Der Fisch, das Klavier und der Wind von Barbara Scharioth

derFischdasKlavierundderWindWas soll man sich unter einem solchen Buchtitel vorstellen: „Der Fisch, das Klavier und der Wind“? Ich denke, dass dieser Titel darauf hinweisen soll, dass Bücher unglaublich vielseitig sind und von allen Themen handeln können, die es gibt. Selbst wenn Begriffe wie „Fisch“, „Klavier“ und „Wind“ auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, ermöglicht es die Fantasie in Büchern doch sie zu vereinen.

Und Fantasie ist es, auf der dieses wunderbare Buch beruht. Alles fing damit an, dass sich eine Frau namens Barbara Scharioth, die Herausgeberin, an ihre Lektüre von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ erinnerte. Dort gelangt Alice nämlich durch einen Bücherschacht aus ihrer eigenen in eine ganz und gar abenteuerliche Welt. Doch wie kann man sich so einen Bücherschacht vorstellen, der den Übergang zwischen zwei so verschiedenen Welten darstellt? Welche Bücher befinden sich wohl darin?

Genau hier befindet sich der Ursprungspunkt für dieses Buch. Barbara Scharioth hatte einfach keine Vorstellung. Doch jeder Bücherwurm kann sicher nachvollziehen, dass man gern ein richtiges Bild von diesem Bücherschacht vor Augen hätte oder am liebsten sogar selbst einmal darin herumspazieren würde.

Aber selbst Besuche in den verschiedensten Bibliotheken, darunter die große Kinder- und Jugendbibliothek in München, brachten nicht den gewünschten Effekt. So entstand die Idee, dass nur imaginäre Bücher in diesem Schacht stehen könnten, Bücher, die bisher noch gar nicht existieren.

Schließlich fanden sich insgesamt 70 Illustratoren weltweit, die je ein Buchcover inklusive Buchtitel, Verlag und kurzer Inhaltsangabe für dieses Buchprojekt erfanden. Ganz verschiedene Covergestaltungen und Ideen, die der Fantasie keine Grenzen lassen, findet man nun in „Der Fisch, das Klavier und der Wind“ vereint – eine eigene kleine Bibliothek imaginärer Bücher versammelt in einem Buch. So etwas hat es wirklich noch nicht gegeben.

Tatsächlich hält man sich liebend gern in dieser Bibliothek in Buchform auf. Alle Bilder verzaubern auf ihre Weise und stellen dar, wie vielfältig die Welt der Bücher doch ist. Es ist ein Buch, das so deutlich die Liebe zu Büchern widerspiegelt, wie kaum ein anderes.

Hinzu kommt, dass alle Texte im Buch sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vorhanden sind, sowie beim jeweiligen Bild in der Originalsprache des Illustrators. Bücher verbinden die Menschen weltweit – es wird überall gelesen, die Menschen versinken in Geschichten und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Dies ist zumindest eine Botschaft von „Der Fisch, das Klavier und der Wind“.

Wunderschön ist dieses großformatige Buch von innen und außen anzusehen. Natürlich fehlt auch ein Lesebändchen nicht. Bei mir befindet es sich jetzt auf der Seite mit meinem Lieblingsbuchcover und der für mich schönsten Buchidee: „Miss Beauty of World“. Vielleicht habe ich ja Glück und irgendwann wird dieses Buch tatsächlich veröffentlicht. Wer weiß?

Sicher ist, dass dieses Buch eine hervorragende Mischung aus Kunst und Ideen, Fantasie und Bücherliebe bietet. Jede Seite ist definitiv mehr als nur einen Blick wert.

Barbara Scharioth: Der Fisch, gebundene Ausgabe, 176 Seiten, ISBN 978-3551517227, Oktober 2009, Carlsen Verlag

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