Schlagwort: Roman

Bücher, in denen es um das menschliche Gedächtnis oder die Erinnerungsfähigkeit geht, scheinen momentan einen kleinen Trend zu erleben. Nur wenige Wochen bevor ich „Forgotten“ von der amerikanischen Autorin Cat Patrick gelesen habe, hatte ich „Ich. darf. nicht. schlafen.“ von S.J. Watson beendet. Auf den ersten Blick, scheinen die Bücher viele Gemeinsamkeiten zu haben. Bis auf den thematischen Grundansatz sind sie sich aber gar nicht besonders ähnlich. Während Watsons Buch ein eher ’sanfter‘ Psychothriller ist, ist „Forgotten“ Liebesgeschichte und Drama (für Jugendliche und Erwachsene) zugleich.

Zunächst bin ich aufgrund des Buchcovers auf diesen Roman aufmerksam geworden, das nachträglich betrachtet auch sehr schön den Konflikt der Handlung darstellt. Die Schmetterlinge muten zwar etwas kitschig an, passen aber gut zur sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte im Buch. Der Ausschnitt von London und der ihres Schattens, den sie mit ihrer Hand berührt, zeigt, dass ihre Vergangenheit für sie im Dunkeln liegt. Seit London etwa 6 Jahre alt war, hat sie keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit, sondern nur an ihre Zukunft. Sie kann sich merken, was am aktuellen Tag passiert ist, vergisst nachts jedoch wieder alles.

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Tamara Goodwin ist ihr Leben lang von ihren reichen Eltern verwöhnt worden. Sie ist den Luxus gewöhnt, mit dem sie von kleinauf überhäuft worden ist: Mit ihren Eltern wohnte sie in einer Villa in Dublin mit sechs Schlafzimmern, einem Privatstrand, einem Tennisplatz, einem Swimmingpool und noch vielem mehr. Doch Tamara nahm alles für selbstverständlich hin, schließlich waren alle ihre Freunde und Bekannten genauso reich. Anstatt dankbar zu sein, war sie unfreundlich, oberflächlich und widersetzte sich ihren Eltern. Nie dachte sie an morgen oder an die Konsequenzen ihrer Handlungen und wen sie mit ihren Worten verletzen könnte – bis ihr Vater unerwartet Selbstmord begeht und ans Licht kommt, dass er bankrott war, sodass das Haus nun der Bank gehört und Tamara und ihre Mutter zu ihren Verwandten aufs Land ziehen müssen.

Dort fühlt sie sich mehr als unwohl: Ihr Onkel Arthur bevorzugt Schnauben statt Worten zur Kommunikation, und ihre Tante Rosaleen lässt sie keine Minute aus den Augen und hält sie von ihrer Mutter fern, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, Tamara rund um die Uhr füttern zu wollen. Was ihre Mutter anbetrifft – diese sitzt lediglich im Schaukelstuhl am Fenster in ihrem Zimmer und antwortet auf Fragen, wenn überhaupt, mit einem ewigen Lächeln und wiederholt mechanisch, dass alles gut werde. Außer Tamara nimmt allerdings niemand den Zustand ihrer Mutter zu Notiz; sie trauere, sagen sie lakonisch. Die meiste Zeit über schläft Tamaras Mutter einfach und Tamara kann nur darüber rätseln, was mit ihr los ist.

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