Das also ist mein Leben von Stephen Chbosky

Ab und zu entdeckt man sie, diese Bücher, die einen beim Lesen verzaubern, die gar nicht mal großartig spannend und aufregend sein müssen, sondern durch eine wunderschöne Sprache und liebenswerte Hauptfiguren überzeugen. Das soll jetzt aber nicht heißen, das dieses Buch langweilig war, nein, das war es überhaupt nicht. Ein solches Buch ist für mich auf jeden Fall „Das als ist mein Leben“ von Stephen Chbosky, das eine Neuauflage des vor über 10 Jahren erschienenen Romans „Vielleicht wieder morgen“ ist. Ich bin sehr froh, dass dieses Buch – mit neuem Titel und in neuer Aufmachung – nun einmal mehr an die Leser gebracht wird, ich bin wirklich hin und weg davon und kann es nur jedem ans Herz legen, der sich gern von Büchern berühren lässt.

Charlie ist 16 Jahre alt und zu einer meiner liebsten Buchfiguren geworden. Man hat immer das Gefühl, dass er ein bisschen ehrlicher und höflicher als die meisten ist, ohne dabei aufgesetzt zu wirken oder künstlich. Nein, Charlie ist so wie er ist und ich finde ihn ganz fantastisch. Er liebt Bücher, seine besten Freunde, liebt es über die Geschehnisse in der Welt nachzudenken und liefert dem Leser genau dadurch einen ganz besonderen, für viele sicher neuen Blickwinkel aufs Leben. Trotz aller Niederlangen, Ängste und Sorgen sieht er doch das Gute und strahlt eine unbändige Hoffnung aus. Und egal, was auch geschehen mag, irgendwie wird doch wieder alles gut, wenn man es nur versucht und fest daran glaubt. Charlie ist stark!

Hierzu passt perfekt der erste Satz des Buches, der hier zugleich als (Unter)Titel ausgewählt wurde: „Das also ist mein Leben und ich will, dass du weißt, ich bin glücklich und traurig zugleich und versuche noch immer herauszufinden, wie das eigentlich sein kann.“ Geht es nicht jedem in Charlies Alter und eigentlich das ganze Leben lang so? Glück und Trauer wechseln sich ab, Niederlagen und Erfolge… – doch für die meisten steht fest: das Leben ist schön, man muss es nur wissen und genießen können und sich von all den kleinen, alltäglichen Problemen nicht runterziehen lassen. Für mich stellt Charlie in seinem Tagebuch das Leben in all seiner Schönheit dar, was durch die besondere Eleganz und Feinfühligkeit im Sprachstil wunderbar untermalt wird.

Um glücklich zu sein, muss man nicht perfekt sein. Man muss nicht schön sein, viel Geld haben, superintelleigent sein und was sonst noch viele von sich selbst erwarten – ist man zufrieden mit sich, genießt das Leben und ist gut zu seinen Mitmenschen, dann wird sich schon alles positiv entwickeln. Diesen Eindruck haben mir Charlie, seine Geschichte und vor allem der tolle Autor Stephen Chbosky vermittelt. Ein wahres Lieblingsbuch für Jugendliche wie für Erwachsene!

Zusatz: Sehr gespannt bin ich auch auf die Verfilmung des Buches, die 2012 oder 2013 in die deutschen Kinos kommen soll. Besonders freue ich mich über die Besetzung der Sam (das Mädchen, das Charlie liebt) mit Emma Watson. Sie passt perfekt zur Rolle. Es kann somit eigentlich fast nur gut werden, auch wenn ich bei Buchverfilmungen sehr skeptisch bin, weil sie selten auch nur ansatzweise die Tiefe eines Buches widerspiegeln können.

Heyne fliegt Verlag
Originaltitel: The Perks of Being a Wallflower
Aus dem Amerikanischen von Oliver Plaschka
Paperback, Klappenbroschur
288 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-26751-0
€ 12,99 [D] | € 13,40 [A] | CHF 18,90
Erscheinungstermin: 26. September 2011

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