Blood Magic – Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut von Tessa Gratton

Als Silla kurz nach dem tragischen Tod ihrer Eltern von einem Unbekannten ein mysteriöses Zauberbuch zugeschickt bekommt, welches von ihrem Vater verfasst worden war, ändert sich ihr Leben schlagartig. Denn dieses Buch handelt von Blutmagie und aus Neugier probiert Silla einen einfachen Zauber aus. Erschrocken und verwundert stellt sie dadurch fest, dass sie magisches Blut besitzt und sofort weiht sie ihren Bruder Reese ein. Sie hat jedoch nicht bemerkt, dass sie von ihrem neuen Nachbar- Nicholas- beobachtet worden war und die Blutmagie weckt in Nick unliebsame Erinnerungen an seine wahnsinnige Mutter. So sehr er sich auch vor dieser Magie fürchtet, genauso wenig kann er seine aufsteigenden Gefühle für Silla verleugnen.

Obwohl Silla vorerst von der Magie begeistert ist, muss sie feststellen, dass dieser Zauber nicht nur Blut als Opfer verlangt, sondern viel, viel mehr. Doch da ist es schon zu spät und die übermächtige Hexe, die ihre Eltern auf dem Gewissen hat, wird immer gefährlicher.

Blood Magic – Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut ist ein wirklich typischer Jugendroman und in mancher Hinsicht werden wohl einige Leserinnen sehr angetan von diesem Buch sein, da so einiges Altbewährtes vorkommt. So auch die Liebesgeschichte zwischen Silla und Nick. Allerdings fand ich die nicht wirklich bemerkenswert und außerdem steht die auch eher im Hintergrund in diesem Roman.

Erzählt wird hauptsächlich aus der Sicht von Silla und Nick, es gibt aber auch an den Kapitelanfängen Auszüge aus Josephine Darlys Tagebuch. Diese Seiten fand ich immer am spannendsten, da man zu Beginn noch keine Ahnung hatte wer diese Josephine ist und das Geheimnis erst gegen Ende gelüftet wurde. Ehrlich gesagt, fand ich das auch inhaltlich und stilistisch am besten im ganzen Buch.

Leider konnte ich mich mit der weiblichen Hauptfigur nicht wirklich anfreunden. Silla blieb mir die meiste Zeit über eher fremd und ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen. Das hat auch letzten Endes dazu geführt, dass mich dieser Roman nicht so wirklich begeistern konnte. Sobald die Autorin aus Sillas Sicht schrieb, wurde alles einfach ‚too much‘; Blut hier, Blut da, teilweise ein großer Schuss Kitsch (was die Liebesgeschichte anging) und übertrieben dramatische Metaphern als Krönung des Ganzen.

Nick hingegen mauserte sich zu meinem absoluten Liebling, mit seiner komplizierten Vergangenheit und den zerrütteten Familienverhältnissen. Seine Erinnerungen an seine verrückte Mutter, die wie Rückblenden immer an den passenden Stellen einsetzten, gaben der Geschichte den richtigen Beigeschmack. Wäre das komplette Buch nur aus seiner Sicht geschrieben worden, hätte mir das Ganze sicherlich besser gefallen.

Die Grundidee zum Buch war glücklicherweise mal wieder etwas Neues und Innovatives, sodass es da einen Pluspunkt gab. Auch wenn ich das Blut-Motiv ein wenig zu theatralisch fand, will ich mich da nicht weiter beschweren.

Insgesamt war Tessa Grattons Debütroman gar nicht so schlecht, doch ich denke, dass sich die Autorin sicherlich noch steigern kann. Vor allem hat die missglückte Figur der weiblichen Heldin dem Buch geschadet, aber wer dennoch neugierig auf das Buch ist, kann es ruhig lesen.

cbj Verlag
Übersetzt von Anne Brauner
Gebunden mit Schutzumschlag
448 Seiten
Originaltitel: Blood Magic #1
Originalverlag: Random House, US
Preis: 17,99 € [D]
ISBN: 978-3-570-15286-7
Ab 13 Jahren

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