Letzte Ernte von Tom Hillenbrand

©Aba

Essen und sterben bei Kieffer

Xavier Kieffer freut sich sehr, dieses Jahr endlich, ein Zelt auf dem „Schueberfouer“ (Luxemburgs größtem Volksfest) aufstellen zu dürfen, in dem er seine Köstlichkeiten anbieten darf.
Aber… Xavier wäre nicht Xavier, wenn nicht ein Toter ihm den Spaß verderben würde. Und traditionell hat seine Freundin Valérie auch wieder was damit zu tun…
Ich persönlich begrüße jeden, der in Xaviers Restaurant, in seiner Gegenwart oder kurz nach einem Besuch bei ihm, ermordet wird, denn dieser Mord wird am Ende von ihm garantiert aufgeklärt. Die Beamten der Kriminalpolizei in jedem Land, das an Luxemburg angrenzt, können es nicht besser machen als er. Die Einzige, die darunter leidet, ist Claudine, seine Souschefin, die im Restaurant die ganze Verantwortung übernehmen muss, damit Xavier sich seinem detektivischen Hobby widmet.

Als ich vor ein paar Monaten erfuhr, dass Tom Hillenbrand sich wieder etwas überlegt hat, um Xavier außerhalb der Küche zu beschäftigen, war ich begeistert. Ich bin ein großer Fan von Xavier Kieffer und habe mich gefreut, dass er wieder da ist.
In „Letzte Ernte“ erlebt Xavier wieder gefährliche Abenteuer und bewegt sich wie gewöhnlich innerhalb des Dreiländerecks so selbstverständlich, wie ich zum Supermarkt um die Ecke gehe – etwas, was er bestimmt gar nicht macht, weil er nur das Feinste auf dem Großmarkt kauft.
Auf der Suche nach einem Mörder lernen Xavier (und seine Leser) viel über Zu- und Missstände in der Lebensmittelindustrie. Diesmal beschäftigen ihn Zahlen, und zwar die Zahlen an der Börse. Zum Glück kann Xavier mit solchen Börsen-Fakten so wenig anfangen wie ich, denn so sah sich Herr Hillenbrand dazu gezwungen, alles gut zu erklären, was ihm glücklicherweise gelungen ist. Und so wurde „Letzte Ernte“ ein richtiger Lesespaß für mich.

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Insgesamt bleibt Xavier sich selber treu, und das macht seine Person für mich interessant. Er ist liebenswert, hat Prinzipien… und gute Freunde. Diese Freunde sind immer wiederkehrende Figuren in den Romanen rund um Xavier Kieffer. Das ist etwas, was mir sehr gut gefällt. Mein Favorit unter diesen Figuren ist Esteban, der hysterische argentinische Koch, der in diesem Roman wieder glänzt, nachdem ich ihn im zweiten Band „Rotes Gold“ vermisst habe.

Ich sehne mich nach mehr Büchern mit Xavier Kieffer. Ich bin gespannt, wie er seinen nächsten Fall lösen wird. Hoffentlich muss er nicht mehr so viel rennen, ich habe ja den Eindruck, dass er zugenommen hat und dass er mehr raucht als vorher. So viele Kriminalfälle unter diesen Umständen zu lösen, kann ein gesund-heitliches Risiko darstellen.

Wie immer gilt es auch für dieses Buch: Essen und sterben bei Kieffer, das ist die Devise!

KiWi-Paperback
Taschenbuch
320 Seiten
Erscheinungsdatum: 20. Juni 2013
Preis: EUR 8,99
ISBN: 978-3462045338

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