Die Shakespeare Schwestern von Eleanor Brown

Ende gut, alles gut…

…und trotzdem kein gutes Gefühl bei mir hinterlassen…

Als ich erfahren habe, dass der New York Bestseller „The Weird Sisters“ von Eleanor Brown ins Deutsche übersetzt wurde, habe ich mich gefreut, und als ich das gelungene Cover gesehen habe, war für mich schnell klar: Das kann nur ein Lesevergnügen werden! Und ein Lesevergnügen wurde es tatsächlich, schon von Anfang an… aber leider kein Lesevergnügen von Dauer.

„Die Shakespeare Schwestern“ ist der deutsche Titel von Eleanor Browns Erstlingswerk.

Ob „weird“ oder „Shakespeare“, beides beschreibt die drei Schwestern Rosalind, Bianca und Cordelia treffend. Etwas „schräg“ sind sie und absolut „Shakespeare“: Ihr Vater, ein Literaturprofessor und Shakespeare-Spezialist (und -Fanatiker) lebt sein Leben im Zeichen Shakespeares. Nicht nur die Namen der Töchter sind Ausdruck dieser Leidenschaft. In dieser Familie dreht sich alles um Shakespeare.

„Rose immer die Erste, Bean nie die Erste, Cordy immer die Letzte“ kehren zu ihrem Elternhaus „zwischen den Maisäckern“ zurück, nachdem sie jahrelang ein selbstständiges Leben geführt haben. Die Gründe für ihre Heimkehr verschweigen sie.
Meiner Meinung nach liegt hier die ganze Kunst der Geschichte: Zu erfahren, wie es den Schwestern gelingt, ihre Geheimnisse zu verbergen und was sie dazu bringt (freiwillig oder nicht), sie doch schließlich zu lüften.

Eleanor Brown hat einen interessanten Schreibstil. Sie schafft es, in Alltagsszenen eine gewisse Spannung aufzubauen, die bei dieser Handlung notwendig ist, um den Leser bei der Stange zu halten. Denn bei einem Familienroman besteht immer die Gefahr, ins Kitschige oder Langweile zu rutschen.

Und… Ende gut, alles gut… leider aber vielleicht zu gut…
Eleanor Brown scheint, bei fortschreitender Geschichte mit ihrem Latein am Ende gewesen zu sein, denn das, was sie als Abschluss ihres Romans liefert, kann nicht mehr (von mir) als qualitativ empfunden werden. Was als durchaus anspruchsvolle Erzählung begann, endete als trivialer oberflächlicher Groschenroman.

Zweifellos ist „Die Shakespeare Schwestern“ eine Geschichte für Shakespeares Fans. Bemerkenswert ist die Fähigkeit der Autorin, für jede Tageszeit und jede Situation das richtige und passende Shakespeare-Zitat zu finden.
Das hat auf jeden Fall einen gewissen Unterhaltungswert.

Insel Verlag
Taschenbuch
374 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. Mai 2012
Preis: EUR 14,99
ISBN: 978-3458358350

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