Retrum von Francesc Miralles

7038-01-Retrum.inddAls Christian seinen Zwillingsbruder bei einem Motorradunfall verlor, erlosch gleichzeitig sein Lebenswille. Die Schule, seine Klassenkameraden, seine Eltern, die nun geschieden sind – nichts ist mehr von Bedeutung für ihn. Der einzige Ort an dem er sich wohlfühlt ist der Friedhof.

Genau dort trifft er auch auf Retrum, eine Gruppe von drei Jugendlichen, die nichts geringeres als den Tod verehren! Chris ist von ihnen – vor allem von der hübschen Alexia – so sehr fasziniert, dass er die Aufnahmeprüfung auf sich nimmt, um zu ihnen zu gehören.

Doch die vier Jugendlichen lassen außer Acht, dass man mit dem Tod nicht spielen sollte…

Dieses Buch hat mich eindeutig unentschieden zurückgelassen. Einerseits gab es tolle Elemente, die mich wirklich gefesselt haben und deren Auflösung ich sehnsüchtig erwartet habe. Vor allem das Mysterium um Alexia konnte meine Neugier erwecken.

Andererseits kam die richtige Spannung erst sehr spät im Verlaufe des Buches auf. Insgesamt geschah nicht wirklich viel und erst gegen Ende hat Retrum es verdient, sich halbwegs als Thriller zu bezeichnen. Größtenteils ging es nur darum, dass die Jugendlichen auf diversen Friedhöfen übernachteten und darum, dass Chris Alexia anschmachtete. Wobei ich einwerfen muss: Was sollte denn die Geschichte mit Alba, bitte? Ich konnte kein bisschen nachvollziehen, wie Chris etwas mit seiner Mitschülerin Alba anfangen konnte, obwohl er eigentlich Alexia liebte. Das machte ihn deutlich unsympathischer.

Hinzu kommt, dass mich das Ende ein wenig verwirrte. Beziehungsweise war die Auflösung des Mysteriums so schlicht und banal, dass ich nicht glauben konnte, dass es das Ende war. Oder kommt da noch etwas mehr?

Ich würde Retrum gerne als eine Art Einleitung sehen, denn dann wäre das Buch gelungen. An einigen Stellen wurden paranormale Elemente eingeführt, auf die man in einer Fortsetzung näher eingehen könnte. Dann wäre ich vollkommen zufrieden mit Retrum! Ich habe beim Lesen die ganze Zeit über das Gefühl gehabt, mich nur an der Oberfläche zu befinden. Die Szenen, in denen es dann tiefer ging, haben es mir wirklich angetan, weshalb es viel Potenzial gibt, welches genutzt werden kann. Ich freue mich auf einen zweiten Band, der vermutlich meine Meinung über den ersten aufbessern wird und mehr Licht ins Dunkel bringen kann.

Loewe Verlag
Übersetzt von Esther Fischer
Klappenbroschur
352 Seiten
Originaltitel: Retrum- Cuando Estuvimos Muertos
Originalverlag: La Galera
Preis: 14,95€ [D]
ISBN: 978-3-7855-7038-8
Ab 13 Jahren

Ein Kommentar

  1. MacBaylie said:

    Hi,

    Retrum fand ich klasse.
    Letztes Jahr gab es dazu auf der Leipziger Buchmesse eine Lesung in einer Friedhofskapelle. Das war total faszinierend 🙂
    Auf einen zweiten Teil freue ich mich auch.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

    10. März 2013
    Reply

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