Schweig still, süßer Mund von Janet Clark

Ella und Jana sind beste Freundinnen seit dem Kindergarten und eigentlich kennen sie sich in- und auswendig. Doch eines Tages verschwindet Ella spurlos und Jana startet eine große Suchaktion, da sie die einzige ist, die sich wirklich Sorgen macht. Je mehr Jana mit ihrer Suche nach ihrer besten Freundin voranschreitet, desto mehr erkennt sie, dass sie im Grunde vieles über Ella nicht wusste. In den vergangenen Monaten hat sich diese praktisch in einen vollkommen anderen Menschen entwickelt, ohne dass Jana es mitbekommen hätte. Und nun deckt Jana ein dunkles Geheimnis nach dem anderen auf.

Kann sie sich eigentlich wirklich als Ellas beste Freundin bezeichnen? Warum hatte diese ihr so viel verschwiegen? Aber vor allem: Wo befindet Ella sich? War sie vielleicht irgendwohin abgetaucht, auf einer sonnigen Insel in der Karibik, oder steckte sie ernsthaft in Schwierigkeiten?

Zunächst einmal sollte man sich vom dem verträumten Cover nicht in die Irre führen lassen, denn bei diesem Buch handelt es sich um einen waschechten Thriller. Doch dies ist kein schweißtreibender, hetzender und nervenaufreibender Thriller, sondern einer von der ruhigeren Sorte. Hauptsächlich geht es in Schweig still, süßer Mund um die Suche nach der verschwundenen Ella. Die jugendlichen Protagonisten – Jana, ihre Schwester Miriam, sowie ihr Schulfreund Fabian – bedienen sich aller technischen Mittel, um die Suche voranzutreiben. Kurzerhand wird eine Website (www.wo-ist-ella.de) eingerichtet und ein Aufruf auf Facebook macht die Runde, so wie die unzähligen Flugblätter, die die drei in der ganzen Stadt verteilt haben. Das alles fand ich ziemlich aktuell und authentisch, denn irgendwo hat man das ja schon mal selber gesehen. In der Kategorie Authentizität hat das Buch also volle Punktzahl bekommen, denn auch die Figuren haben sich wirklich realistisch verhalten.

Jana ist die wahrscheinlich tollpatschigste Siebzehnjährige, der man je begegnen wird, aber genauso sehr ist sie auch impulsiv und handelt während ihrer Suche nach Ella des öfteren ziemlich unüberlegt. Im großen und ganzen ist sie eine sehr sympathische Hauptfigur und man kann ihre Zerrissenheit gut verstehen. Miriam hingegen fand ich rückblickend eher überflüssig, da sie keine richtige Funktion erfüllte und ich mich mit ihr ohnehin nicht erwärmen konnte. Fabian aber war mein absoluter Liebling, weswegen ich es sehr, sehr, sehr schade fand, dass über ihn am Ende gar nichts gesagt wurde.

Schweig still, süßer Mund unterscheidet sich nicht nur durch Titel und Cover von üblichen Thrillern, sondern auch durch das Ende. Es ist durch und durch ein gefühlvolles Ende, aber ich möchte nicht zu viel verraten. Genauso wenig will ich auch über die Aufklärung von Ellas Verschwinden sagen, nur so viel: Es ist ebenfalls ein sehr aktuelles Thema.

Insgesamt fand ich dieses Buch wirklich in Ordnung. Mich hat dieser Thriller zwar nicht gepackt und gefesselt, aber er war dennoch sehr interessant, denn so schrecklich der Gedanke auch ist – jeder von uns könnte in derselben Situation sein. Wenn man also auch ruhigere Thriller mag, kann man dieses Buch wirklich gut lesen.

Loewe Verlag
Klappenbroschur
352 Seiten
erschienen 2012
Preis: 12,00€ [D]
ISBN: 978-3-7855-7274-0
ab 14 Jahren

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