Gelesene englische Bücher 2012 #1

Da ich nicht so recht mit dem Schreiben von Rezensionen zu jedem einzelnen gelesenen Buch nachkomme, habe ich mir überlegt, dass ich einige englische Bücher, die ich 2012 bereits gelesen habe, hier einmal gesammelt vorstellen und kurz meine Eindrücke mitteilen möchte. In diesem Beitrag gibt es zunächst 5 Rezensionen und weitere werden dann sicher bald folgen.

No Safety in Numbers von Danya Lorentz
Dieses Buch ist der erste Band einer Reihe, was mir vor dem Lesen nicht bewusst war. Es ist aus Sicht von vier Jugendlichen geschrieben, die sich alle gleichzeitig in einem großen Shopping-Center befinden. Teils kennen sie sich und teils lernen sie sich im Laufe des Buches kennen. Spannend erzählt die Autorin, wie aus einem ganz gewöhnlichen Einkaufstag plötzlich eine Katastrophe wird. Als eine Bombe im Lüftungsbereich des Einkaufszentrums gefunden wird, ist die Angst groß. Es wird davon ausgegangen, dass es sich um eine biologische Waffe mit einem bisher unbekannten Krankheitserreger handelt. Deshalb wird das gesamte Einkaufszetrum und alle darin befindlichen Menschen unter Quarantäne gestellt. Es ist mitreißend zu lesen, wie sich die Situation immer mehr dramatisiert, das Essen knapper, einige Menschen krank werden und generell immer weniger die Regeln des gewöhnlichen Lebens zu gelten scheinen. Die jugendlichen Hauptfiguren, die sich in diesem Chaos wiederfinden, haben mir sehr gut gefallen. Sie verhalten sich in dieser verzwickten, ja lebensgefährlichen Situation so anders als viele Erwachsene. Ein wirklich spannender Reihenauftakt, dessen Ende leider recht offen ist.

Butter von Erin Jade Lange
Es gibt nicht häufig Geschichten, die für mich neu und überraschend sind. „Butter“ erzählt so eine Geschichte, was ich aber auch schon nach dem Lesen des Klappentextes erwartet hatte. Bisher ist das Buch nur in Amerika erschienen und ich denke auch, dass dieses Thema dort besonders interessant ist. Aber auch in Deutschland ist großes Übergewicht nichts Ungewöhnliches und dieses Buch nähert sich dem Thema auf extreme Art und Weise, aber auch mit Einfühlungsvermögen und viel Stoff zum Nachdenken an. Butter ist die Hauptfigur in diesem Roman. Der Junge hat extremes Übergewicht und trägt seinen Namen wegen eines Vorfalls, bei dem er gezwungen wurde ein ganzes Stück Butter zu essen. Er selbst fühlt sich nicht beachtet, weder von seinen Mitschülern noch seinem Vater und seine Mutter füttert ihn nur immer mehr. Helfen kann sie ihm nicht. Da beschließt er, eine Webseite zu eröffnen und kündigt dort an, dass er sich zum neuen Jahr vor der Kamera und live zu Tode essen will. Plötzlich ist er überall beliebt, alle wollen mit ihm zu tun haben, schließen Wetten ab – es ist ziemlich makaber. Und Butter merkt, dass er nun in einer misslichen Lage ist. Den Kontakt zu Menschen, speziell zu einem bestimmten Mädchen, will er nicht mehr missen. Aber wenn er die ganze Sache durchzieht, dann war es das für ihn und wenn nicht, ja, was wäre dann… ? Ein wirklich interessantes und erschreckendes Gedankenspiel, das dem Leser – auf etwas übersteigerte Art – sehr bewusst macht, wie rückssichtslos und von Vorurteilen behaftet viele von uns oftmals durch die Welt gehen!

Babe in Boyland von Jody Gehrman
Zunächst wurde ich auf durch das außergewöhnliche Buchcover auf diesen unterhaltsamen Jugendroman aufmerksam. Große Mädchenaugen und ein, auf einen Finger gezeichneter Bart – schauen einen an. Die erste Neugier war bei mir schon geweckt. Von „Babe in Boyland“ darf man auf keinen Fall sehr viel Tiefgang erwarten. Es ist ein größtenteils sehr humorvolles, locker-leicht geschriebenes Jugenduch, das zum Kichern und Schmunzeln einlädt. Die typischen Problemchen von Jugendlichen stehen im Vordergrund. Auch die Idee, dass sich ein Mädchen als Junge verkleidet ist ja nicht neu. Dennoch hat es mir prima gefallen, wie Natalie sich für einen Artikel in der Schülerzeitung als Junge verkleidet und sich für ein paar Tage in eine Jungsschule einschleicht. Dabei passieren natürlich so einige kleinere Unfälle, die das Buch auch so lustig machen. Ein bisschen Drama und eine Liebesgeschichte gibt es noch obendrein. Wer sich einfach mal gut unterhalten lassen und nicht nachdenken möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig. Wenn mir wieder mal nach einem wirklich spaßigen Buch ist, werde ich mir etwas Neues von der Autorin zum Lesen besorgen!

Memoirs of an imaginary friend von Matthew Green
Dieser Roman ist wirklich etwas ganz Besonderes! Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen, auch wenn zwischenzeitlich mal gar nicht so viel passierte. Es hat eine ganz besondere Atmosphäre und hat mich deshalb verzückt weiter und weiter lesen lassen. „Memoirs of an imaginary friend“ wird aus einer außergewöhnlichen Perspektive erzählt, nämlich aus der von Max‘ imaginären Freund Budo. Budo kann nur von Max und anderen imaginären Freunden gesehen werden und Budo lebt schon sehr lange. Nur die wenigsten imaginären Freunde haben ein so langes Leben und sehen auch nicht so menschlich aus. Denn das Aussehen hängt ganz von der Vorstellungskraft des Menschen ab, der sich diesen Freund vorstellt. Doch dieses Buch ist nicht nur die Geschichte eines kleinen Jungen und seines imaginären Freundes, es ist auch eine Art Krimi oder sagen wir Spannungsroman. Max hat es schwerer als andere Kinder. Er schien mir eine leichte Form von Asperger zu haben, im Buch wird das allerdings nie erwähnt. Dennoch tut er sich mit seinen Mitschülern schwer, redet nicht gern und kann Gefühle anderer schwer einschätzen. Und für Max wird es im Buch auch noch richtig gefährlich! Eine wundervolle Geschichte; einzigartig, spannend und gut – wenn auch sehr einfach – erzählt! Die besondere Freundschaft zwischen Max und Budo fand ich sehr berührend.

Elsewhere von Gabrielle Zevin
Auch dieses Buch habe ich eher durch das tolle Cover entdeckt. Ich hatte recht hohe Erwartungen an „Elsewhere“ und diese konnte das Buch mehr als nur erfüllen. Es hat mich völlig überrascht, gefesselt und trotz der wenigen Seiten ganz in seinen Bann gezogen. Ich möchte ehrlich gesagt gar nicht zu viel zum Inhalt verraten, weil dieser mich so oft vollkommen unerwartet getroffen hat und man das Buch am besten ohne große Vorkenntnisse auf sich wirken lassen sollte. Nur so viel: Elsewhere ist der Ort, an den man nach dem Tod kommt. Für Liz kommt dieser Zeitpunkt eigentlich viel zu früh, denn sie ist erst 15 und stirbt bei einen Unfall. So landet sie also in Elsewhere und auch wenn sie in gewisser Weise weiterlebt, ist es für sie doch extrem schwer. Sie hängt an ihrem früheren Leben und kann dem, was nun darauf folgt, zunächst wenig abgewinnen. Auch läuft die Zeit in Elsewhere etwas anders, als bei uns. Aber dazu sage ich nichts weiter – findet es selbst heraus! Dieses Buch ist magisch! Es hat mich auf jeder Seite begeistert, berührt und mit seiner Kreativität überrascht. Von Gabrielle Zevin muss ich unbedingt mehr lesen und so steht „All these things I’ve done“ schon im Regal bereit. Der deutsche Titel von „Elsewhere“ ist übrigens „Anderswo“.

Die anderen, oben vorgestellten Bücher sind meines Wissens bisher nicht auf Deutsch erschienen. Ich finde, dass sie alle sehr lesenswert sind und hoffe, es gibt sie bald auch hier zu lesen.

4 Comments

  1. readeralex said:

    No Safety In Numbers wartet auch noch auf meinem Kindle darauf, gelesen zu werden. Ich bin sehr gespannt.
    Falls dein SUB zu klein geworden sein sollte und du einen Tipp brauchst ;-): Ich bin gerade mit What We Saw At Night von Jacquelyn Mitchard fertig geworden. Die passende Rezi darf ich leider erst Anfang Dezember veröffentlichen, aber es hat mir sehr gut gefallen.

    12. November 2012
    Reply
  2. Katrin said:

    No safety in numbers hört sich gut an…obwohl sie haben alle was 😉 Weißt du ob alle Bücher ins Deutsche übersetzt werden? LG

    27. Dezember 2012
    Reply
    • Dani said:

      Die Bücher haben mir auf ihre Art auf jeden Fall alle sehr gut gefallen. Das einzige Buch, das bereits auf Deutsch erschienen ist, ist „Elsewhere“ (Anderswo). Bei den anderen weiß ich es nicht, bis auf „Memoirs of an imaginary friend“ – das wird im Frühjahr bei Bloomsbury Berlin unter dem Titel „Der beste Freund, den man sich denken kann“ auf Deutsch erscheinen. Komischerweise heißt der Autor manchmal Matthew Green und manchmal Matthew Dicks bei den englischen Ausgaben, bei der deutschen ist es nun Matthew Dicks.

      27. Dezember 2012
      Reply
      • Katrin said:

        Aaaahhh danke! LG

        27. Dezember 2012
        Reply

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