Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf von Julia Stagg

Les Anglais viennent!

Manchmal denke ich, es wäre alles so einfach, wenn das Leben ein Märchen wäre. Dann gäbe es Böse und Gut und die Lösung auf alle Probleme wäre so simpel, wie dem Bösen in der Geschichte einen Tritt in den Hintern zu verpassen.

Dieses schöne Gefühl hatte ich die ganze Zeit beim Lesen des erfrischenden und liebenswerten Romans „Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf“ von der englischen Autorin Julia Stagg.

Das Thema von diesem Roman ist sicherlich nicht neu, aber gewiss etwas für mich. Denn solche Geschichten liebe ich.

Aber worum geht es? Um das Leben in dem kleinen Dorf Fogas in den französischen Pyrenäen, in dem der gewohnte Gang der Dinge durch ein unglaubliches Ereignis unterbrochen wird: Ein englisches Ehepaar kauft die Gaststätte „L’Auberge“, die sich mitten im Dorf befindet. Ausgerechnet Engländer möchten sich im Genussparadies Frankreich ihren Unterhalt mit der Gastronomie verdienen. Quelle horreur! Ein Skandal! Schließlich heißt es „leben wie Gott in Frankreich“ und nicht „leben wie Gott in England“!
Und diese gut verbreiteten Vorurteile „Engländer können nicht kochen“ oder „das englische Essen hat einen schlechten Ruf“ dienen dem Bürgermeister Serge Papon, einen Plan auszuhecken, um die Engländer zu vertreiben, denn bessere Pläne für die Gaststätte hatte er selber schon geschmiedet… und Monsieur Papon ist nicht daran gewöhnt, seinen Willen nicht durchsetzen zu können.

„Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf“ hat mein Wochenende gerettet.
Als hilfreiche Anmerkung zu dieser Aussage: Wir haben Anfang Mai, Sonne wurde angekündigt und ich hatte mich auf einen schönen Lesesonntag im Garten gefreut. Stattdessen saß ich stur auf einer Gartenbank in dicken Wolldecken gehüllt. Über mir der graue Himmel. Aber mir war es egal, denn beim Lesen von diesem schönen Buch wurde mir warm ums Herz.

Dieses Buch hat alles, was ein Märchen braucht: einen bösen intriganten Menschen, dem man nur Schlechtes wünscht, liebe, gutmutige Figuren, die im Falle dieses Buches keinesfalls kitschig sind und durch ganz normale menschliche Eigenschaften sehr glaubwürdig wirken. Außerdem gehört eine nette unterhaltsame Handlung dazu.

Julia Stagg hat mich mit ihrem Monsieur Papon überzeugt. Und alle anderen Figuren haben eine ganze Menge getan, damit ich dieses Buch lange in Erinnerung behalten werde. Ganz viel kluger Witz und Situationskomik haben auch dazu beigetragen. Ganz viel habe ich gelacht, bei dem Versuch der beiden Engländer, einen offiziellen Brief mit einem Online-Übersetzungsprogramm zu entziffern, und später auch, als ich erfahren habe, wer der berühmte Starkoch „Jamio Le Vert“ ist!

Einfach schön!

2013 erscheint der zweite Teil der „Fogas-Chroniken“. Ich freue mich schon!

Übrigens… dass die Engländer nicht kochen können, oder dass englische Küche schlecht ist… das kann ich auf gar keinen Fall bestätigen!

Hoffmann und Campe
Gebundene Ausgabe
349 Seiten
Wescheinungsdatum: 22. Februar 2012
Preis: EUR 19,99
ISBN: 978-3455403435

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