Zu Hause redet das Gras von Katherine Rundell

Wilhelmina – oder wie sie lieber genannt werden möchte: Will – liebt ihr Leben auf der Farm in Simbabwe wirklich über alles. Hier hat sie ihren Vater, den Captain und ihren besten Freund Simon sowie ihr wundervolles Pferd Shumba. Sie lebt wie es ihr gefällt, frei wie ein Vogel und wild wie eine Katze. Es gibt keine Verbote und vor allem keine Vorschriften.

Doch alles ändert sich, als ihr Vater plötzlich krank wird und kurz darauf stirbt. Der gutmütige Captain kümmert sich natürlich um sie, doch seine Frau Cynthia hat schon einen Plan geschmiedet wie sie Will loswerden kann. So kommt es, dass Will trotz aller Mühen ihr geliebtes Afrika verlassen muss und auf ein Internat im kalten England geschickt wird. Und dort sind die Mädchen weitaus gefährlicher als Hyänen!

So bleibt Will wohl nur noch eines übrig – zurück nach Simbabwe zu flüchten!

Zu Hause redet das Gras ist ein wirklich süßes Buch über ein ziemlich wildes Mädchen, das seine wunderschöne Heimat über alles liebt. Will hat viele Eigenheiten, die sie sehr sympathisch machen. So genießt sie ihr Leben aus vollen Zügen, schluckt jeden Schmerz runter und liebt jedes Lebewesen so wie es geliebt werden sollte.

Ihr Leben in Afrika wird sehr verlockend beschrieben, sodass es sehr verständlich war wie schrecklich ihr das kalte Britannien erschien. Es tauchen viele lustige Situationen in diesem Buch auf, da Will keine Ahnung hat wie sie sich in ihrem neuen Leben zurechtfinden kann. Genau so sehr macht dieses Buch aber auch nachdenklich und zeigt wie oberflächlich wir uns manchmal verhalten.

Das Ende des Buches fand ich ebenfalls – bis auf einen Punkt – recht gelungen. Als Daniels Großmutter nämlich ins Spiel kam, war sie einfach ‚too much‘ weise und liebevolle Heldin. Da ging nämlich die Süße dieses Buches in Kitsch über und das war nicht besonders mein Fall. Zudem konnte ich nicht erschließen, warum Will unbedingt so oft das Wort ‚Ja‘ in ihre Sätze einbauen musste. Aus diesem Grund fand ich den Schreibstil eher weniger gelungen.

Abschließend kann ich nur sagen, dass Zu Hause redet das Gras ein gutes aber kein überwältigendes Buch war. Ich konnte nur teilweise in das Buch eintauchen und konnte leider nicht von Wills Geschichte mitgerissen werden. Lediglich die Aufmachung des Buches fand ich wirklich toll, denn auch ohne Umschlag sieht es wunderbar im Regal aus!

Carlsen Verlag
Übersetzt von Henning Ahrens
Gebunden mit Schutzumschlag
256 Seiten
Originaltitel: The Girl Savage
Originalverlag: Faber and Faber Limited, London
Preis: 14,90 € [D]
ISBN: 978-3-551-58264-5

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