Schneckenmühle von Jochen Schmidt

9783406646980_coverDer letzte Sommer

Es gibt verschiedene Gründe, die mich veranlasst haben, „Schneckenmühle“ von Jochen Schmidt lesen zu wollen. Der Hauptgrund aber war, wie immer bei mir und diesem Thema der Fall ist, mehr über den Alltag in der DDR zu ehrfahren. Die DDR, die ewig in den 80er Jahren in der Erinnerung der Menschheit leben wird. Ein Land, das die 90er nicht überlebt hat, genau genommen, ein Land, das die 90er geprägt hat wie kein anderes, gerade deswegen, weil es aufgehört hat zu existieren.

1989, das letzte Jahr der DDR. Jens ahnt nicht, dass er im Begriff ist, seinen letzten sozialistischen Sommer zu erleben. Jens mit seinen 14 Jahren ist ein naiver liebenswerter Junge, der wenig Ahnung zu haben scheint, was die Welt bewegt, und an dem die Veränderungen in seinem Land, die später für eine neue Weltordnung sorgen werden, vorbeigehen. Aber das ist eigentlich egal. Jens verbringt seine Ferien in „Schneckenmühle“, dem sächsischen Ferienlager, wo man als 14- Jähriger richtigen Spaß hat.

Der Genuss, den ich mir bei der Lektüre von „Schneckenmühle“ versprochen hatte, blieb leider aus. Ich wurde mit, für meinen persönlichen Geschmack, undurchschaubaren Handlungen und mit Szenen, die ohne für mich erkennbaren Zusammenhang aneinandergereiht wurden, konfrontiert. Das hatte als Konsequenz, dass ich mich sehr anstrengen musste, um am Ball zu bleiben. Immer wieder ließ meine Konzentration nach und ich musste manche Textpassagen mehrmals lesen. Das hat mir den Lesespaß getrübt.
Unabhängig vom Thema des Buches fand ich manche Dialoge zwischen den Jugendlichen sehr lustig. Auch bestimmte Ereignisse haben meine Aufmerksamkeit erregt, aber leider dauerte meine Freude nur ein paar Seiten lang. Zu schnell und zu abrupt wurde dieser Freude ein Ende gesetzt und ich fühlte mich wie in der Luft hängend.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es Leser gibt, denen es Vergnügen bereitet, zwischen den Zeilen zu lesen, auf der Suche nach der Bedeutung der Worte eines Autors, so wie bei einer Art Rätsel. Für sie wird „Schneckenmühle“ das Richtige sein.

C.H.Beck
Gebundene Ausgabe
220 Seiten
Erscheinungsdatum: 12. Februar 2013
Preis: EUR 17,95
ISBN: 978-3406646980

5 Comments

  1. Tintenelfe said:

    Hallo Dani, mir ging es mit dem Buch ganz genauso. Da ich 1989 fast genauso alt war wie Jens in dem Buch, habe ich jedoch auch verschüttet geglaubte Erinnerungen wecken können. Das war aber auch das einzig Schöne an dem Buch.
    Mir kam es so vor als habe der Autor zuvor mit ein paar „Zeitgenossen“ Brainstorming zum Thema „DDR-Jugend-Wende“ gemacht und dann eine Liste abgearbeitet. Ein roter Handlungsfaden war kaum erkennbar.

    3. Mai 2013
    Reply
  2. Tintenelfe said:

    Ups, war ja gar nicht von Dani. Aber trotzdem… 🙂

    3. Mai 2013
    Reply
    • Aba said:

      Nein, es war von Aba, aber vielen Dank für deinen Kommentar.
      Ich fand es auch sehr schade mit dem Buch…
      Das mit dem „Brainstorming“ hat auch jemand in der Leserunde gesagt… warst du das auch?

      3. Mai 2013
      Reply
  3. Nana said:

    Schade, wenn eine Idee toll ist. Aber an der Umsetzung soooo viel Potential verloren geht :/
    Ich hoffe, dein nächstes Buch begeistert dich mehr! 🙂

    4. Mai 2013
    Reply
    • Aba said:

      Vielen Dank! ! !
      Alles was mich enttäuscht oder begeistert hat, wird hier und bei LB zu lesen sein.
      Schönes Wochenende!

      4. Mai 2013
      Reply

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