Legend – Fallender Himmel von Marie Lu

Die Teenager Day und June wohnen in demselben (utopischen) Amerika, aber es könnten auch zwei ganz unterschiedliche Welten sein: Während Day aus einem Armenviertel stammt, gehört June zu der priviligierten Elite der Republik. Während Days Familie aus seinen Eltern und zwei Brüdern besteht, hat June nur noch ihren großen Bruder Metias. Ihre Eltern sind vor vielen Jahren bei einem Unfall umgekommen. Allerdings haben beide Teenager eines gemeinsam: Bei dem „Großen Test“, den alle Kinder mit 10 Jahren durchlaufen, haben sie mit der sensationellen, nie erreichten Punktzahl 1500 bestanden.

Während June jedoch zum gefeierten Wunderkind der Republik wird, werden an Day grausame Experimente durchgeführt, an denen er scheinbar zugrundegeht. In Wirklichkeit aber überlebt er und wird zu einer Art Robin Hood, der die Wohlhabenden bestiehlt und seine arme Familie und andere Slumbewohner beschenkt. In den Armenvierteln brechen immer wieder „Seuchen“ aus, schreckliche tödlich verlaufende Krankheiten. Die Reichen jedoch werden jedes Jahr wirkungsvoll gegen diese Krankheiten geimpft.

Eines Tages bricht Day im Krankenhaus ein, um für seinen kleinen Bruder Medikamente gegen die gefürchtete Seuche zu stehlen. Er begegnet Metias und wirft ein Messer nach ihm. Metias stirbt, obwohl Day sicher ist, ihm nur eine harmlose Fleischwunde zugefügt zu haben. June, die ihren letzten Verwandten verloren hat, ist untröstlich und lässt sich gerne darauf ein, Day zu jagen. Doch ist er der gewissenlose Verbrecher, für den sie ihn hält? Nach der Begegnung mit Day muss June ihr gesamtes Weltbild in Frage stellen…

„Legend – Fallender Himmel“ ist der Auftakt einer neuen Trilogie, wie sie nun so modern sind. Einerseits bin ich immer frustriert, wenn der 1. Band zuende ist, aber eigentlich ja mitten in der Geschichte abbricht. Andererseits finde ich es ja auch sehr schön, dass immer noch 2 Bände mit hoffentlich spannendem Lesestoff auf mich warten.

Der erste Band dieser Trilogie ließ sich erst etwas langsam an. Man erhält abwechselnd Einblick in Days und Junes Leben in der Republik und erkennt, wie unterschiedlich die „Welten“ sind, aus denen die beiden stammen. Dass das System nicht gerecht ist, wird schnell klar. Aber dass es auch böse und korrupt ist, erfährt man erst nach und nach. Day, der Helfer der Witwen und Waisen, ist mir vielleicht ein bisschen zu gut und edel, aber June ist schon ein bisschen menschlicher: Klug, aber auch ein wenig eigenwillig. Interessant fand ich Tess, Days kleine Gefährtin auf der Straße, denn sie ist zwar zerbrechlich, hat aber das Talent zu heilen und weiß sich zu helfen. Chian, eines der „hohen Tiere“ in der Republik, ist ein wunderbarer Bösewicht: Verschlagen und listig steckt er voller (finsterer) Geheimnisse.

Mir hat gut gefallen, dass zwar einige Fragen offen bleiben, während andere jedoch beantwortet werden. Man ist nach der Lektüre nicht komplett ratlos, sondern gespannt auf die Fortsetzung. Ich empfehle dieses spannende Buch also allen Freunden von Dystopien!

Loewe Verlag
Band 1
Aus dem Amerikanischen von Sandra Knuffinke, Jessika Komina
ab 14 Jahren
Erstmals erschienen 2012
368 Seiten, 15.0 x 22.0 cm
ISBN 978-3-7855-7394-5
Hardcover mit Schutzumschlag
Preis:17,95 € (D)

 

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