Schlagwort: Roman

Es gibt wohl kaum Bücher, bei denen ich eine größere Sammelleidenschaft entwickle, als bei Büchern über Bücher. Und wer ein wahrer Buchliebhaber ist, der kann diese Leidenschaft bestimmt verstehen. Deshalb war auch schnell klar, dass ich ein Buch mit den Titel „Die Bücherflüsterin“ einfach lesen muss. Genau das habe ich getan und möchte nun ein wenig darüber berichten.

Jasmine hat sich von ihrem Mann getrennt, als herauskam, dass er fremdgegangen ist. Nun ist er mit seiner neuen Freundin zusammen, die gemeinsame Wohnung muss verkauft werden und Jasimes Job ist auch alles andere als stressfrei. Dann bittet sie auch noch ihre Tante darum, für ein paar Wochen ihre Buchhandlung zu übernehmen. Sie selbst muss aufgrund einer Herzoperation weg und ausgerechnet Jasime soll es sein, die sie in dieser Zeit vertritt. Dabei kennt sie sich eigentlich mehr mit Präsentationen aus, als mit Büchern. Oder? Obwohl sie sich dagegen wehrt, scheinen die Bücher einen ungeahnten Einfluss auf sie zu haben. Nach ein paar Tagen in der Buchhandlung verschieben sich immer mehr die Prioritäten und Jasime kann ihr eigentliches Alltagsleben – wenn auch nur zeitweise – ruhen lassen. Eine scheinbar magische Verbindung zur Welt der Bücher und den Menschen, die sich darin befinden, entsteht.

Aktuell Liebesroman Rezensionen Unterhaltungsliteratur

Eine Affäre… ist auch keine Lösung…

Kann man seine Gefühle zu einem Menschen und deren Wirkungen in der Seele besser verstehen, wenn man den Versuch unternimmt, diese rückblickend zu analysieren?
Und wenn zu dieser Analyse gewisse Fakten und Ereignisse gehören, die man nicht von Anfang an kannte, aber die einen beträchtlichen Einfluss auf diese Gefühle, auf die Beziehung insgesamt, ausüben?
Was passiert, wenn man sich gleichermaßen als Verursacher und Opfer des Elends in seinem eigenen Leben wieder entdeckt?
Ist es zu spät, um alles zu ändern, ist es zu spät, um neu anzufangen? Will man, muss man Einsamkeit und Enttäuschung hinnehmen, ertragen, erdulden und einfach weiterleben und alle Entscheidungen vertagen und hoffen, dass aus Lügen Wahrheiten werden, dass Verzweiflung sich in Gewissheit verwandelt, dass Schmerz eine heilende Wirkung erzeugt?

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Sie hatte sieben Knochenbrüche, bevor sie einen einzigen Atemzug tat; achtundsechzig, als sie sechs Jahre alt ist. Denn Willow O’Keefe hat die Glasknochenkrankheit, Osteogenesis imperfecta, und ihre Knochen können beim kleinsten Stoß brechen, sogar wenn sie sich im Schlaf umdreht oder niest. Ihr Leben besteht aus unermüdlich aufeinanderfolgenden Genesungsprozessen, Rückschlägen, Therapien und Operationen, unter denen nicht nur sie leidet, sondern auch ihre Eltern und ihre sieben Jahre ältere Schwester Amelia. Zusätzlich kommt noch die enorme finanzielle Belastung hinzu, die die Familie allmählich nicht mehr tragen kann. Eine Anwältin rät ihnen, ihre Frauenärztin zu verklagen, denn diese hätte schon in der achtzehnten statt in der siebenundzwanzigsten Schwangerschaftswoche Anzeichen der Krankheit auf dem Ultraschallbild erkennen müssen, sodass Charlotte darüber informiert worden wäre. Gewinnen sie den Prozess, bekommen sie Schadensersatz zugesprochen.

Die Klage stürzt jedoch vor allem Willows Mutter Charlotte in einen Gewissenskonflikt: Nicht nur, dass ihre Frauenärztin ihre beste Freundin Piper ist, sondern sie muss vor Gericht aussagen, dass Willow eine ungewollte Geburt war und sie sie abgetrieben hätte, hätte sie von der Krankheit gewusst. Kann sie die Klage tatsächlich bis zum Ende durchziehen, ohne dass die Familie daran zerbricht?

Aktuell Rezensionen Unterhaltungsliteratur

Bücher, in denen es um das menschliche Gedächtnis oder die Erinnerungsfähigkeit geht, scheinen momentan einen kleinen Trend zu erleben. Nur wenige Wochen bevor ich „Forgotten“ von der amerikanischen Autorin Cat Patrick gelesen habe, hatte ich „Ich. darf. nicht. schlafen.“ von S.J. Watson beendet. Auf den ersten Blick, scheinen die Bücher viele Gemeinsamkeiten zu haben. Bis auf den thematischen Grundansatz sind sie sich aber gar nicht besonders ähnlich. Während Watsons Buch ein eher ’sanfter‘ Psychothriller ist, ist „Forgotten“ Liebesgeschichte und Drama (für Jugendliche und Erwachsene) zugleich.

Zunächst bin ich aufgrund des Buchcovers auf diesen Roman aufmerksam geworden, das nachträglich betrachtet auch sehr schön den Konflikt der Handlung darstellt. Die Schmetterlinge muten zwar etwas kitschig an, passen aber gut zur sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte im Buch. Der Ausschnitt von London und der ihres Schattens, den sie mit ihrer Hand berührt, zeigt, dass ihre Vergangenheit für sie im Dunkeln liegt. Seit London etwa 6 Jahre alt war, hat sie keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit, sondern nur an ihre Zukunft. Sie kann sich merken, was am aktuellen Tag passiert ist, vergisst nachts jedoch wieder alles.

Aktuell Jugendbuch Liebesroman Rezensionen Unterhaltungsliteratur

Tamara Goodwin ist ihr Leben lang von ihren reichen Eltern verwöhnt worden. Sie ist den Luxus gewöhnt, mit dem sie von kleinauf überhäuft worden ist: Mit ihren Eltern wohnte sie in einer Villa in Dublin mit sechs Schlafzimmern, einem Privatstrand, einem Tennisplatz, einem Swimmingpool und noch vielem mehr. Doch Tamara nahm alles für selbstverständlich hin, schließlich waren alle ihre Freunde und Bekannten genauso reich. Anstatt dankbar zu sein, war sie unfreundlich, oberflächlich und widersetzte sich ihren Eltern. Nie dachte sie an morgen oder an die Konsequenzen ihrer Handlungen und wen sie mit ihren Worten verletzen könnte – bis ihr Vater unerwartet Selbstmord begeht und ans Licht kommt, dass er bankrott war, sodass das Haus nun der Bank gehört und Tamara und ihre Mutter zu ihren Verwandten aufs Land ziehen müssen.

Dort fühlt sie sich mehr als unwohl: Ihr Onkel Arthur bevorzugt Schnauben statt Worten zur Kommunikation, und ihre Tante Rosaleen lässt sie keine Minute aus den Augen und hält sie von ihrer Mutter fern, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, Tamara rund um die Uhr füttern zu wollen. Was ihre Mutter anbetrifft – diese sitzt lediglich im Schaukelstuhl am Fenster in ihrem Zimmer und antwortet auf Fragen, wenn überhaupt, mit einem ewigen Lächeln und wiederholt mechanisch, dass alles gut werde. Außer Tamara nimmt allerdings niemand den Zustand ihrer Mutter zu Notiz; sie trauere, sagen sie lakonisch. Die meiste Zeit über schläft Tamaras Mutter einfach und Tamara kann nur darüber rätseln, was mit ihr los ist.

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2011 Bücherwoche