Der Tod macht Schule von Dietrich Faber

untitledUnfreiwilliger Held

Oft hört man davon, dass zweite Teile oder Fortsetzungen allgemein nicht besser sind als erste Teile, und nicht selten sollen sie sogar viel schlechter sein.
Bei „Der Tod macht Schule“ von Dietrich Faber ist das absolut nicht der Fall.

Vor ungefähr einem Jahr habe ich seinen Debütroman „Toter geht’s nicht“ gelesen und war von Herrn Fabers schriftstellerischen Fähigkeiten überzeugt. Nach der Lektüre seines zweiten Romans, der gleichzeitig die Fortsetzung des ersten ist, war ich komplett begeistert und man kann sagen, dass ich ein echter Fan von Dietrich Faber geworden bin. Und auf jeden Fall ein Fan vom Kriminalhauptkommissar Henning Bröhmann, dem (unfreiwilligen) Helden in seinen Romanen.

Henning Bröhmann, die überzeugte Memme, muss sich wieder mit einer Arbeit plagen, für die er nicht geschaffen ist, und mit einer familiären Situation, die ihm über den Kopf gewachsen ist.
Noch einmal hat Dietrich Faber es geschafft, dass ich mich ein paar Tage lang gedanklich mit Bröhmann beschäftige. Dabei ist er ja nur ein Mann, der komplett überfordert ist. Ein ganz normaler Mann mit ein bisschen Pech im Leben. Und ausgerechnet in der Schule seiner Tochter muss er aktuell ermitteln: Die Schulleiterin bekommt Drohbriefe. Henning macht einen Fehler: Anfangs nimmt er den Fall nicht ernst genug…

Henning Bröhmann ist einer meiner Lieblingskommissare überhaupt. Er ist so „normal“, so menschlich, und sehr sympathisch. Man muss ihn mögen. Anderseits ist er so hilflos und entscheidungsscheu, dass er einem nur leidtun kann.
Sehr interessant an Dietrich Fabers Büchern ist die Tatsache, dass seine Figuren eine Evolution durchmachen. Wie im wirklichen Leben erleben diese Romancharaktere Momente, die sie verändern. Diese Entwicklung wird konsequent und logisch dargestellt. Das hat mir sehr gut gefallen.
Aber man kann auch viel mit dem Hauptkommissar lachen, oder über ihn, das kann ich nicht so genau sagen. Außerdem sorgen alte und neue Nebenfiguren für Abwechslung. Insgesamt ein sehr unterhaltsames Buch!

Für mich persönlich ist „Der Tod macht Schule“ eine würdige Fortsetzung zu „Toter geht’s nicht“ und auf jeden Fall eine Steigerung in allen Aspekten.

Wer von Zeit zu Zeit gerne unblutige Kriminalromane liest und sich nicht gestört fühlt, wenn er dabei viel Persönliches über das Leben der Hauptfiguren erfährt (so viel, dass man ab und zu vergisst, dass es einen Mordfall zu lösen gibt), dem empfehle ich sehr gern die Bücher um Henning Bröhmann. Und wenn man diese Bücher in der richtigen Reihenfolge liest, dann ist der Lesegenuss garantiert.

Rowohlt Polaris
Taschenbuch
288 Seiten
Erscheinungsdatum: 1. November 2012
Preis: EUR 13,95
ISBN: 978-3862520251

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