Schwarze Schwäne von Daniel Westland

Jennifer ist Studentin der Biomathematik. Sie jobbt bei einem launischen Professor, der über Risikoforschung schreibt. Jennifers Vater ist vor kurzem an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse gestorben. Da die Krankheit erblich ist, hat auch Jennifer keine hohe Lebenserwartung. Der Arzt prognostiziert ihr noch rund sechs Monate Lebenszeit. Sie macht sich also Gedanken darüber, wie sie dieses halbe Jahr noch verbringen könnte.

Doch durch reinen Zufall erregt Jennifer die Aufmerksamkeit eines Sicherheitsdienstes. Jemand hat es plötzlich auf sie abgesehen, doch sie weiß gar nicht warum. Als sie neugierig nachforscht, findet sie überraschend eine Formel, mit der man das Ende der Menschheit berechnen kann. Es liegt nur 52 Jahre in der Zukunft. Man könnte es noch abwenden, indem man eine Variable verändert. Doch das ist nicht im Interesse des Sicherheitsdienstes und dessen Auftraggeber. Eine atemlose Jagd beginnt, mit Jennifer im Mittelpunkt.

Sie ist pfiffig und weiß ja, dass sie sowieso nicht viel zu verlieren hat: Wenn man nur noch sechs Monate Zeit zu leben hat, kann man wahrscheinlich so manches Risiko bedenkenlos eingehen.

„Schwarze Schwäne“ ist ein wirklich spannender Thriller, der mich mitunter sehr gefangen genommen hat. Zum Beispiel ist es sehr interessant, wie Jennifer es immer wieder schafft, unterzutauchen, wenn ihr jemand auf der Spur ist. Seit ich vor Jahren den Film „Dr. Kimble“ mit Harrison Ford gesehen habe, überlege ich, wie genau man eigentlich untertauchen würde, wenn man verfolgt wird. Hier habe ich einige gute Ideen gefunden!

Was mich allerdings nicht so begeistert hat, war die Sprache des Romans. Hier gibt es Sätze, die so lang sind, dass ich am Ende des Satzes den Anfang längst vergessen hatte. Spaßeshalber habe ich mal die Zeilen gezählt, die so ein riesenlanger Satz beansprucht. Ich kam auf 9 Zeilen bei einem besonders langen Exemplar. So macht mir Lesen wenig Spaß.

Außerdem gefielen mir die Figuren nicht besonders. Es schienen mir gesichtslose Schachfiguren zu sein ohne echte Persönlichkeit. Auch kam es mir sehr merkwürdig vor, dass Jennifer, todkrank und von bösen Verbrechern gejagt, sich nicht ihrer Mutter anvertraut. Mit ihr versteht Jennifer sich zwar normal gut, jedoch wohnt sie sehr weit weg und kann sowieso nicht helfen.

Trotz des Titels „Schwarze Schwäne“ geht es hier übrigens nicht um die australischen Wasservögel, die anders als ihre weißen europäischen Kollegen schwarz sind. Als „schwarzer Schwan“ bezeichnet man ein extrem unwahrscheinliches Ereignis – wieder was dazu gelernt.

Mein Fazit: Ein prima Buch für alle, die ein Faible für spannende Verfolgungsjagden und überraschende Wendungen haben.

Script5 Verlag
368 Seiten, 14.0 x 21.5 cm
ISBN 978-3-8390-0140-0
Klappenbroschur
Preis: 12,95 €
–> Leseprobe

Ein Kommentar

  1. Hallo Gudrun,
    vielen Dank für deine Rezension – ich freue mich, dass dir das Buch scheinbar „trotz“ der langen Sätze gefallen hat. Und danke auch für diesen Hinweis! Du hast recht. Und beim nächsten Buch werde ich darauf (noch) mehr achten!
    Viele Grüße, Daniel

    28. August 2012
    Reply

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