Ein Kuss ist ein ferner Stern von Alexander Rösler

Zunächst möchte ich sagen, dass ich das Cover von „Ein Kuss ist ein ferner Stern“ großartig finde. Erst dadurch bin ich überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden und das ist sehr gut so. Die Gestaltung des Buchcovers trifft hier auch perfekt den Kern des Inhalts – ich selbst nenne es immer „Augenblick“, was gleich in doppeltem Sinne auf die Szene des Buches zutrifft, die dieses Bild widerspiegelt.

Seit ich „Supergute Tage“ von Mark Haddon gelesen habe, lese ich gern von Zeit zu Zeit Bücher, in denen dem Leser die Welt eines Autisten nähergebracht wird. Zwar wählt Alexander Rösler die Bezeichung „Autist“ nie in seinem Buch, aber dennoch bleibt der Eindruck, dass die Hauptfigur August eine leichte Form des Autismus hat. Zumindest tut er sich etwas schwer im Umgang mit Menschen, besonders wenn es um Berührungen und den Blick in die Augen anderer geht.

Andererseits spielt August in einer Band, hat einen besten Freund und – und das ist das Besondere an dieser Geschichte – er verliebt sich in Freya. Behutsam und aus wechselnden Perspektiven erzählt Alexander Rösler von der beginnenden Liebe und der Überraschung auf Augusts Seite darüber. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch Rudi, Augusts bester Freund, denn er kann ihn davon überzeugen, all seine Gedanken und Gefühle aufzuschreiben, was ihm natürlich gar nicht leicht fällt. Als Leser sind diese Einblicke in Augusts Gedanken- und Gefühlswelt besonders interessant, denn zwar findet er nicht immer die richtigen Worte und doch sind seine Worte so ehrlich, dass sie irgendwie perfekt sind.

Mir hat „Ein Kuss ist ein ferner Stern“ besonders aufgrund der sympathischen Figuren so gut gefallen, die so frei von Vorurteilen sind und zusammen mit August ein Leben führen, wie es jeder Jugendliche haben sollte: trotz des ein oder anderen Problems halten sie immer zusammen, haben Spaß und unterstützen einander. Ein klein wenig hat mir, wenn ich so das komplette Buch betrachte, der Funke gefehlt, der überspringt und mich total für das Buch einnimmt. Es ist zwar eine bewegende Geschichte, aber sie hat mich nicht vollkommen ins Herz getroffen. Gut möglich, dass er daran liegt, dass vieles aus Augusts Sicht beschrieben ist und er nunmal eben nicht übersprudelt vor Gefühlen bzw. er diese nicht so offen zeigen kann. Es ist also nur ein winziger Kritikpunkt, denn zugleich hat mir dieser Blickwinkel sehr zugesagt.

Arena Verlag
Seitenzahl: 216
ab 12 Jahren
gebundene Ausgabe mit Lesebändchen
ISBN-13: 9783401065373
Preis 12,99€

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