Grischa – Goldene Flammen von Leigh Bardugo

Bei „Grischa“ hat mir besonders der erste Teil des Buches sehr gefallen. Die Stimmung, die direkt zu Beginn entsteht, war ganz besonders und hat mich richtig in das Buch hinein gezogen. Leigh Bardugo versetzt den Leser hier in eine andere Welt; innerhalb von nur wenigen Minuten ist man in einem magischen Russland angekommen und freut sich auf ein spannendes Abenteuer.

Die Hauptfiguren in „Grischa – Goldene Flammen“, dem ersten Band einer Trilogie, sind Alina und Maljen. Beide gefielen mir direkt sehr gut und machten Lust darauf mehr über sie zu erfahren. Man begeleitet sie zunächst im Kindesalter – die beiden sind Waisen und wachsen zusammen auf. Mit zunehmendem Alter stellt sich für Alina heraus, dass sie mehr für Maljen empfindet als nur tiefe Freundschaft, doch erwidert er ihre Liebe? Sein gutes Aussehen sorgt vielmehr dafür, dass er von allzu vielen Frauen umschwärmt wird, sogar die magisch begabten Grischa werfen ein Auge auf ihn. 

Auf einer Schifffahrt durch die gefürchtete Schattenfluhr passiert es dann auch – sie werden von den Volkra angegriffen und Alina und Maljen kommen nur knapp mit dem Leben davon. Das ist einem plötzlich auftauchenden grellen Licht geschuldet, das genau in dem Moment entsteht als Alina Maljen vor einem todbringenden Angriff beschützen möchte. Nach diesem merkwürdigen Zwischenfall, den sie sich alle nicht so recht erklären können – besonders Alina nicht – werden die Kartenzeichnerin und der Fährtenleser nach langen Jahren des Zusammenlebens zum ersten Mal getrennt. Wohin die Reise für die beiden geht und was es mit Alinas Gabe auf sich hat, das soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Bis zu diesem Punkt konnte mich das Buch wirklich überzeugen. Es war spannend, geheimnisvoll und insgesamt mal etwas ganz anderes. Leider verlor es danach dann seinen Reiz für mich. Alina kam mir immer unreifer vor und Belanglosigkeiten spielten immer häufiger eine Rolle, was gar nicht zu der Alina passt, die man zuvor kennen gelernt hat und besonders mochte!

Auch wurde „Grischa“ für mich sehr vorhersehbar. Teilweise war mir schon mehr als 50 Seiten im Voraus bewusst, was als nächstes passieren würde. Das bewirkte, dass das Buch leider immer langatmiger und unglaubwürdiger wurde. Mir schien es fast, als wollte die Autorin viel zu viel in das Buch packen und hatte dabei ganz die Liebe zu ihren Figuren verloren, die das Buch anfangs so sympathisch gemacht hatten.

Insgesamt ist „Grischa“ wohl Geschmackssache, so wie jedes andere Buch auch. Mich hat es anfangs sehr überzeugt, gegen Ende aber ziemlich enttäuscht, da es mir hier sehr oberflächlich erschien und mich nicht berühren konnte. Ich hatte ab der Mitte des Buches immer gehofft, dass da noch irgendetwas kommt, das mich begeistern könnte. Das war dann aber leider nicht der Fall.

Dennoch denke ich, dass dieses Buch durchaus zu empfehlen ist, wenn man eine leichte Lektüre mit Magie vor einer außergewöhnlichen Kulisse, düstere Maschenschaften und eine verzwickte Liebesgeschichte mag und sich nicht daran stört, dass die Geschichte recht vorhersehbar ist. Schade, dass die tolle Atmosphäre des Buches zu Beginn nicht bis zum Ende gehalten werden konnte.

Abschließend muss ich aber auf jeden Fall noch das wunderbare Cover loben. Hier hat sich der Verlag wirklich Mühe gegeben. Nicht nur der Schutzumschlag, sondern aus das Buch darunter sehen einfach nur toll aus und alles passt perfekt zur Geschichte!

Carlsen Verlag
Hardcover mit Schutzumschlag
ab 14 Jahren
352 Seiten
Preis: 17,90€ (D)
ISBN: 978-3-551-58285-0
Erscheinungsdatum: 24.08.2012

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