Sungs Laden von Karin Kalisa

9783406681882_coverUnterhaltsame und berührende multikulturelle Revolution

In Berlin findet eine kleine Revolution statt. Im angesagten Viertel Prenzlauer Berg weht ein frischer Wind, ein vietnamesischer Wind. Geht man auf den Straßen dieses Viertels spazieren, traut man seinen Augen nicht: Affenbrücken, Kegelhüte, ostasiatische Puppen in fast jedem Schaufenster… Ein traumhafter Zustand, ein perfektes Miteinander zweier Völker, die im Grunde nicht unterschiedlicher sein könnten.
Wie ist zu dieser Harmonie zwischen skeptischen Berlinern und zurückhaltenden Vietnamesen gekommen? Genau darüber erzählt uns Karin Kalisa in ihrem wunderbaren und originellen Debütroman „Sungs Laden“.

Für mich war es eine große Freude, diesen Roman zu lesen. Handlung, Charaktere, Schauplätze und Schreibstil entsprachen exakt meinem Geschmack. „Sungs Laden“ hat mich nicht nur unterhalten, es hat mich auch berührt. Ich fühlte mich wie ein Teil einer großen, außergewöhnlichen und liebenswerten Familie, deren Mitglieder gelernt haben, sich trotz ihrer Unterschiede und Differenzen zu akzeptieren und zu respektieren. Oder gerade wegen ihrer Unterschiede und Differenzen?
„Sungs Laden“ ist nicht nur ein schöner Roman, es ist auch eine Unterrichtsstunde in Toleranz, Offenheit und zwischenmenschlicher Kommunikation.

Es war genau der richtige Zeitpunkt, der richtige Ort, und natürlich mussten die richtigen Menschen beteiligt sein. Offensichtlich sind die Bewohner des Prenzlauer Bergs die geeigneten für solch eine Revolution, wie sie Karin Kalisa in „Sungs Laden“ stattfinden lässt. Sie beschreibt den Weg bis zur Verschmelzung der Kulturen und stellt uns die Biografien der in diesem Prozess Involvierten vor und die Rollen, die sie dabei gespielt haben, auch ihre Beiträge zu dieser multikulturellen Bewegung, und wie diese für manche von ihnen zu einem Abkehr ihrer früheren Sichtweisen geführt hat. Dadurch wird dem Leser klar, warum gerade diese Menschen prädestiniert waren, um Antreiber dieses Wechsels zu sein, eines Wechsels, der die Zusammenkunft zweier Kulturen als Folge hat. Und anders als man vermuten könnte, handelt es sich bei diesen Menschen nicht um Politiker oder Prominente, sondern um die Nachbarn von Sung, dem Einzelhändler vietnamesischer Herkunft, in dessen Laden alles angefangen hat.
Ganz langsam und unauffällig fingen das Viertel und dessen Menschen an, sich zu ändern, und wer ein paar Wochen nicht mehr im Prenzlauer Berg gewesen ist, wird beim Betreten des Viertels große Augen machen: Vietnam ist in Berlin! Ein Traum? Eine Zukunftsvision? Fantastische Vorstellung? Es ist ein vietnamesisches Fieber, das sich auf jeden Fall im ganzen Land verbreiten und alle Nationalitäten befallen sollte.

„Sungs Laden“ wünsche ich sehr viele Leser, die Spaß an niveauvoller Lektüre haben und die sich auch von liebenswürdigen Charakteren berühren lassen wollen.

Vor ein paar Jahren war ich zum ersten und einzigen Mal im Prenzlauer Berg. Ich habe die Atmosphäre bewundert, die da zu spüren war, die alternativen Läden und die entspannten Menschen… Jetzt aber kann ich es kaum erwarten, wieder nach Berlin fahren zu dürfen, um den Prenzlauer Berg zu besuchen und ihn mit Sicherheit mit anderen Augen sehen zu können.
Darauf freue ich mich schon!

C.H.Beck
Gebundene Ausgabe
255 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. Juli 2015
Preis: 19,95 EUR
ISBN: 978-3406681882

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