Wir träumten jeden Sommer von Dagmara Dominczyk

17594The Lullaby of Polish Girls

Dagmara Dominczyk hat ein polnisches Liebeslied geschrieben: „Wir träumten jeden Sommer“.

Wie ein Liebeslied lässt sich dieses Buch von der in New York lebenden polnischen Autorin lesen. Man spürt die Liebe und die Verbundenheit zur polnischen Heimat auf jeder Seite.
Dagmara Dominczyk erzählt die Geschichten dreier junger Frauen, die aus demselben kleinen polnischen Dorf stammen. Beim Lesen merkt man, dass dies die einzige Gemeinsamkeit, trotz Freundschaft, zwischen den Frauen ist.
Dennoch finden sie immer wieder zu einander, auch dann, wenn Zeit und Distanz sie noch unterschiedlicher gemacht haben.

Sehr interessant ist der Aufbau des Romans. Aus den drei Perspektiven der jungen Frauen wird erzählt, abwechselnd in der Vergangenheit und in der Gegenwart.
Auch wenn man viel über Schmerz, Enttäuschungen und Verrat liest, wirkt dieses Buch nicht kitschig. Das Ende aber… Während man die ganze Geschichte mit einem polnischen Liebeslied vergleichen kann, könnte man das Ende wie die Versöhnungsmusik eines Hollywoodfilms empfinden. Man merkt, dass die Autorin schon fast ihr ganzes Leben in den USA gelebt und einen Beruf als Schauspielerin ausgeübt hatte, bevor sie Schriftstellerin geworden ist.

„Wir träumten jeden Sommer“ ist aber ein gutes und lesenswertes Buch. Es erlaubt einen Blick in die polnische Seele, und zwar aus verschiedenen Standpunkten: von denen, die nichts anderes als die polnische Provinz kennen, von denen, die emigriert, und denen, die zurückgekehrt sind. Außerdem kann der Leser die Entwicklung der drei Hauptcharaktere beobachten und sich so ihre Verhaltensweisen erklären.

Trotz Versöhnungsmusik gegen Ende hat mir dieses Buch sehr gut gefallen, weil ich viel von dem bekommen habe, was ich erwartet habe, und was mit dem englischen Originaltitel sehr gut beschrieben wird: „The Lullaby of Polish Girls“.

Insel Verlag
Gebundene Ausgabe
285 Seiten
Erscheinungsdatum: 10. März 2014
Preis: EUR 19,95
ISBN: 978-3458175940

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