Linna singt von Bettina Belitz

Linna singt„Linna singt“ war das letzte Buch, das ich 2012 ausgelesen habe und zugleich war es eines meiner absoluten Highlights des Jahres. Nach nur wenigen Seiten hatte mich die Geschichte über Linna und ihre ehemaligen Bandkollegen derartig gepackt, dass ich es am Stück hätte durchlesen können, hätte ich nicht auch noch so lästige Dinge wie Schlafen und Essen tun müssen 😉

Anders als die beliebte „Splitterherz“-Trilogie von Bettina Belitz kommt ihr neustes Buch ganz ohne Fantasy-Elemente aus und spricht erwachsene Leser an. Mich hat gerade dieses Gefühl, dass alles im Buch wahr sein und in diesem Augenblick irgendwo genau so passieren könnte, gefesselt und begeistert.

An dieser Stelle werde ich nicht viel zum Inhalt des Buches sagen, da ich überzeugt bin, dass es am spannendsten ist, wenn man es ganz unvoreingenommen für sich selbst entdeckt. Nur so viel: Linna, Maggie, Jules, Simon und Falk waren bis vor 5 Jahren eine ziemlich erfolgreiche Band. Doch irgendetwas brachte Linna damals dazu, pötzlich ihren Austritt aus der Band zu verkünden. Seit dem hatte sie eigentlich keinen Kontakt mehr zu den anderen. Als Maggie jetzt, nach all der Zeit, plötzlich ein erneutes Treffen für Bandproben ankündigt, kommt Linna nur mit einem sehr mulmigen Gefühl dazu. Was ist in all der Zeit passiert? Sind die anderen ihr noch böse, dass sie die Band damals verlassen hat? Und wie soll sie ihnen klar machen, dass sie gar nicht weiß, ob sie noch singen kann, weil sie es in all der Zeit nicht mehr getan hat?

Zusammen mit Tobi, dessen Onkel eine Berghütte gehört, begeben sie sich dorthin. Doch von eine idyllischen Bandtreffen und Lagerfeuerromantik hat die ganze Situation ganz und gar nichts. Geheimnisse schwirren in der Luft, mysteriöse Dinge passieren und niemand scheint so zu sein, wie die anderen es eigentlich erwartet hätten. Hinzu kommt, dass sie durch einen Schneesturm extrem eingeschneit werden und von der Außenwelt förmlich abgeschnitten sind.

Bettina Belitz ist mit „Linna singt“ ein großartiger Roman gelungen. Ihr Schreibstil ist bildgewaltig, voller Emotionen und so realistisch, dass man von ihrer Geschichte geradezu verschlungen wird und sie einen nicht loslässt, selbst nach dem Ende nicht. Die verschiedenen Geheimnisse, die während der Handlung auftauchen und nur darauf warten, vom Leser aufgelöst zu werden, führen dazu, dass man das Buch nicht zur Seite legen kann. Besonders die Charakterisierung der Figuren ist sehr gelungen und wirft zugleich viele Fragen auf. Bis zum Ende weiß man nicht, wem man glauben und wessen Erinnerungen und Ansichten man trauen kann.

Besonders Linna wächst dem Leser im Laufe des Buches sehr ans Herz und immer mehr kann man sich mit ihr identifizieren und lernt zu verstehen, was für ein Mensch sie ist. Mich hat ihre Geschichte sehr bewegt und ich war schockiert darüber, in was für eine Situation sie in der Hütte plötzlich gerät. Selten habe ich mit einer Figur in einem Buch so mitgelitten. Außerdem hat mich die erzählte Liebesgeschichte sehr begeistert, die mal so gar nicht klischeebehaftet und dafür umso schöner war. Zu gern hätte ich gewusst, wie es nach dem Ende des Romans weitergeht…

Die Autorin macht in diesem Buch Fiktion spürbar und hat eine Geschichte geschrieben, die den Leser mitten ins Herz trifft, aber auch vor Spannung kaum zum Atmen kommen lässt.

Eine klare Leseempfehlung von mir!

Script5 Verlag
gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Preis: 18,95€
512 Seiten
ISBN: 978-3-8390-0139-4
–> Leseprobe

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