Dark Inside von Jeyn Roberts

Kanada in der Gegenwart: Die Welt scheint Kopf zu stehen, überall ereignen sich schreckliche Dinge: Erdbeben, Blutbäder, Bombenanschläge und Amokläufe. Vier Jugendliche an ganz verschiedenen Orten schaffen es knapp, dem Unheil zu entkommen: Aries, Clementine, Mason und Michael. Jeder für sich flüchtet und versucht zu überleben. Mancher schließt sich einer Gruppe an, wobei man in dieser Zeit auch in einer Gruppe nicht wirklich sicher ist. Es scheint ein Wandel mit den Menschen vor sich zu gehen. Sie werden zum großen Teil dämonische Wesen, die die anderen zu Tode hetzen. Die Bösen erkennt man an den schwarz geäderten Augen. Kapitelweise wird jeweils das Fortkommen jedes einzelnen Jugendlichen geschildert, abgelöst von einem namenlosen Wesen unter der Überschrift „Nichts“. In den letzten Kapiteln schließlich verbinden sich endlich die Handlungsstränge und alle 4 Jugendlichen treffen sich, um gemeinsam weiter zu gehen.

Der Untergang der Welt – so könnte man ihn sich vorstellen. Hier herrscht unvorstellbare Grausamkeit vor, das Blut fließt in diesem Buch in Strömen. Die Gewalt darin ist schon fast inflationär. Anfangs habe ich – zugegebenermaßen ein ziemliches Weichei – mich sogar noch gegruselt. Aber da die Jugendlichen ja dem Tod eigentlich ständig ein Schnippchen schlagen und immer Lebensmittel, Kleidung und gar Medizin in ausreichender Menge in leerstehenden Supermärkten und Drugstores fanden, hörte ich bald auf, mir Sorgen zu machen. Fast schon automatisch blätterte ich die Seiten um, wo erschlagen, geprügelt und gejagt wird.

Eine Sache, die mir gar nicht gefiel, war der groschenromanmäßig billig aufgebaute Spannungsbogen: Immer wenn es bei einer Person gerade spannend wurde und man nun wirklich gern gewusst hätte: „Ja? Und was nun?“, bricht der Erzählstrang ab und es wird sogleich von einer anderen Person berichtet. Die Personen sind mir nicht wirklich ans Herz gewachsen, es war auch etwas unübersichtlich, denn jede der 4 Hauptpersonen hat ja ein eigenes weitgefächertes Umfeld mit Familie, Freunden und Umgebung. Bis man sich da mal reingefunden hat, dauert es ein bisschen.

Das Ende bleibt ein wenig offen und ganz offensichtlich soll noch mindestens ein weiterer Band folgen, der auf Englisch sogar schon unter dem Titel „Rage Within“ erschienen ist. Was mich da verblüffte, war die Altersempfehlung für die englischen Bücher von 13 bis 15 Jahren. Die deutsche Empfehlung besagt 14 bis 17 Jahre, was mir schon angemessener erscheint angesichts solch starken Blutvergießens.

Wer gerne sehr blutrünstige Bücher liest, mag an „Dark Inside“ Freude haben. Ich kann es nicht empfehlen.

Loewe Verlag
Band 1
Aus dem Englischen von Bea Reiter
ab 14, 1. Auflage 2012
400 Seiten, 14.0 x 21.5 cm
ISBN 978-3-7855-7396-9
Klappenbroschur
14,95 € (D)

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