Divergent by Veronica Roth

„Divergent“ von Veronica Roth stand tatsächlich fast ein Jahr lang ungelesen bei mir im Regal. Irgendwie kam immer etwas anderes dazwischen und so wartete und wartete das Buch endlich gelesen zu werden. Als nun kürzlich das von mir vorbestellte „Insurgent“ – Band 2 der Reihe – hier ankam, wurde es wirklich Zeit. So lange das Buch auch ungelesen ausharren musste, umso schneller hatte ich es dann gelesen.

Dass „Divergent“ eine von vielen Dystopien im Jugendbuch- bzw. YA-Bereich ist, wissen sicher die meisten von euch schon. Ein Buch nach dem anderen erscheint in diesem Genre, ein absolutes Trendthema. Doch hierbei handelt es sich nicht um irgendeine unter vielen Dystopien. Sie ist gleichermaßen spannend, fesselnd und gespickt mit neuen Ideen. Nach Panem von Suzanne Collins und Band 1 von James Dashners „Die Auserwählten“ kamen mir alle anderen Dystopien eher ruhig vor, fast muteten sie so an, als sollte eine Brücke zwischen den typischen Romantasy-Mädchen-Romanen und den echten Pageturnern unter den Dystopien geschaffen werden. Oft erschien die Liebesgeschichte wichtiger als die negative Vision einer zukünftigen Welt. „Divergent“ ist kein solches Buch. Es ist ein echter Pageturner, es lässt einen nicht mehr los und genau deshalb ist es so lesenswert.

Was mir noch gefallen hat? Da wäre zum einen Beatrice – später Tris – die ihren ganz eigenen Kopf hat und deren Handlungen gefühlt zwar manchmal nicht nachzuvollziehen waren, die mich deshalb aber auch immer wieder überraschen konnte. Veronica Roth geht mit ihren Figuren nicht zimperlich um. Sie leben in einer gefährlichen Welt, auch wenn nach außen der Anschein gewahrt wird, dass alles in Ordnung ist, und genau das lässt sie den Leser immer mehr wissen und spüren. Auch gibt es nur wenige Figuren, denen man im Hinblick auf ihren Charakter trauen kann. Wer eben noch ein Freund war, kann unter dem großen Druck, der auf allen lastet, plötzlich schon zum Feind werden. Und an dieser Stelle möchte ich doch kurz den Inhalt anreißen.

Veronica Roth entwirft in ihrer mitreißnenden Jugenddystopie eine zukünftige Version von Chicago. Im Buch selbst erfährt man die Stadt nicht, aus Neugier habe ich aber mal recherchiert. Doch dieses Chicago hat mit der heutigen Stadt nichts mehr gemein. Die Gesellschaft hat sich in 5 Fraktionen aufgegliedert, die bestimmte Charaktereigenschaften und Ansichten vereinen. Es gibt die Abnegation, Amity, Candor, Dauntless und Erudite. Außerdem sind da noch diejenigen, die zu keiner Fraktion gehören und im Original ‚Factionless‘ heißen. Auf eine Grundeinstellung der einzelnen Fraktionen kann man eigentlich schon anhand ihrer Namen schließen. Bei der Übersetzung ins Deutsche – „Die Bestimmung“ – ist das nicht der Fall. Hier heißen die Fraktionen (in gleicher Reihenfolge wie die englischen genannt): Altruan bzw. Die Selbstlosen, Amite – Die Freundlichen, Candor – Die Freimütigen, Ferox – Die Furchtlosen und Ken – Die Gelehrten.

In der Regel gehören Jugendliche auch im Erwachsenenalter der gleichen Fraktion an, wie deren Eltern. Dennoch gibt es im Alter von 16 Jahren eine Art Auswahlzeremonie, in der sich alle Jugendlichen einem Test unterziehen müssen, dessen Ergebnis die am besten geeignete Fraktion ist. Noch wichtiger als Familie und Freunde ist im Buch immer die Fraktion. Die meisten vertrauen demnach auf ihr Ergebnis, manche entscheiden sich aber auch für eine andere Fraktion. Und dann gibt es noch Tris – ihr Test verläuft chaotisch und letztendlich ergibt sich, dass sie gleich zu mehreren Fraktionen passen könnte. Hierher rührt auch der Buchtitel „Divergent“, denn die Bezeichung für jemanden wie Tris lautet genau so. Doch wieso es für sie extrem gefährlich ist und für welche Fraktion sich Tris entscheidet, das möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Tatsache ist allerdings, dass sich für sie alles ändert, ihr Leben plötzlich gefährlich und voller Abenteuer zugleich ist – Kämpfe und Todesgefahr sind fortan an der Tagesordnung.

Ich lege euch „Divergent“ wirklich ans Herz. Wenn ihr es noch nicht kennt, besorgt euch am besten gleich die Fortsetzung „Insurgent“ dazu. Denn Band 2 setzt direkt an der Stelle an, an der Band 1 endet. Ihr könnt mir glauben, dass ihr am Ende von „Divergent“ richtig neugierig sein werdet, wie es nun mit Tris und den anderen weitergeht. Da ist es extrem praktisch den zweiten Teil schon parat zu haben.

Für alle, die sich wenigstens eine kleine Liebesgeschichte in einem Buch wünschen, habe ich auch gute Nachrichten. Es gibt sie! Mir hat sie sehr gut gefallen, denn sie nimmt keine Rolle im Vordergrund ein, ist aber doch spürbar da.

7 Comments

  1. readeralex said:

    Mir hat Divergent auch supergut gefallen, nicht zuletzt da nicht die Liebesgeschichte oder gar die „TEAM“-Bildung in Dreiecksgeschichten im Vordergrund stand, sondern die Beschreibung der Gesellschaft und der einzelnen Charaktere.
    Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, die Fortsetzung Insurgent direkt im Anschluss zu lesen, da man die komplexe Geschichte dann besser verstehen kann.
    Ich freue mich schon sehr auf den Abschluss der Trilogie.

    7. Juni 2012
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  2. Aba said:

    Also bist Du jetzt bestimmt dabei, die Fortsetzung zu lesen?

    7. Juni 2012
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    • readeralex said:

      Ich habe die Fortsetzung schon gelesen, sie hat mir einen Tick schlechter gefallen als der erste Teil. Stellenweise ist Insurgent echt verwirrend, da von einem Subplot in den nächsten gesprungen wird und einige Entscheidungen gerade von Tris zumindest für mich nicht so richtig nachvollziehbar waren.
      Falls du noch mehr wissen möchtest, ich habe auf meinem Blog schon eine Rezi geschrieben: http://readeralex.wordpress.com/2012/05/12/veronica-roth-insurgent/
      Auf jeden Fall ein sehr spannendes Buch, das mit den Enthüllungen auf den letzten Seiten sehr neugierig auf das letzte Buch macht. Das kommt leider aber wohl erst im nächsten Jahr heraus.

      7. Juni 2012
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      • Dani said:

        Ich habe eben schon deine Rezension zu „Divergent“ gelesen. Mit der zu „Insurgent“ warte ich lieber noch, bis ich selbst damit fertig bin. Ab und zu dachte ich schon im ersten Buch, dass Tris‘ Entscheidungen ab und zu nicht ganz nachzuvollziehen sind. Manchmal ist sie so mutig, dass sie sich selbst in Lebensgefahr bringt und dann wieder ist sie ganz schön feige. Bin mal gespannt, was jetzt in Band 2 noch so kommt. Dass es dir nicht ganz so gut gefallen hat, finde ich interessant. Von sehr vielen habe ich gelesen, dass sie es sogar noch besser fanden. Ich habe bisher die ersten 100 Seiten gelesen und finde, dass es weniger spannend beginnt als „Divergent“. Und das ist schon ungewöhnlich, dass ich in einem Buch weniger schnell drin bin bzw. weniger gefesselt, dessen Figuren und Schauplatz ich schon kenne, während es in „Divergent“ ja ein kompletter Neueinstieg war. Aber ich lese erstmal weiter, es kann definitiv noch besser werden. Dass wir dann so lange auf Band 3 warten müssen, finde ich auch etwas blöd.

        7. Juni 2012
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    • Dani said:

      Gerade nicht – bis eben habe ich gekocht und dann haben wir gegessen. Jetzt bin ich so satt, dass ich selbst zu faul zum Lesen bin 🙂

      7. Juni 2012
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    • Katrin said:

      Ja Aba, streu noch mehr Salz in unsere Wunden;-)

      13. Juni 2012
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  3. Elisa said:

    Ich fand Divergent auch toll und hab es sogar in der Originalsprache gelesen, was bei mir seltener passiert ;D Und heute hab ich mir dann auch Band 1 und 2 auf Englisch bestellt und bin gespannt darauf wie Insurgnt wird!
    LG
    Elisa (:

    7. Juni 2012
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