Der Junge, der es regnen ließ von Brian Conaghan

Der Junge, der es regnen ließMit „Der Junge, der es regnen ließ“ ist dem in Schottland aufgewachsenen Autor Brian Conaghan ein außergewöhnliches und tiefgründiges Jugendbuch gelungen. Als Leser wird man auf eher ungewöhnliche Weise in die Handlung eingeführt. Aus Sicht von unterschiedlichen Personen – Schülern und Lehrern – lernt man die eigentliche Hauptfigur des Buches kennen: Clem!

Clem muss aufgrund des Jobverlusts seines Vaters von Irland ins schottische Glasgow ziehen. Ihn stört das nicht wirklich, er freut sich sogar ein bisschen auf diesen Neuanfang. Doch die neue Schule bietet für den gebildeten und nachdenklichen Jungen, mit dem für Schottland ungewöhnlichen Namen Clem, keinen leichten Start. Die anderen Schüler akzeptieren ihn nicht oder wollen zumindest nichts mit ihm zu tun haben. Sein merkwürdiger Akzent, sein Name, sein Interesse für Literatur – all das lässt ihn als Außenseiter dastehen.

Nur in Rosie findet er eine Freundin und die beiden drehen sich um ihre eigene kleine Welt. Außerdem entwickelt Clem ein recht gutes Verhältnis zu seiner jungen Englisch-Lehrerin, die von seinem Literaturverstand beeindruckt ist. Freunde findet Clem nicht, Feinde aber schon. Sie finden in allem einen weiteren Grund, um sich über Clem lustig zu machen. Besonders bedrohlich sind die sogenannten NEDs, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken.

Mich hat das Buch besonders gepackt, weil die Spannung und die düsteren Vorahnungen von Beginn an immer mehr gesteigert wurden. Man weiß aufgrund der Erzählungen aus Sicht der unterschiedlichen Figuren, dass am Ende des Buches etwas Schlimmes passieren muss. Doch was genau as sein könnte, das bleibt lange unklar. Erst als die zweite Hälfte des Romans dann aus Clems Sicht berichtet, kommt man einem möglichen Ausgang immer näher.

Brian Conaghan erschafft auf diese Weise eine düstere und bedrückende Stimmung, die nachdenklich macht. Immer mehr gerät Clem in eine Situation, aus der es scheinbar keinen Ausweg gibt. Obwohl er sich eigentlich lange Zeit nichts aus den Tuscheleien hinter seinem Rücken und der Feindseligkeit ihm gegenüber gemacht hatte.

„Der Junge, der es regnen ließ“ trägt eine wichtige Botschaft in sich, die man selbst entdecken und auf sich wirken lassen sollte. Das Buch stimmt traurig und man fühlt sich hilflos, wenn man Clems Geschichte liest. Auch der eher träumerisch klingende Buchtitel erklärt sich später im Buch und hat bei mir eine Gänsehaut bewirkt!

Ein Buch, das mich definitiv beeindruckt hat!

Baumhaus Verlag
Ab 14 Jahren
Hardcover mit Schutzumschlag
206 Seiten
Erscheinungsdatum: 01.12.2012
ISBN: 978-3-8339-0152-2

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