Schlagwort: 2012

meine_erste_bis_neunundneunzigste_liebe

„Aufwühlfaktor“

Wie oft habe ich geliebt? Wen habe ich geliebt? Waren es wenige, waren es viele? Aber… wie viele haben mich geliebt? Und was waren das für Lieben?
Solche Fragen (und viele mehr) habe ich mir während der Lektüre von „Meine erste bis neunundneunzigste Liebe“ von Jasna Mittler immer wieder gestellt.

In neunundneunzig kurzen Geschichten erzählt uns Jasna Mittlers Heldin über ihr Liebesleben, über die Suche nach dem „Richtigen“. Daher erlebt der Leser immer wieder schöne aber auch mehr oder weniger böse Überraschungen. Es sind, je nach Art von Liebe -die hängt wiederum von den Erfahrungen ab, die die Protagonistin mit ihrem jeweiligen Objekt der Begierde macht-, lustige, traurige, tiefsinnige, beständige oder flüchtige Geschichten. Dadurch, vor allem wenn der Leser Ähnliches erlebt hat, werden Erinnerungen wach. Ereignisse (nicht nur romantischer Art), von denen man dachte, wären längst vergessen, sind plötzlich wieder präsent.

Aktuell Liebesroman Rezensionen

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„Sie kann keine Wurzeln schlagen“

Für ihre kleine Tochter, die nicht schlafen kann, beschäftigt sich eine junge Mutter mit ihrer eigenen Vergangenheit. Damit ihre Kleine „Wurzeln schlagen“ kann, muss diese Mutter ihre eigenen finden.

Keine Mutter kann es ertragen, wenn das eigene Kind nicht schlafen kann. Die Nächte werden zu einer Bedrohung, die Tage zu einer Herausforderung.
Wie einst Scheherazade fängt eine Mutter an, ihrer kleinen Tochter Nacht für Nacht Geschichten zu erzählen. Die Geschichten ihrer Familie. Diese sollen ihrer kleinen Tochter helfen, Wurzeln zu schlagen, und der Mutter, sich mit ihrer Vergangenheit zu versöhnen.
Eine Frau versucht zu erfahren, wer sie wirklich ist, woher sie wirklich kommt.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Wie im wirklichen Leben!

Als ich auf der letzten Seite von „Willkommen auf Skios“ von Michael Frayn angekam, war mein erster Gedanke: „Schaaade…“.
Dieses Buch war für mich ein großes Vergnügen, das leider von zu kurzer Dauer gewesen und zu schnell zu Ende gegangen ist.
Während ich dieses Buch gelesen habe, fühlte ich mich sehr gut unterhalten, und zwar auf hohem Niveau.
Vom ersten bis zum letzten Kapitel erstreckt sich eine filmreife Handlung, bei der es absolut keinen Platz für Langeweile gibt. „Willkommen auf Skios“ ist eine herrliche Verwechslungskomödie, wie ich sie selten gelesen habe. Das liegt daran, dass Michael Frayn die skurrilsten, verrücktesten und scheinbar unlogischsten Situationen überzeugend beschreibt und die Erklärung der Ursachen für die katastrophalsten Szenen sehr gut fundiert. Am Ende können keine Zweifel entstehen, dass diese Ereignisse, die zu der totalen Konfusion geführt haben (so wie sie im Buch eingetreten ist), sich auch im wirklichen Leben genauso abspielen würden.

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Ungarisches Rezept zum Leben

Würde ich mir eine Freundin wünschen, wäre Elsa unter den Top Ten auf meiner Liste: Sie ist nett, selbstbewusst, sie sieht gut -für ihr Alter sehr gut sogar- und jung aus. Ihr gehört ein gut gehendes Restaurant, sie hat eine schicke Wohnung und ist sehr beliebt in der kleinen Stadt, in der sie lebt.
Wäre sie meine Mutter, wäre ich bestimmt nicht ganz so glücklich: Sie hat einen jüngeren Liebhaber, für den sie wenig empfindet, sie ist launisch und frustriert, was sie immer versucht zu vertuschen, und das macht sie wiederum noch launischer und frustrierter. Aber sie hat auch keine Kinder. Trotzdem könnte ihr Leben so schön sein… so erfüllt…
Warum das nicht so ist, kann man in dem sehr schönen Roman von Marc Fitten „Elsas Küche“ lesen.

Der US-amerikanische Autor lebte jahrelang in Ungarn. Seine bisher veröffentlichen Romane schildern das Leben von nicht mehr jungen Frauen im post-sozialistischen Ungarn. Eine dieser Frauen ist Elsa, eine eigenwillige, moderne und intelligente Frau, die große Pläne mit ihrem Leben und mit ihrem Restaurant hat.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Die Farben und Düfte von Istanbul

Wenn man beim Lesen eines Buches die Augen zumacht, und sich die sich darin befindlichen Orte so lebendig vorstellen kann, dass man sogar die Geräusche hören und die beschriebenen Düfte riechen kann, dann ist das ein Buch, das man nicht so schnell vergessen wird.

„Zimtküsse“ von Deniz Selek ist das Buch, das mich veranlasst hat, eines Morgens sehr früh aufzustehen und zum Wochenendmarkt zu gehen, um frische Zutaten für ein schönes Frühstück alla Turca zu holen.
Und das war eine sehr schöne Nebenwirkung von der Lektüre dieses Jugendbuches, das die Geschichte eines Mädchens zwischen zwei Welten erzählt.
Dieses Mädchen heißt Sahra und ist 14 Jahre alt. Sahra hat eine deutsche Mutter und einen türkischen Vater. Wie jede 14-Jährige hat Sahra kleine und große Probleme. Aber eines Tages passiert etwas, das Sahras Teenager-Leben erschüttert. Von einem Tag zu dem anderen ist nichts mehr so, wie es immer war. Damit Sahra Abstand von all den Problemen nehmen kann, schickt sie der Papa zu seiner Familie in Istanbul, Sahras zweiter Heimat.

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Komplizierter geht es kaum

Della hat ein sehr kompliziertes Leben, seit ihrer Kindheit. Aber ändern möchte sie es auch nicht. Diesem komplizierten Leben verdankt sie ihren Erfolg, zwar ist das für ihre Familie nur ein bescheidener Erfolg, aber immerhin trägt sie zum Budget bei. Kompliziert ist ihr Leben, weil sie nicht nur ein Leben führt, wie jeder normale Mensch, sondern mehrere: Je nach Einsatz schlüpft sie in die entsprechende Identität, die ihr es ermöglicht, ihren Beitrag für die Haushaltskasse zu verdienen.
Della lernen wir in „Die schönsten Dinge“ von Toni Jordan, dann in ihrer Rolle als Ella, Evolutionsbiologin, kennen. Die Rolle, die ihr endlich zum großen Durchbruch in ihrer Karriere verhelfen soll. Dellas, also in diesem Fall Ellas, großes Ziel ist, Daniel Metcalf, Millionär (zum Glück jung und attraktiv), zu überzeugen, ihr Projekt „Tasmanischer Tiger“ zu finanzieren. Sie muss nur ihre Rolle als erfahrene Evolutionsbiologin meisterhaft spielen, und da der tasmanische Tiger schon längst ausgestorben ist, wäre es nicht schlecht, ihn auch zum Leben zu erwecken…

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Liebe Teilnehmer der Jugendbuch Challenge,

wenn ihr gern Zeitreisen mögt und dramatische Geschichten liebt, dann dürfte euch „Sturz in die Zeit“ von Julie Cross definitiv gefallen. In diesem ersten Band einer Zeitreise-Trilogie für Jugendliche und junge Erwachsene geht es wirklich spannend zu. Kann man das Leben einer Freundin retten, indem man in der Zeit zurück reist und dort etwas verändert? Jackson Meyer – 19 Jahre alt – muss es in diesem Buch herausfinden, wenn er seine Freundin Holly zurückolen möchte. Die Autorin Julie Cross wurde in Heidelberg geboren und lebt heute in Illinois.

Anzahl der Rezensionsexemplare: 5

Nicht weniger spannend und aufregend geht es im Jugendthriller „Slide – Durch die Augen eines Mörders“ von der US-amerikanischen Autorin Jill Hathaway zu. Wie wäre es wohl, wenn man an Narkolepsie leidet und jedes Mal, wenn man plötzlich einschläft, auch noch die eigene Seele in den Körper eines anderen schlüpft. Das kann je nach Person natürlich ganz unterschiedliche Folgen haben, beeinflussen kann man deren Taten aber sowieso nicht. Wie schrecklich muss es also sein, wann man auf einmal in der Haut eines Mörders steckt? Genau das passiert der 16-jährigen Vee in diesem Buch. Eine packende Story – von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd!

Anzahl der Rezensionsexemplare: 5

Zum Ablauf:

Wenn ihr Interesse an einem der Bücher habt, schreibt mir eine Mail an Daniela.Moehrke@buchbegegnungen.de mit eurer Adresse. Schickt außerdem noch mal den Link zu eurem Blog mit. Sollten mehr von euch Interesse an den Büchern haben, als ich vergeben kann, suche ich entsprechend der Anzahl der Exemplare die Blogs aus. Es lohnt sich natürlich auch die Bücher zu kaufen :-) Diejenigen, die ein Buch bekommen, werden von mir benachrichtigt und sollten dazu innerhalb von etwa 4 Wochen nach Erhalt eine Rezension auf ihrem Blog veröffentlichen und mir den Link zukommen lassen. Ob als Kommentar unter einem der Beiträge zur Jugendbuch Challenge oder per Mail ist egal. Für diese Bücher könnt ihr euch bis einschließlich 02.10. melden.

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Die oben vorgestellten Bücher können ausschließlich an Teilnehmer der Jugendbuch Challenge 2012 vergeben werden. Ihr seid noch nicht dabei und möchtet ernsthaft mitmachen? Dann lest euch gleich hier die Regeln durch und meldet euch an!

 

Aktuell Challenges

Dies ist eine Gastrezension von Maren (12) – vielen Dank!

Ein Fund, eine Reise durch die Zeit und das Leben steht auf dem Spiel.

Wie immer denkt sich die 17-jährige Caitlin, Cat genannt, nichts dabei, als sie sich den Halsreifen um den Hals bindet. Was soll denn dabei schon schiefgehen? Aber ein Zauberspruch auf einem alten, zerfetzten Stück Leder, das sie zufällig findet, kann alles ändern…
Plötzlich befindet sie sich auf einem ihr unbekannten Marktplatz mitten bei einer Hexenverbrennung. Was sie erlebt, kann sie einfach gar nicht wahrhaben. Aber es ist wahr. Sie ist im 17. Jahrhundert gelandet und muss einer Hexenverbrennung beiwohnen. Nicht genug, dass sie dabei zugucken muss, wie unschuldige Menschen ermordet werden, sie weiß auch nicht, wie sie zurückkommen soll.

Als Junge verkleidet macht sie sich dann auf den Weg, um nach der Lösung für ihr Problem zu suchen. Aber das ist nicht ganz so einfach, denn dann lernt sie die gleichaltrige Dorothea kennen, die ein Geheimnis hat, vor dem sich Cat hüten muss. Offensichtlich verbindet dieses Geheimnis die beiden Mädchen. Außerdem würde das auch alles schneller gehen, wenn der Kupferreif um ihren Hals nicht immer enger werden und er ihr nicht die Luft rauben würde.

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Zimtzuckersüß

Ich bin hartnäckige Teetrinkerin.
Während ich aber ein bestimmtes Buch gelesen habe, hatte ich immer wieder das seltene Bedürfnis, einen Cappuccino zu trinken. Dieser Cappuccino musste unbedingt ein Zimtzuckerherz auf dem Schaum haben.
Der Grund für ein solches Verlangen hat einen Namen: „Zimtzuckerherz“ von Heike Abidi. Ein zimtzuckersüßes Buch, das mich ein ganzes Wochenende unterhalten hat. Die Heldin dieser Geschichte ist eine Buchautorin. Ihr Erfolg als solche ist garantiert, denn sie ist eine bekannte Journalistin, die regelmäßig Artikel für eine Zeitung schreibt. Und sie ist beliebt!

Aber die ganze Sache hat einen Haken – diese Autorin führt sozusagen, ein Doppelleben: Ihre Artikel und Bücher über Ordnung im Büro erscheinen unter dem Pseudonym „Vera Kroemer“, und dahinter steckt nicht die Ordnung in Person, sondern Veronika Kramer, Chaotin aus Leidenschaft und Kaffeejunkie, die nur darin Expertin ist, in Fettnäpfchen zu treten. Veronika ist aber eine liebenswerte Person, die mit der ständigen Angst lebt, enttarnt zu werden und dadurch ihre Fans zu enttäuschen. Schließlich verdient sie mit ihrem Erfolg als Vera Kroemer ihre Brötchen und finanziert sich auch dadurch ihre Koffeinsucht.

Eine schöne Idee, aus der man eine schöne Geschichte machen kann. Und genau das hat Heike Abidi geschafft: Eine schöne Geschichte zu schreiben, bei der man einfach gute Laune bekommt.

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„DDR reloaded“

Ich habe eine Schwäche für Zeitreisen aller Art: als Filme, Bücher oder Ausstellungen. In meiner Fantasie habe ich schon unzählige Zeitreisen unternommen. Besonders solche Zeitreisen, in denen ich mein eigenes Leben ändern und meine Fehler korrigieren kann (am besten indem ich sie ungeschehen mache), mag ich am liebsten.
So eine Zeitreise macht die 14-jährige Alina. Leider ist es nicht ihr eigenes Leben, das sie eventuell verändern kann, sondern das ihrer Mutter: Alina erwacht eines Morgens mitten in der DDR der 80er Jahre in dem Körper ihrer auch 14-jährigen Mutter.
Ein unglaubliches Abenteuer beginnt!

„Hier gibt’s kein Facebook“, das stellt Alina nach dem anfänglichen Schock fest. Unfassbar wie die Leute in der DDR gelebt haben… oder leben mussten.

Ina Rakis „In einem Land vor meiner Zeit“ ist ein wunderbares Jugendbuch, das über das Leben in einem Land erzählt, das Ende der 80er Jahre aufgehört hat zu existieren.

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