Das Lächeln der Frauen von Nicholas Barreau

Nach “Die Frau meines Lebens” ist “Das Lächeln der Frauen” der zweite Roman vom jungen, französischen Autor Nicolas Barreau, den ich gelesen habe. Wie man schon den Buchtiteln entnehmen kann, widmet sich der Autor gern den Themen Frauen und Liebe – und das tut er wirklich mit größter Hingabe. Dieser neue Roman von ihm hat mich komplett verzaubert und in eine französische Welt mit guten Büchern, tollem Essen, skurrilen Begegnungen sowie Zufällen und einem aufregenden Verlagsleben versetzt.

Nachdem sich Aurélies Freund Claude einfach wegen einer anderen aus dem Staub gemacht hat, ist sie vollkommen niedergeschlagen. Da hilft auch eine beste Freundin nichts, die ihn als Volltrottel beschimpft und sowieso schon immer wusste, dass er nicht der richtige ist. Doch zum Glück gibt es ja auch noch das Schicksal, das die schöne und traurige Aurélie in ihrem Kummer und auf der Flucht vor einem aufdringlichen Polizisten in eine kleine Buchhandlung führt. Eigentlich liest sie gar nicht gern, aber sie schaut sich um und entdeckt etwas ganz Besonders – ein Buch – es heißt “Das Lächeln der Frauen”. Darin schreibt der Autor Robert Miller über ein Restaurant names Le Temps des Cerises und eine wunderschöne Frau, der er dort begegnet ist. Und genau dieses Restaurant gehört Aurélie und die Beschreibung der Frau passt perfekt auf sie, obwohl sie im Buch einen anderen Namen trägt. Kann es solche Zufälle geben?

Fortan ist die junge Frau vollkommen damit beschäftigt mit Robert Miller in Kontakt zu treten und ihn einmal persönlich in ihrem Restaurant zu treffen. Jedoch steht ihr dabei so einiges im Wege – ein Lektor names André Chabanais, mehrere ziemlich dumme Zufälle und die angebliche Menschenscheu des Autors. Doch dahinter verbirgt sich weit mehr als sich alle Beteiligten vorstellen können. Denn irgendwann erhält Aurélie tatsächlich einen Brief von Robert Miller, aber was sich daraus entwickelt, das hätten sicher weder sie noch André Chabanais noch die Leser erwartet.

Dieser Roman ist ein Meisterwerk an sprachlichem Feinschliff, emotionalen Momenten und liebenswerten Figuren. Nicolas Barreau begeistert auf allen Ebenen und schafft es durch seine ganz besondere Art und Weise unsere Welt und all ihre (kleinen) Besonderheiten zu sehen, den Leser mitzureißen, zu berühren und auch nachträglich zu beeindrucken. Jede seiner Figuren ist echt, es ist als könnte man sie gleich an der Straßenecke treffen. Er schreibt Liebesgeschichten, die so schön sind, dass sie niemanden kalt lassen. Dabei ist er nie kitschig, sondern trifft genau den richtigen Ton um seine Leser(innen) mitten ins Herz zu treffen.

Mir haben besonders die Beschreibungen von Aurélies Suche nach der Wahrheit und nach der wahren Liebe, aber auch das mehr oder weniger alltägliche Leben im Verlag – speziell aus Sicht des Lektors – sehr gefallen. Beides stand in einem angenehmen Kontrast zueinander und gehörte doch wieder ganz eng zusammen. Beide Geschichten – mal aus Sicht Aurélies und mal aus Sicht von André erzählt – haben mich auch nachträglich beeindruckt, sodass ich ständig über dieses Buch schwärmen und es aller Welt mitteilen möchte. Nun denn, ich versuche es hiermit mal: Lest dieses Buch und ihr werdet es lieben!

Thiele Verlag
Übersetzung von Sophie Scherrer
336 Seiten im Format 11,5 x 18,5 cm
Gebunden mit Schutzumschlag,
Lesebändchen und Vorsatz
€ 18,- /sFr 30,50
Publikation im September 2010
ISBN 978-3-85179-144-0

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