütigkeit von Minas neuer Bekanntschaft. Obwohl er sie kaum kennt, vertraut er ihr sein ganzes Geld und somit seine komplette Existenz an. Und dies ohne jeden Zweifel! Das erschien mir etwas unglaubwürdig aber letzten Endes konnte ich doch darüber hinwegsehen, da mich der Schluss mehr als überzeugte. Man hat augenblicklich das Bedürfnis die Fortsetzungen zu lesen, derer es mehr als genug geben wird, denn Die Zeitwanderer ist der gelungene Auftakt zur fünfteiligen Saga „Die schimmernden Reiche“.

Schlussendlich kann ich nur sagen, dass es Spaß gemacht hat, dieses abwechslungsreiche Buch zu lesen. An der einen oder anderen Stelle wo es wissenschaftlich wurde, war es zwar keine leichte Kost, doch ansonsten verschaffte es mir angenehme Lesestunden und erweckte die Lust auf Fortsetzung. Ich kann es an alle Fantasy-Fans weiterempfehlen und freue mich schon auf den zweiten Band, Das Knochenhaus!

Bastei Lübbe Verlag
Taschenbuch
Übersetzt von Arno Hoven
430 Seiten
Originaltitel: A Bright Empires Novel: Quest the First: The Skin Map
Originalverlag: Thomas Nelson, Nashville, Tennesse
Preis: 12,99 € [D]
ISBN: 978-3-404-20648-3

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