Schlagwort: Familie

„DDR reloaded“

Ich habe eine Schwäche für Zeitreisen aller Art: als Filme, Bücher oder Ausstellungen. In meiner Fantasie habe ich schon unzählige Zeitreisen unternommen. Besonders solche Zeitreisen, in denen ich mein eigenes Leben ändern und meine Fehler korrigieren kann (am besten indem ich sie ungeschehen mache), mag ich am liebsten.
So eine Zeitreise macht die 14-jährige Alina. Leider ist es nicht ihr eigenes Leben, das sie eventuell verändern kann, sondern das ihrer Mutter: Alina erwacht eines Morgens mitten in der DDR der 80er Jahre in dem Körper ihrer auch 14-jährigen Mutter.
Ein unglaubliches Abenteuer beginnt!

„Hier gibt’s kein Facebook“, das stellt Alina nach dem anfänglichen Schock fest. Unfassbar wie die Leute in der DDR gelebt haben… oder leben mussten.

Ina Rakis „In einem Land vor meiner Zeit“ ist ein wunderbares Jugendbuch, das über das Leben in einem Land erzählt, das Ende der 80er Jahre aufgehört hat zu existieren.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen Roman

Ende gut, alles gut…

…und trotzdem kein gutes Gefühl bei mir hinterlassen…

Als ich erfahren habe, dass der New York Bestseller „The Weird Sisters“ von Eleanor Brown ins Deutsche übersetzt wurde, habe ich mich gefreut, und als ich das gelungene Cover gesehen habe, war für mich schnell klar: Das kann nur ein Lesevergnügen werden! Und ein Lesevergnügen wurde es tatsächlich, schon von Anfang an… aber leider kein Lesevergnügen von Dauer.

„Die Shakespeare Schwestern“ ist der deutsche Titel von Eleanor Browns Erstlingswerk.

Ob „weird“ oder „Shakespeare“, beides beschreibt die drei Schwestern Rosalind, Bianca und Cordelia treffend. Etwas „schräg“ sind sie und absolut „Shakespeare“: Ihr Vater, ein Literaturprofessor und Shakespeare-Spezialist (und -Fanatiker) lebt sein Leben im Zeichen Shakespeares. Nicht nur die Namen der Töchter sind Ausdruck dieser Leidenschaft. In dieser Familie dreht sich alles um Shakespeare.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Nele Lüttjens ist Anfang 30 und lebt seit dreizehneinhalb Jahren in München. Als Großstädterin fühlt sie sich ausgesprochen wohl, trägt schicke Designerkleidung und isst und trinkt nur vom Feinsten. In die heimatliche Lüneburger Heide ist sie in der ganzen Zeit kaum gekommen, hat doch damals ihre große Liebe Karl Küpper statt ihrer die blonde Heidekönigin geküsst.

In die wunderbare Großstadtidylle platzt Neles Opa Herrmann, der ihr dringend etwas erzählen will. Leider verstirbt der über neunzig Jahre alte „Heidjer“ (so heißen die Eingeborenen aus der Lüneburger Heide) noch im Treppenhaus. Schade eigentlich, dass Nele nun nicht weiß, was er ihr unbedingt erzählen wollte. Opa wird ordnungsgemäß im Krematorium in München eingeäschert. Nicht ganz ordnungsgemäß schnappt sich Nele seine sterblichen Überreste und überführt sie persönlich Richtung Norden. Pech nur, dass sie die Asche zwar eingetuppert und mit Adresse versehen hat, aber dann im ICE verschusselt.

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Aus der Sicht der kleinen Schwester

Marion Brasch hat mir mit ihrem Debütroman   „Ab jetzt ist Ruhe“ unglaublich genussvolle Lesestunden beschert.
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes: Es ist die Geschichte einer Familie jüdischer Abstammung in der DDR, aus der Sicht der „kleinen Schwester“ erzählt. Eine Familie, die es nicht ganz so einfach hatte, trotz der Privilegien, die sie genossen hatte, denn der Vater war ein hoch angesehener Funktionär.
Warum diese Familie so war wie sie war, was deren Mitglieder bewegt hat, mit welchen Konflikten sie leben musste und mit welchen Vorurteile sie konfrontiert wurde, erfahren wir in diesem wunderschönen Buch von Marion Brasch.
Aber auch sehr viel Schönes lesen wir, denn nicht alles war negativ, nicht in dieser Familie, auch nicht in der DDR.

Marion Brasch schafft es mit ihrem Erzählstil, dass der Leser in ihre Geschichte eintaucht. Man fühlt mit dieser kleinen Schwester und man kann sich sehr gut ihre Welt vorstellen. Man begleitet sie auf ihrem Weg, der sie immer wieder zu ihrer Familie zurückführt, auch wenn sie sich oft das Gegenteil gewünscht und vorgenommen hat.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Einfach großartig!

„Die psychologische Manipulation ist eine Waffe wie jede andere, nicht mehr und nicht weniger zuverlässig, aber die einzige, die das perfekte Verbrechen ermöglicht“

Die französische Schriftstellerin Hélène Grémillon hat einen grandiosen Roman geschrieben, der zu meinen Highlights, nicht nur in diesem Jahr, zählt: „Das geheime Prinzip der Liebe“ (französischer Originaltitel „Le confident“).

Was veranlasst zwei Frauen, eine Entscheidung entgegen aller Vernunft zu treffen, die ihr Leben komplett verändert? Eine Entscheidung, die sogar Leben zerstören kann… und zwar das Leben von mehreren Menschen!
Das Erste was zerstört wird, ist die Freundschaft dieser zwei Frauen, gerade die Freundschaft, die so stark zu sein schien, dass sie diese Entscheidung möglich machte.

Anonyme Briefe, die Camille regelmäßig bekommt, erzählen diese seltene Geschichte über eine außergewöhnliche und selbstzerstörerische Beziehung zwischen zwei Frauen in den schwierigen 40er Jahren im vom Zweiten Weltkrieg gepeinigten Frankreich. Camille lebt im Paris der 70er Jahre. Sie ist Verlegerin. Während sie die Briefe liest, fragt sie sich die ganze Zeit, ob sie selbst etwas mit der Geschichte dieser Frauen zu tun hat oder ob diese Briefe nur die geschickte Methode eines Schriftstellers sind, um sie auf sein Manuskript aufmerksam zu machen.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Allein wenn man die Dicke von „Wenn du mich brauchst“ sieht, wird schnell klar, dass es sich bei diesem um kein typisches Buch von Jana Frey, wie „Luft zum Frühstück“ oder „Das eiskalte Paradies“ handelt, die mir alle immer sehr gefallen haben. Gemeinsamkeiten zu ihren vorherigen Bücher hat es jedoch durchaus, so schreibt sie auch hier über die Schicksale von Jugendlichen. Wie in den anderen Büchern, könnte diese durchaus eine wahre Geschichte sein.

Die Autorin erzählt nämlich von den beiden 17-jährigen Mädchen Sky und Hannah, die beide in Amerika aufgewachsen sind. Sky lebt mit ihrer verrückten, deutschstämmigen Mutter Rosie und ihrem melancholischen Bruder Moon, der die ganze Zeit schwermütige Gedichte schreibt, in einem windschiefen Haus in Los Angeles, während ihr Vater Leek sich ausgiebigen Affären und seiner Kunst widmet. Hannah dagegen hat zwei Brüder, Vater, Mutter und eine Urgroßmutter namens Esther, die den 2. Weltkrieg und das Konzentrationslager überstanden hat; außerdem ist sie Jüdin.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

Seit „Bevor ich sterbe“ bin ich ein großer Fan der Autorin Jenny Downham. Nach mehreren Jahren Wartezeit ist nun endlich ihr zweiter deutschsprachiger Roman „Ich gegen dich“ im neuen carl’s books Verlag erschienen. Vorab habe ich mir vor allem eines erwartet: von der Geschichte und den Figuren berührt zu werden.

Der Roman erzählt die komplizierte Liebesgeschichte zwischen Mikey und Elli. Denn Ellis Bruder Tom steht unter Verdacht Mikeys Schwester Karyn vergewaltigt zu haben. Und eigentlich ist Mikey, als er erstmals auf Elli trifft, nur darauf aus möglichst viel über Tom herauszufinden, um ihm später eins auszuwischen. Dass er sich dabei erstmals ernsthaft in ein Mädchen verlieben würde, das war nicht geplant.

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