Kategorie: Krimi und Thriller

Am Anfang war die Schuld von Jane Shemilt„Am Anfang war die Schuld“ von der britischen Autorin Jane Shemilt ist ein gelungener Roman mit Thrillerelementen. Er erzählt die Geschichte einer scheinbar normalen Familie, bei der beide Elternteile aufgrund ihrer Jobs oft nur wenig Zeit für ihre Kinder haben. Als ihre Tochter eines Abends spurlos verschwindet, beginnt nicht nur eine verzweifelte Suche, sondern die Autorin erschafft ein spannendes Psychogramm einer nicht ganz perfekten Familie.

Aus der Perspektive der Mutter Jenny Malcom kann man als Leser hautnah diese angstvolle Suche miterleben und dabei tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Sehr interessant dabei ist, wie sie sich immer mehr selbst in Frage stellt und sich selbst mit verantwortlich fühlt. Hatte sich ihre Tochter in der letzten Zeit verändert? Und wenn ja, wieso bemerkte sie es erst jetzt? War ihr Job als Ärztin zu zeitraubend, um ihrer Tochter genügend Aufmerksamkeit zu schenken und ist diese aus diesem Grund ganz bewusst verschwunden? Oder wurde sie eventuell doch entführt. Diese und viele weitere quälende Fragen gehen Jenny durch den Kopf. Zugleich gibt sie nicht auf, ehe sie ihre Tochter gefunden hat,niemals.

Jane Shemilt ist es hervorragend gelungen, zugleich die Verhältnisse der Familie in den Mittelpunkt zu rücken und dabei niemals die Spannung zu verlieren. Denn jederzeit lauert der Gedanke an die verschwundene Tochter und was wohl mit ihr passiert sein könnte im Hintergrund. Aus einem scheinbar perfekt organisierten Familienleben ist nun ein Chaos geworden, das sich nicht mehr beseitigen lässt. Auch das Verhältnis der Eltern zueinander leidet unter der Situation. Außerdem wird mehr und mehr klar, dass die Söhne der beiden ebenfalls schon länger nicht mehr zufrieden mit ihrem gemeinsamen Leben sind.

Noch interessanter wird „Am Anfang war die Schuld“ durch die verschiedenen Zeitebenen, in denen die Handlung erzählt wird. Im Wechsel lernt man Janes Leben direkt nach dem Verschwinden ihrer Tochter sowie ein Jahr danach und später kennen. Dieser Wechsel ist der Autorin grandios gelungen und zeigt, wie sehr sich ein Leben innerhalb von so kurzer Zeit verändern kann. Nur eines bleibt: niemals würde Jenny die Suche nach ihrer Tochter aufgeben.

Dieser Roman hat für mich alles, was ein gutes Buch braucht. Spannung und Tiefgang gehen nahtlos miteinander einher und zum Schluss wird man mit einem ganz unerwarteten Ende überrascht, das mich vollkommen überzeugen konnte. Dafür gibt es eine klare Leseempfehlung von mir!

Blanvalet Verlag
Originaltitel: The Daughter
Originalverlag: Penguin, London 2014
Aus dem Englischen von Anja Schäfer
Paperback, Klappenbroschur
448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-0533-2
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50 * (* empf. VK-Preis)
Erscheinungstermin: 27. April 2015

Aktuell Krimi und Thriller Rezensionen

Tödliche OlivenEin guter alter Freund

Um die Olivenöle in meiner Küche „mit allen Sinnen“ zu verkosten, habe ich meine Lektüre von „Tödliche Oliven“, dem vierten Fall um den luxemburgischen Koch Xavier Kieffer, unterbrochen. So neugierig war ich zu erfahren, ob meine Öle so schmecken, wie sie schmecken müssen: pfeffrig, fruchtig, bitter.

Natürlich habe ich immer gewusst, dass Olivenöl nicht gleich Olivenöl ist, aber dass Xavier darüber so wenig wusste wie ich, hat mich begeistert!
Aber nicht nur das hat mich begeistert, auch der spannende Fall, in den Tom Hillenbrand Xavier noch einmal verwickelt hat. Diesmal muss der in Sachen Olivenöl unerfahrene Koch – er ist ja in erster Linie ein Experte in der regionalen Küche seines Landes – mehr in diesem Gebiet lernen, als es ihm lieb ist.

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517dXWKau2LSehr geehrter Herr Kommissar Bröhmann,

ich möchte mich an dieser Stelle als absoluter Fan von Ihnen outen. Ich habe alle Bücher gelesen, in denen Sie als Hauptfigur glänzen (und leiden) und war jedes Mal begeistert.

Klar, nur als Leserin war ich begeistert, aber als Mensch leide ich mit Ihnen und Sie tun mir richtig leid, es ist ja alles kein Zuckerschlecken, was Sie erleben müssen, als Familienvater und als Kriminalhauptkommissar. Ihr Schöpfer, Herr Dietrich Faber, macht es Ihnen aber auch nicht leicht! Zu viel Verantwortung auf einmal, und nicht mal etwas Ruhe und Entspannung gönnt er Ihnen während eines kurzen – und zweifellos wohlverdienten – Urlaubes.

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csm_9783548611174_cover_42402445f1Pippas ganz komplexer Fall

Ich habe gerade den fünften Band um Pippa Bolle gelesen und schon sehne ich mich nach dem nächsten Abenteuer der lieben, charmanten und klugen Hobby-Ermittlerin.

Die Berlinerin Pippa Bolle liebt ihre Heimatstadt, wo sie in einem typischen Mehrfamilienhaus wohnt, zusammen mit ihrer Familie und einer Vielfältigkeit an Nachbarn, die ihr Leben nicht gerade langweilig machen. Trotzdem zieht es Pippa immer wieder in die Ferne. Diesmal fährt sie nach Schottland, wo sie auf eine Hochzeit eingeladen ist. Zu meinem Vergnügen fährt Pippa diesmal nicht allein, ihr sympathischer Bruder Freddy begleitet sie.
Angekommen an der schottischen Küste, sind Pippa und Freddy beeindruckt. Die Landschaft ist überwältigend, die Leute sind aufgeschlossen. Außerdem ist Morris da, der ein besonderes Interesse an Pippa zu haben scheint…

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©Aba
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Hommage à une gardienne parisienne

Würde ich eines Tages das große Glück haben, in Paris zu leben, würde ich mir wünschen, jemanden wie Lucie in der Nähe zu haben, der sich ein bisschen um mich kümmert.
Lucie wohnt und arbeitet in einem vornehmen Haus am Place des Vosges, einer sehr angesagten Adressen in Paris. Lucie ist das Flaggschiff des Hauses und eine der letzten Bastionen einer sterbenden Institution in Frankreich, die Gardienne (ehemals Concierge).

Nach 40 Jahren im selben Beruf entdeckt Lucie neue Fähigkeiten in sich. Nachdem eine Bewohnerin ihres Hauses unter ungeklärten Umständen gestorben ist, fängt sie an, auf eigene Faust zu ermitteln. Sie muss schneller sein als der grimmige, für den Fall zuständige Kommissar Legrand. Denn sie selber hat auch etwas zu vertuschen…

„Die tödliche Tugend der Madame Blandel“ ist das Erstlingswerk von Marie Pellissier. Madame Pellissier ist eine Kennerin von la vie parisienne. Auf jeder Seite ihres Romans spürt man die Liebe für Paris und die Hochachtung für den Beruf der Gardienne. Ihre Lucie ist ein liebenswerter Mensch, die die Sympathie aller, die sie kennen, genießt. Die Ausnahme könnte Kommissar Legrand sein. Früher oder später wird ihm klar, dass Lucie ihm die Show stehlen kann.

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©Aba
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Krimi light statt Cola light

Mittlerweile bin ich ein echter Fan von Heike Abidi.
Sie hat mir schon mit ihren drei Romanen entspannende Lesestunden bereitet, in denen ich Grüblerin es geschafft habe, abzuschalten. Ihre Romane, in denen die Hauptfiguren alles andere als brave Mädchen sind, habe ich sehr gerne gelesen. Immer wieder sorgt Heike Abidi für eine Überraschung und immer wieder fragt sich der Leser, wie sie die Probleme lösen wird, in denen ihre nicht ganz braven Mädchen stecken, und auch bei den Lösungen verbergen sich mit Sicherheit neue Überraschungen.

Für eine weitere Überraschung sorgt neuerdings Heike Abidi: Unter dem Pseudonym Emma Conrad hat sie ein neues Buch veröffentlicht, diesmal (natürlich auch eine Überraschung) ein Kriminalroman. Selbstverständlich musste ich dieses Buch lesen.

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Göttinnensturz_LY_01Tee und Mord im Salzkammergut

Anni Bürkls Heldin Berenike Roither hat einen Teesalon in einem kleinen Ort im österreichischen Salzkammergut. Sie, ursprünglich erfolgreicher Wiener Yuppie, hat praktisch den Voralplern das Teetrinken beigebracht.
Leider wird in Berenikes idyllischer Umgebung viel zu oft gemordet, so dass sie immer mehr Ängste entwickelt hat, zusätzlich zu den unangenehmen Erinnerungen an ihre Vergangenheit.

„Göttinnensturz“ ist Anni Bürkls viertes Buch um Berenike Roither.
Auf die Erscheinung dieses Buches habe ich gespannt gewartet, denn, nachdem ich die drei Vorgänger gelesen hatte, war natürlich mein Interesse daran, wie es mit Berenikes Leben weitergeht, sehr groß.

Wie schon erwähnt, betreibt Berenike einen Teesalon, und Anni Bürkl spart nicht an Details über diesen Aspekt in ihren Geschichten, auch wenn diese Bücher in erster Linie Kriminalromane sind.

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produkt-9183Lieber Cabot Cove als Goose Cove

Fast jeder kennt diese populären US- amerikanischen Detektivfilme, in denen ein lässiger Polizist sogar in den gefährlichsten Situationen einen coolen Spruch parat hat.
Als ich „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ von Joël Dicker gelesen habe, hatte ich 700 Seiten lang das Gefühl, die ganze Zeit vor dem Fernseher zu sitzen.

Der frankophone Schweizer Joël Dicker ist mit diesem Buch über Nacht zum Star geworden, und erhielt sogar den Grand Prix du Roman der Académie Française.
Als dieses Buch ins Deutsche übersetzt wurde, stand für mich fest, dass ich es lesen musste.

Ein junger Best-Seller-Autor mit Schreibblockade sucht Zuflucht und Inspiration im idyllischen Goose Cove im US-Staat New Hampshire, wo sein Mentor, der berühmte Schriftsteller Harry Quebert, in einem großen alten Haus wohnt. Leider endet dieser Besuch mit einem Desaster: Harry landet im Gefängnis wegen eines Mordes, der länger als 30 Jahre in der Vergangenheit liegt. Der junge Schriftsteller wird aus Liebe und Dankbarkeit zu seinem Lehrmeister zum Detektiv.

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9783548610900_coverErmittlerin aus Versehen

Ich habe gerade Pippas viertes Abenteuer zu Ende gelesen und schon kann ich es nicht mehr erwarten, bis der nächste Band erschienen ist.
Ich werde nicht müde davon, über Pippas aufregendes Leben zu lesen. Ich bin sicher, sie selber hätte es etwas gemütlicher, aber wäre sie nicht Opfer ihrer unfreiwillig erlebten Abenteuer, würden wir Pippa-Fans nicht in den Genuss der Lektüre ihrer Bücher kommen.

Frau Auerbach und Frau Keller schreiben im Duett an Pippa Bolles Büchern. Ich kann mir gut vorstellen, dass die beiden Damen sehr gut miteinander harmonieren und auch gut zusammen arbeiten. Das spiegelt sich in ihren Geschichten wider. Vor allem Pippa ist eine Romanfigur, die den beiden Autorinnen sehr gut gelungen ist. Sie ist wirklich sehr liebenswert.
Eine Eigenschaft, die Pippa auszeichnet, ist ihre Fähigkeit (gewollt oder nicht…), zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. In der Regel heißt das: Zufälligerweise stirbt jemand, wenn sie in der Nähe ist, und die örtliche Polizei weiß meistens, ihre Pfiffigkeit zu schätzen.

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Essen und sterben bei Kieffer

Xavier Kieffer freut sich sehr, dieses Jahr endlich, ein Zelt auf dem „Schueberfouer“ (Luxemburgs größtem Volksfest) aufstellen zu dürfen, in dem er seine Köstlichkeiten anbieten darf.
Aber… Xavier wäre nicht Xavier, wenn nicht ein Toter ihm den Spaß verderben würde. Und traditionell hat seine Freundin Valérie auch wieder was damit zu tun…
Ich persönlich begrüße jeden, der in Xaviers Restaurant, in seiner Gegenwart oder kurz nach einem Besuch bei ihm, ermordet wird, denn dieser Mord wird am Ende von ihm garantiert aufgeklärt. Die Beamten der Kriminalpolizei in jedem Land, das an Luxemburg angrenzt, können es nicht besser machen als er. Die Einzige, die darunter leidet, ist Claudine, seine Souschefin, die im Restaurant die ganze Verantwortung übernehmen muss, damit Xavier sich seinem detektivischen Hobby widmet.

Als ich vor ein paar Monaten erfuhr, dass Tom Hillenbrand sich wieder etwas überlegt hat, um Xavier außerhalb der Küche zu beschäftigen, war ich begeistert. Ich bin ein großer Fan von Xavier Kieffer und habe mich gefreut, dass er wieder da ist.

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