Ein Buchladen zum Verlieben von Katarina Bivald

433_75456_147513_xxlKein märchenhaftes Märchen

Für Bücherliebhaber sind gerade solche Romane, in denen Bücher eine wichtige Rolle spielen, besonders interessant. Man möchte immer gerne über andere Menschen lesen, die diese eigenwillige Liebe teilen, die Liebe zu Büchern.
In „Ein Buchladen zum Verlieben“ erzählt Katarina Bivald eine Geschichte, in der sich zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die auf zwei verschiedenen Kontinenten leben, eine außergewöhnliche Freundschaft entwickelt, die mit einem einfachen Büchertausch angefangen hat.

Die Schwedin Sara und die US-Amerikanerin Amy haben sich noch nie gesehen. Sie schreiben sich Briefe, keine E-Mails, und sie tauschen Bücher. Eines Tages lädt Amy Sara ein, Urlaub bei ihr zu machen. Sara nimmt die Einladung an, ohne zu ahnen, dass die Überraschungen und Abenteuer, die in Amys Heimat auf sie warten, viel größer sind, als sie gewollt hätte und nicht immer ihren Vorstellungen und Erwartungen entsprechen.

Katarina Bivalds Buch ist ein Märchen mit einer unscheinbaren Heldin, einem Prinzen, der entdeckt werden muss, verrückten Dorfbewohnern, Bösewichten, die verzaubert werden und einer guten Fee mit einem geheimnisvollen Plan. Als Zauberstab dienen die Bücher.

Ein Märchen hatte ich auch erwartet… habe ich bekommen. Leider ist die märchenhafte Wirkung ausgeblieben. Ein gutes Märchen erzeugt bei dem Leser eindeutige Sympathien oder Antipathien für die verschiedenen Figuren. Das Problem war: Katarina Bivald hat es nicht geschafft, ihre Figuren so zu gestalten, dass sie ihre Eigenschaften so zur Geltung bringen, dass der Leser eine deutliche Zu- oder Abneigung zu ihnen entwickeln kann.
Über Saras Abenteuer in einer für sie ganz fremden Umgebung habe ich gerne gelesen.
Und auch über die Dorfbewohner hat die Autorin kleine Geschichten erzählt, manche von ihnen nett, andere aus meiner Sicht leider etwas überflüssig, was zur Folge hatte, dass ich immer wieder ungeduldig wurde und mich danach gesehnt habe, mehr über Sara zu lesen, die, auch wenn sie eine passive Figur war, die einzige Konstante entlang des 448 Seiten langen Buches darstellte.

Insgesamt erzählt Katarina Bivald eine schöne Geschichte, die noch viel schöner hätte sein können, wenn sie ihre Energie in nicht so vielen Nebenhandlungen verschwendet und ihren Figuren, vor allem Sara, viel mehr zugetraut hätte.

btb
Gebundene Ausgabe
448 Seiten
Erscheinungsdatum: 11. August 2014
Preis: EUR 19,90
ISBN: 978-3442754564

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