Delirium von Lauren Oliver

Liebe ist doch die schönste Sache der Welt! Oder? Die meisten von uns sind sicher der Ansicht, dass dieser kleine Satz stimmt und er eine große Bedeutung hat. Doch nicht so in “Delirium” von Lauren Oliver. Hier wird Liebe als Krankheit betrachtet – Amor Deliria Nervosa – die Liebeskrankheit. Sie geht mit den verschiedensten Symptomen einher und kann bis in den Tod führen. Aus diesem Grund muss jeder pünktlich geheilt werden und sich einer entsprechenen Prozedur unterziehen.

Lena ist fast 18 Jahre alt und damit steht auch ihr die Prozedur kurz bevor, um sie vor der Liebeskrankheit zu bewahren. Besonders, da ihre Mutter früher selbst infiziert war und durch die Krankheit sogar den Tod fand, ist es an der Zeit. Und Lena selbst ist umso nervöser durch ihre Erinnerungen an ihre Mutter. Was wird mit ihr geschehen bei dieser Prozedur? Bleibt mehr als nur die Narben im Nacken zurück? Wie soll ihr Leben, so vollkommen bestimmt von anderen, weitergehen? Lena weiß es nicht, versucht sich aber bestmöglich unterzuordnen. Bis, ja bis sie Alex kennen lernt und damit lernt, was es heißt zu lieben und wie viel Wert ein selbstbestimmtes Leben hat.

Fortan sieht Lena ihr eingesperrtes Leben in Portland mit ganz anderen Augen. Sie hat Alex und will keinen vorgeschriebenen Partner zugeteilt bekommen. Wie kann man den Menschen das Lachen und die Gefühle nehmen? Wie soll man ohne Gesang, Tränen und eben Liebe leben? Sie weiß es nicht mehr und begibt sich in große Gefahr. Wird ihre Liebe zu Alex bestehen können oder wird durch die Prozedur alles anders? Lest selbst!

Lauren Oliver hatte mich schon mit ihrem Roman “Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie” (engl. ‘Before I fall’) begeistert und sehr nachdenklich gemacht. Sie beherrscht es perfekt eine Geschichte mit wenigen übersinnlichen Elementen so real wirken zu lassen, dass man sich während des Lesens viele Gedanken macht und wirklich über das Leben sowie Sinn und Unsinn nachdenkt. Was ist wirklich wichtig im Leben? Diese Frage beantwortet die Autorin inl ihren Büchern und lässt den Leser glücklicher daraus auftauchen, einfach weil er etwas Wichtiges dazu gelernt hat.

In “Delirium” macht sie gerade durch die Tatsache, dass Liebe eigentlich verpöhnt, ja selbst das Wort ‘verboten’ ist, ganz deutlich, wie wichtig Liebe für einen jeden Menschen ist. Selbst wenn sie manchmal schmerzhaft ist, ist sie doch das Wichtigste was wir haben. Dabei entwickelt die Autorin aber keinen Teenie-Kitsch-Roman, sondern geht auf die komplette Bedeutsamkeit dieses ganz besonderen Gefühls ein. Ob Liebe für Familienmitglieder oder für den Partner – das Buch liefert eine umfassende und berührende Darstellung. Je weiter man liest, desto glücklicher schätzt man sich selbst, ein solches Gefühl ganz frei erleben und erfahren zu dürfen. Denn den meisten Figuren in der Geschichte bleibt das – und noch vieles mehr – verborgen.

Mit ihrem sprachlichen Feingefühl und den wunderbar herausgearbeiteten Figuren entführt Lauren Oliver den Leser in eine Welt voll Schranken, die aber durch wenige, mutige Figuren geöffnet werden. Trotz all der Beengtheit durch Ausgangsperren und andere Restriktionen symbolisiert die Geschichte Freiheit und Hoffnung. Genau das ist es, was jugendliche und erwachsene Leser an diesem Buch begeistern und mitreißen wird.

Ein Buch voll Liebe!

Nachsatz: Teilweise hat mich das Buch an “Die Auswahl” (engl. ‘Matched’) von Ally Condie erinnert, wo Liebe ebenfalls nur eingeschränkt möglich ist und man seinen Partner zugeteilt bekommt. In beiden Büchern kämpfen die Hauptfiguren um die Möglichkeit frei zu lieben und zu lieben, wen sie eben möchten. Dabei hat mich “Delirium” noch mehr beeindruckt und berührt, obwohl mir “Die Auswahl” bereits wirklich gut gefallen hatte. Es handelt sich hierbei übrigens um den ersten Band einer Trilogie. Ich bin schon sehr gespannt auf die beiden Folgebände.

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