iBoy von Kevin Brooks

Was tust du, wenn du alle Macht der Welt hast? Wenn du alles weißt und alles kannst? Versuchst du, die Welt vor dem Bösen zu bewahren? Oder willst du einfach nur die retten, die du liebst?

Tom Harvey ist ein ganz normaler sechzehnjähriger Junge, der mit seiner Oma in Crow Town, dem Ghetto von London lebt. Und seit er denken kann ist er in Lucy Walker aus dem dreißigsten Stock verliebt.

Doch sein ganzes Leben ändert sich, als Lucy und ihr Bruder von Gangmitgliedern überfallen werden und als genau in diesem Moment ein Typ aus dem obersten Stockwerk mit einem iPhone nach Tom wirft. Dieses iPhone zertrümmert Toms Schädel und durch komplizierte Notoperationen muss es aus seinem Gehirn entfernt werden. Doch einige Bruchstücke können nicht herausoperiert werden und dann geschicht das Unglaubliche: Toms Hirn verschmilzt mit den iPhone-Teilen und macht aus ihm ein allwissendes, allsehendes und allhörendes Wesen. Zu iBoy. Nun hat er Zugang zum kompletten World Wide Web, ohne Einschränkungen, denn keine Firewall kann ihn aufhalten. Er kann jedes Telefonat mitanhören, jede SMS verfolgen und jedes Handy orten.

Aber die entscheidende Frage ist: Was wird er mit seinen Fähigkeiten anstellen? Denn alles was Tom will, ist Rache für das, was man Lucy angetan hat.

Mich hat der Gedanke von einem Übermenschen wie iBoy sofort gefesselt und ich wollte unbedingt wissen, wie diese Geschichte ausgeht und ob ich genauso gehandelt hätte oder nicht. Ich habe mich durch das ganze Buch hindurch gefragt wie es wäre, wenn ich all diese Fähigkeiten hätte, denn ganz ehrlich- die sind einfach nur cool.

Natürlich konnte das Buch nicht die ganze Zeit über überzeugend und realistisch sein, da die Verschmelzung mit einem iPhone nicht wirklich glaubwürdig ist, doch wenn es um die Beschreibung von Toms Gefühlswelt ging, war Kevin Brooks wirklich meisterhaft. Ich war beeindruckt davon was für Emotionen ihn überkamen und wie es sich für ihn anfühlte all diese Fähigkeiten zu haben und irgendwie doch machtlos zu sein. Das war auch das Beste am ganzen Buch und Kevin Brooks hat es wirklich gut rübergebracht.

Anders als ich erwartet hatte, war Tom nicht die Art von Superheld, der versucht die ganze Welt zu retten, sondern nur seine eigene. Damit war iBoy auch nicht dieser gigantische Roman, für den ich ihn hielt, sondern nur die Geschichte eines verliebten Jungen, der plötzlich Superkräfte erhält. Man sollte also keine actionreiche Geschichte erwarten à la Spiderman, sondern sollte schon wissen, dass iBoy nicht so ereignisreich und episch ist.

Dennoch ist es ein interessantes Buch, welches ich vor allem Jugendlichen empfehlen möchte.

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Übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn
Kartoniert, broschiert
300 Seiten
Preis: 13,90 € [D]
ISBN: 978-3-423-24845-7
Originaltitel: iBoy
Originalverlag: Penguin Books Ltd.
Ab 14 Jahren

Ein Kommentar

  1. Die Zielgruppe dieses Romans sind ja auch vor allem Jugendliche und die, denke ich, können sich gut in die Rolle des Protagonisten hinein versetzen. Nichts desto trotz könnten auch einige Erwachsene das Buch mit Interesse lesen.

    2. Juni 2014
    Reply

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