Der erste Kaffee am Morgen von Diego Galdino.

Kaffee trinken mitten in Rom

Ich bin Teetrinkerin, aber ich bin auch immer ganz offen für einen guten Kaffee, egal, ob echt italienisch oder modern mit allerlei Geschmacksrichtungen. Und so war ich ja auch sehr offen für eine Geschichte mit dem Titel „Der erste Kaffee am Morgen“ von einem italienischen Autor namens Diego Galdino.

Massimo ist ein Barista. Das zu sein ist nicht nur sein Beruf sondern auch seine Leidenschaft. Von morgens bis abends, von Montag bis Montag steht er hinter der Tresse und macht die Bewohner des schnuckeligen Römer Stadtteils Trastevere glücklich. Jeder von ihnen hat seine Macken und Massimo bereitet ihnen ihren ganz persönlichen Kaffee, der perfekt zu ihnen passt.
Bis eines Tages Geneviève auftaucht. Oh oh, eine Pariserin in Rom. Wunderschön, anmutig und mit elektrisierenden grünen Augen. Ab diesem Moment ändert sich vieles in Massimos Leben. Er verliebt sich Hals über Kopf in Geneviève. Und für sie macht er sogar unmögliche Dinge, wie zum Beispiel Tee zuzubereiten, denn die Französin trinkt (terribile!) keinen Kaffee.

Massimo ist kein aufreißerischer italienischer Macho und Geneviève keine herablassende französische Diva. Ich möchte nur damit sagen, dass die beiden einfach nicht die entsprechenden Stereotypen bedienen. Und das macht die Handlung sehr interessant aber auch sehr rührend.

Interessant und sehr erwähnenswert finde ich die Tatsache, dass Diego Galdino selber Barista ist und eine Bar in Rom besitzt – allerdings nicht in einem Touristenzentrum wie Trastevere -, in der er den ganzen Tag arbeitet. Mittlerweile hat er vier Bücher geschrieben und veröffentlicht, alle vier Bestseller, nicht nur in Italien. Diese Bestseller hat er vor seinen Schichten in der Bar geschrieben. Ein Beispiel an Organisation und Liebe zu seiner Arbeit als Barista und auch als Schriftsteller!
Für Diego Galdino muss es also eine einfache Sache gewesen sein, über den Alltag eines Baristas mitten in Rom zu schreiben. Ihm ist es aber gelungen, dies unterhaltsam und gefühlvoll darzustellen. Und nicht nur das, oft musste ich lachen beim Lesen mancher Szenen oder Dialoge, vor allem bei denen, in denen sein Angestellter Dario vorkommt.
Und Rom! Oh, schönes Rom! Galdino lässt uns Rom durch die Augen Massimos sehen. Er überzeugt den Leser, dass Rom (und nicht Paris!) die wahre Stadt der Liebe ist. Diese Passagen habe ich besonders gern gelesen.

Massimos Liebe zu Geneviève möchte erwidert werden. Bis zum Ende lässt er nichts ungeschehen, um Geneviève zu überzeugen, dass er der Richtige ist. Leider, vor allem im letzten Drittel des Romans, wird die Handlung etwas kitschig und melodramatisch. Wenn ich das Ende beschreiben soll, erinnert es mich an einen Film von Nicholas Sparks (ich gebe zu, ich habe zwei Filme von ihm gesehen, aber immerhin im Fernsehen und außerdem wurde ich dazu gezwungen!). Ich war also nicht überrascht, als ich in einem Zeitungsartikel gelesen habe, dass Galdinos Held und Vorbild Nicholas Sparks ist.

„Der erste Kaffee am Morgen“ macht Lust auf Rom! Es ist ein liebes Buch mit lieben Charakteren, das man am besten während einer Zugfahrt lesen kann. Wenn es geht natürlich, Richtung Rom…

Thiele Verlag GmbH
Gebundene Ausgabe
320 Seiten
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2014
Preis: EUR 18,00
ISBN: 978-3851792911

Ein Kommentar

  1. Hallo liebe Aba,
    ui…da bekomme ich gleich ein schlechtes Gewissen, weil das Buch musste ich unbedingt haben und nun subbt es schon eine ganze Weil in meinem Regal.
    Liebe Grüße
    Martina

    30. Oktober 2017
    Antworten

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