Die Auserwählten – In der Brandwüste von James Dashner

Diese Rezension möchte ich mal ein bisschen anders beginnen! Ich muss zunächst loswerden, dass ich es überhaupt nicht verstehen kann, weshalb die Bücher von James Dashner in Deutschland nicht genauso bekannt sind wie die „Tribute von Panem“-Reihe von Suzanne Collins. Die meisten Dystopien werden ja doch immer wieder an dieser Reihe gemessen und James Dashner ist jemand, der in diesem Vergleich auch richtig gut abschneidet. Vom Gefühl her habe ich „Die Auserwählten“ – und zwar beide bisher erschienenen Bände – mit noch mehr Neugier, Spannung und Begeisterung gelesen als „Panem“. Also: wer die Bücher noch nicht kennt und so richtig spannende Dystopien – ganz ohne Liebeskitsch – vermisst, der sollte hier zugreifen!

Wenn ihr Band 1 „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ noch nicht kennt, solltet ihr an dieser Stelle lieber nicht mehr weiterlesen! Nachdem Thomas und die anderen Lichter aus dem Labyrinth entkommen sind und auf eine rosigere Zukunft hoffen, kommt natürlich alles ganz anders. James Dashner lässt ihnen nur wenig Ruhe, bevor er sie ins nächste – noch gefährlichere – Abenteuer katapultiert. Und als Leser wird man mit in dieses Buch hineinkatapultiert, wie man es nur selten erlebt. Dieses Mal sind sie nicht in einem Labyrinth eingesperrt, sondern müssen sich durch eine brennend heiße Wüste schlagen – der Titel „Die Auserwählten – In der Brandwüste“ verrät es schon. Dass es manchmal fast besser ist, eingesperrt zu sein als im Freien, wird ihnen ziemlich schnell klar. Was den Jungen dort passiert, erzählt der Autor schonungslos ehrlich und detailliert, man ist total mitgerissen. Denn nicht nur die schreckliche Hitze erwartet sie in der Wüste – dort lauert noch viel Schlimmeres auf sie!

Der Spannungsfaden reißt im Buch nie ab und auch die Figuren sind wunderbar und interessant gezeichnet. Mir gefällt dabei immer wieder sehr gut, dass die Abgrenzung in Gut und Böse eher schwimmend verläuft und man sich nie sicher sein kann, wem zu trauen ist und wem eher nicht. Intrigen werden gesponnen, Freunde verraten – oder doch nicht? – und Vieles ist nicht das, was es zunächst scheint.

Toll sind auch diese Einblicke, die James Dashner nach und nach bietet, wenn es um die Hintergründe der Experimente mit den Jugendlichen geht. Was genau haben eigentlich die Schöpfer im Sinn? Und welche Rolle spielt Thomas in diesem grausamen Spiel? Gibt es irgendeine Rechtfertigung für das, was die Figuren durchstehen müssen und wenn ja, was kann noch furchtbarer sein, dass etwas in dieser Form nötig wird? Voller Neugier wartet man auf mehr!

Ich freue mich auf das nächste Buch, das hoffentlich noch mehr Licht ins Dunkel bringt. Dass es genauso fesselnd und mitreißend geschrieben sein wird, daran lässt mir James Dashner keine Zweifel – ich glaube, er kann gar nicht anders. Im Original sind schon Band 3 sowie ein Prequel erschienen, sodass ich hoffe, dass die Übersetzungen nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Für alle Liebhaber von richtig gut durchdachten Spannungsromanen, deren Figuren auch noch zum Leben erwachen, ist James Dashner mit „Die Auserwählten“ eine echte Empfehlung!

Chicken House Verlag
Hardcover
Band 2 der Reihe „Die Auserwählten“
492 Seiten
Preis: 18,95€
ISBN:  978-3-551-52035-7

 

Ein Kommentar

  1. readeralex said:

    Die ersten beiden Bücher der Serie haben mir auch supergut gefallen. Über den 3. Band (bis jetzt nur auf Englisch erschienen) musste ich leider den Mantel des Schweigens legen, das war irgendwie gar nicht meins.
    Liebe Grüße
    Alex

    27. September 2012
    Reply

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