Die Blumen des Schmerzes von Brenna Yovanoff

Daphne ist die Tochter des gefallenen Engels Luzifer, dem Herrn der Unterwelt, und des Dämons Lilith. Sie hat in ihrem Leben kein einziges Mal die Hölle verlassen und kennt die Erde nur aus Erzählungen von ihrem Bruder Obie und ihren Schwestern, den Lilim.

In Daphnes Leben ändert sich alles, als ihr Bruder Obie beschließt endgültig das Pandämonium zu verlassen und auf der Erde zu leben. Es fällt ihr schwer ihren Bruder gehen zu lassen, da sie ihn vermutlich niemals wiedersehen wird, doch seine Entscheidung steht fest. Daphne weiß, dass Lilith vor Wut kochen wird, sobald sie dahinter kommt. Und tatsächlich tobt Lilith nach Obies Verschwinden – allerdings weil sie in ihrem Spiegel mitansehen musste, wie ihr Sohn angegriffen und verschleppt wurde.

Es gibt nur eine einzige Möglichkeit um Obie zu helfen – Daphne muss zur Erde und ihn suchen. Ihre einzige Hilfe ist der psychisch und physisch kaputte Truman Flynn, ein Junge den sie zuletzt nach einem Selbstmord in der Hölle gesehen hatte und der noch eine zweite Chance bekam. Doch Daphne muss sich hüten, denn auf der Erde lauern Gefahren, wie der Engel Azrael, der mit seinem Ungeheuer Dreadful Jagd auf die Bewohner der Unterwelt macht.

Die Blumen des Schmerzes ist der zweite Roman der Autorin Brenna Yovanoff, deren Debütroman Schweigt still die Nacht einigen bekannt sein müsste. Vorweg möchte ich sagen, dass mir Die Blumen des Schmerzes wirklich gut gefallen hat und ich viel Spaß während des Lesens hatte.

Daphne und Truman sind wirklich tolle Hauptfiguren. Während Truman durch und durch kaputt ist, stellt Daphne sozusagen den unwiderstehlichen Prinzen samt weißem Gaul dar, welcher zur Rettung eilt. Sie hat große Kräfte, ein wunderschönes Aussehen und ist in Trumans Welt restlos überfordert. Genau das machte sie wiederum so sympathisch, denn mal rettet sie und mal muss sie gerettet werden. Außerdem ist sie so schön nüchtern.

Truman faszinierte mich aber mindestens genauso sehr. Es war irgendwie mitleiderregend und bewundernswert zugleich, wie er mit einer gebrochenen Seele durch das Leben schlittert. Man muss ihn einfach nur liebhaben, es geht gar nicht anders. Und seine verbitterte und zynische Art ist manchmal genau das Richtige gewesen.

Das Schöne an dieser Geschichte um Dämonen und Engel war, dass es kein Schwarzweiß-Denken gab. Beispielsweise ist Daphnes Cousin Moloch alles andere als ‚gutartig‘ und dennoch ist es rührend wie er sich um sie sorgt und ihr immer wieder unter die Arme greift. Und da wäre auch noch die tolle Vater-Tochter-Beziehung von Luzifer, dem Teufel, und seiner Tochter Daphne. Auch wenn er erst am Ende des Buches auftaucht, hat er mich sofort in seinem Bann geschlagen und ich wünschte mir sofort mehr über ihn zu erfahren. Desweiteren verdeutlichte die Skrupellosigkeit des Engels Azrael, dass auch die Himmelswesen keine Unschuldslämmer sind.

Auch der weitere Inhalt erwies sich als abwechslungsreich und spannend. Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass mir dieses Buch sehr gut gefiel, auch wenn es einige wenige Passagen gab, die ich etwas langatmig fand. Die Figuren waren gut herausgearbeitet und die Handlung fesselnd. Ich empfehle „Die Blumen des Schmerzes“ für Fans von Fantasyromanen mit besonderen Figuren und einem Schuss Romantik weiter.

Script 5
Gebunden mit Schutzumschlag
Übersetzt von Jessika Komina und Sandra  Knuffinke
384 Seiten
Originaltitel: The Space Between
Originalverlag: Razorbill, NY
Preis: 18,95€ [D]
ISBN:  978-3-8390-0133-2

Schreib als Erster einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.