Y entonces sucedió algo maravilloso von Sonia Laredo

81vIu92sL0L._SL1500_Telenovela mit einem gewissen Niveau

Ein Kunstwerk wollte Brianda aus ihrem Leben machen. Ein Leben wollte sie haben, in dem sie die Hauptfigur ist. Aber sie ist schon fast 40 Jahre alt und es sieht für sie nicht so gut aus: Sie hat ihre Arbeit als Verlegerin verloren, nachdem ihr Arbeitgeber Sparmaßnahmen treffen musste. Für Brianda, eine selbstständige Frau, ohne Familie, ohne Freunde, ist das nicht nur eine berufliche Katastrophe, ihre Arbeit war alles, was sie hatte, der Sinn ihrer Existenz.
Aber Brianda verliert nicht die Hoffnung und kämpft um ihren Traum, aus ihrem Leben ein Kunstwerk zu machen. Vor allem muss sie als Erstes Abstand zu allem gewinnen, vielleicht wegfahren, sie muss sich vor allem von dem Schock erholen, arbeitslos geworden zu sein.
Aber ein Fehler im Navigationsgerät ihres Autos ändert alle ihre Pläne.

„Y entonces sucedió algo maravilloso“ (auf Deutsch: Und dann ist etwas Wunderbares passiert), der Debütroman der spanischen Schriftstellerin Sonia Laredo, erzählt die Geschichte, wie Brianda in einem Ort gelandet ist, von dessen Existenz sie nicht mal wusste, und wie sie ihr Leben komplett umkrempelt.

Dieser Roman liest sich wie ein Märchen, und Laredos sehr blumiger und metaphernreicher Erzählstil verstärkt diesen Eindruck bei dem Leser.
Eine sehr wichtige Rolle spielen Bücher in dieser Geschichte und ganz speziell in Briandas Leben. Nicht nur weil sie als Verlegerin eine direkte Beziehung zu Büchern hat, sondern auch weil sie eine Bücherliebhaberin ist. Sie bezeichnet ihre Bücher als ihre einzigen Freunde.

Die Autorin, die sich hinter dem Pseudonym Sonia Laredo versteckt, ist selber Verlegerin. Während des Lesens wird es deutlich, dass man mit einer Bücher-Spezialistin zu tun hat. Für jede Situation, für jede Wetterlage, für jeden Gemütszustand hat Laredo ein Zitat aus berühmten und weniger berühmten Literaturwerken parat. Figuren werden mit Charakteren aus Klassikern verglichen, Rat geben Autoren, die schon längst tot sind. Laredos immenses Allgemeinwissen ist fraglos sehr bewundernswert, leider hat mich dessen häufige Anwendung an manchen Stellen ermüdet, so dass ich mich teilweise nach etwas Schlichtheit gesehnt habe. Auch der Handlung mangelt es an Schlichtheit. Brianda erlebt so viel und wird so oft überrascht und das in so kurzer Zeit, dass ich zum Teil das Gefühl hatte, mitten in einer Telenovela zu sein.
Trotz allem habe ich die zunehmend romantische Atmosphäre in dem magischen Ort genossen, in dem sich die Protagonistin nach ihrer Irrfahrt aufhält. Und vor allem Briandas melancholischer Charakter hat mir gut gefallen.

„Y entonces sucedió algo maravilloso“, das Märchen um eine spanische Verlegerin, erscheint in Oktober 2014 auf Deutsch unter dem Titel „Das Glück der Worte“.

Booket                                                                          Deutsche Verlags-Anstalt
Broschiert                                                                   Broschiert
400 Seiten                                                                  384 Seiten
Erscheinungsdatum: 2. April 2014                 Erscheinungsdatum: 27. Oktober 2014
Sprache: Spanisch                                                   Sprache: Deutsch
Preis: EUR 12,22                                                       Preis: EUR 14,99
ISBN: 978-8423347919                                         ISBN: 978-3421046345

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