Schlagwort: 2014

9783862200528_cover„…NEUES GESETZ KLAMMER AUF GORBATSCHOW KLAMMER ZU AB MORGEN…“

Wenn man im Leben so viele Abenteuer erlebt hat, obwohl man noch jung ist, lohnt es sich, einen Roman darüber zu schreiben.
Alexandra Friedmann hat mit „Besserland“ über ein Familienabenteuer geschrieben, das auch ihr eigenes war.

Die kleine Alexandra und ihre Familie leben in Weißrussland Ende der 80er Jahre. Die Mitglieder dieser Familie mit jüdischen Wurzeln gehen wie alle anständigen Bürger der Sowjetunion ihren Pflichten nach. Die Perestroika aber ändert ihr Leben und weckt in ihnen die Lust auszuwandern.
Alexandra Friedmann erzählt uns die Geschichte einer richtigen Odyssee, die Geschichte, wie sie und ihre Familie eine neue Heimat gefunden haben.

Aktuell Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

10502005_282774611907463_7425146526105139053_nFräulein Franzen und ihr Held

Jeder Mensch hat ein Geheimnis. Manche Menschen haben harmlose Geheimnisse, andere haben weniger harmlose. Die Gründe, etwas geheim zu halten, sind sehr verschieden. Fräulein Franzen, zum Beispiel, würde niemandem verraten, wie sie ihre Freizeit verbringt. Sie hat nämlich ein sehr schräges Hobby: Sie antwortet auf Kontaktanzeigen. Dabei trifft sie nie die entsprechenden Kandidaten persönlich, sondern beobachtet sie nur… aus der Ferne.
Als sie eines Tages schwer verletzt in ihrer Wohnung gefunden wird, wittert der ermittelnde Kommissar Schröder eine mehr als interessante Geschichte, als er unzählige Ordner mit Kopien der zwielichtigen Korrespondenz findet.

Fräulein Franzen und Kommissar Schröder sind die Hauptcharaktere in Anne Rüffers Debütroman „Fräulein Franzen besucht das Glück“.

Frau Rüffer hat mich sehr mit ihrem Schreibstil beeindruckt und ihre Figuren haben mich gleichermaßen unterhalten und berührt. Beim Gestalten ihrer Figuren beweist Frau Rüffer Feingefühl und Menschenkenntnis. Fräulein Franzen, eine steife, unzugängliche Dame in den mittleren Jahren überrascht mit ihrer Vergangenheit; und mit seiner Entwicklung vom frustrierten, fast närrischen, aber hartnäckigen und neugierigen Polizisten zum absoluten Helden der Geschichte, hat Kommissar Schröder mein Herz erobert.
Auch der Aufbau des Romans hat mir sehr gut gefallen. Durch seine Nichtlinearität entsteht eine Spannung, die den Leser treibt, weiterlesen zu wollen, um immer wieder erstaunliche Erkenntnisse zu gewinnen, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

„Fräulein Franzen besucht das Glück“ ist ein bewegender Roman, bei dem es deutlich wird, dass nicht jeder jederzeit seines Glückes Schmied ist, sondern dass Glück auch reine Glückssache sein kann, wenn einem der richtige Held zufällig über den Weg läuft.

Es war für mich ein großes Vergnügen, Anne Rüffer und ihren Roman kennenzulernen!

LangenMüller
Gebundene Ausgabe
272 Seiten
Erscheinungsdatum: 13. August 2014
Preis: EUR 18,99
ISBN: 978-3784433592

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

9783352008474Ein erschütterndes Geheimnis

Denkt man an das 19. Jahrhundert, denkt man oft zwangsläufig an idyllische Zeiten, an auf glamourösen Alleen flanierende distinguierte Menschen, und romantische Liebesgeschichten. Meistens vergisst man die andere Seite der Medaille: die Armut, die in den florierenden Städten herrschte, und von der die obere Schicht profitierte.
Das beste Beispiel für dieses im 19. Jahrhundert weit verbreitete System ist die Industrie.

In ihrem beindruckenden Roman „Leonore und ihre Töchter“ spielt eine für die Zeit typische Fabrik eine wichtige Rolle. In Ratingen, in der Nähe von Düsseldorf, stand die „Baumwollspinnerei Cromford“, die das Leben der Figuren in diesem Roman bestimmt hat.
„Leonore und ihre Töchter“ ist eine bewegende Familiengeschichte. Gina Mayer erzählt uns darin über ein erschütterndes Geheimnis, das sich fast ein Jahrhundert lang wie ein roter Faden in der Geschichte der Familie eines Düsseldorfer Tuchhändlers zieht.

Aktuell historischer Roman Rezensionen Roman

9783455170092Einmal Fogas, immer Fogas

Wer auf die glorreiche Idee kommt, in der idyllischen Gemeinde von Fogas mitten in den Pyrenäen Urlaub zu machen, wird mit Sicherheit etwas erleben… wer aber es wagt, dorthin seinen Wohnsitz zu verlegen, kann sich auf was gefasst machen. Denn die Einwohner von Fogas bilden eine eingeschworene Gemeinschaft, und Fremde, die zu ihnen gehören möchten, müssen sich erst seinen Platz darin verdienen.
Die Engländer Paul und Lorna und der Pariser Fabian wissen ganz genau, was das bedeutet. Persistenz und Durchhaltevermögen sind notwendig, um die Akzeptanz und das Vertrauen der Bewohner der kleinen Gemeinschaft zu gewinnen. Aber es lohnt sich. Dadurch wird man ein Teil einer großen Familie.

Aktuell Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

csm_9783548611174_cover_42402445f1Pippas ganz komplexer Fall

Ich habe gerade den fünften Band um Pippa Bolle gelesen und schon sehne ich mich nach dem nächsten Abenteuer der lieben, charmanten und klugen Hobby-Ermittlerin.

Die Berlinerin Pippa Bolle liebt ihre Heimatstadt, wo sie in einem typischen Mehrfamilienhaus wohnt, zusammen mit ihrer Familie und einer Vielfältigkeit an Nachbarn, die ihr Leben nicht gerade langweilig machen. Trotzdem zieht es Pippa immer wieder in die Ferne. Diesmal fährt sie nach Schottland, wo sie auf eine Hochzeit eingeladen ist. Zu meinem Vergnügen fährt Pippa diesmal nicht allein, ihr sympathischer Bruder Freddy begleitet sie.
Angekommen an der schottischen Küste, sind Pippa und Freddy beeindruckt. Die Landschaft ist überwältigend, die Leute sind aufgeschlossen. Außerdem ist Morris da, der ein besonderes Interesse an Pippa zu haben scheint…

Aktuell Krimi und Thriller Rezensionen Unterhaltungsliteratur

9783716027158Die Suche nach der Wahrheit

Es passiert mir nicht so oft, dass ich an ein Buch noch lange nach dem Lesen denken muss. Manchmal weil mich die Figuren berührt oder weil sie mich mit ihrem Handeln erstaunt oder gar schockiert haben. Letztendlich sind es die Autoren dieser Bücher, die diese Wirkung auf mich erzielen, denn sie sind diejenigen, die ihren Figuren das Leben geschenkt und sie mit den Eigenschaften ausgestattet haben, die Sympathien oder Abneigungen in mir erzeugen.

Die Buchautorin Pia Ziefle besitzt diese Fähigkeit, Gefühle beim Leser hervorzurufen. In ihrem neuen Roman „Länger als sonst ist nicht für immer“ erzählt sie uns wieder eine Geschichte um Menschen auf der Suche nach Antworten auf wichtige Fragen, die ihre Identität betreffen. Zu wissen, wer man ist, woher man kommt und vor allem, sich von der Akzeptanz und der Liebe der eigenen Eltern sicher zu sein, ist etwas, das alle von uns beschäftigt. Manche mehr, manche weniger.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

433_75456_147513_xxlKein märchenhaftes Märchen

Für Bücherliebhaber sind gerade solche Romane, in denen Bücher eine wichtige Rolle spielen, besonders interessant. Man möchte immer gerne über andere Menschen lesen, die diese eigenwillige Liebe teilen, die Liebe zu Büchern.
In „Ein Buchladen zum Verlieben“ erzählt Katarina Bivald eine Geschichte, in der sich zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen, die auf zwei verschiedenen Kontinenten leben, eine außergewöhnliche Freundschaft entwickelt, die mit einem einfachen Büchertausch angefangen hat.

Die Schwedin Sara und die US-Amerikanerin Amy haben sich noch nie gesehen. Sie schreiben sich Briefe, keine E-Mails, und sie tauschen Bücher. Eines Tages lädt Amy Sara ein, Urlaub bei ihr zu machen. Sara nimmt die Einladung an, ohne zu ahnen, dass die Überraschungen und Abenteuer, die in Amys Heimat auf sie warten, viel größer sind, als sie gewollt hätte und nicht immer ihren Vorstellungen und Erwartungen entsprechen.

Aktuell Liebesroman Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

51R+ypFxeiLKein Voyeur, nur ein unsichtbarer Freund…

Ich finde es immer schön, wenn ich ein Buch lese, dessen Hauptfigur nicht nur sympathisch auf mich wirkt, sondern auch eine ist, mit der ich mich identifizieren kann. Richtig interessant aber wird es, wenn diese Figur sich durch ein Verhalten auszeichnet, das nicht unbedingt den moralischen Vorstellungen der Gesellschaft entspricht, oder sogar kriminelle Züge aufweist.

Und so erging es mir mit Mr Heming, einem angesehenen Makler in einer kleinen englischen Stadt. Angesehen, höflich und hilfsbereit. Andererseits spießig und mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Aus meiner Sicht aber einfach nur ein Schnüffler: Von jedem Objekt, das er erfolgreich vermittelt, behält er einen Schlüssel, um immer wieder „nach dem Rechten zu schauen“, selbstverständlich nur, wenn die Besitzer nicht da sind, und als eine Art „Freundschaftsdienst“. Eigentlich nicht schlecht, dachte ich mir, freien Zugang zu fremden Wohnungen zu haben, sehen, wie andere leben. Das verleiht eine gewisse Macht… Mr Heming findet den zusätzlichen Kick aufregend, und für ihn ist die Gefahr, vielleicht eines Tages doch entdeckt zu werden, so eine Art Herausforderung. Und das wiederum macht die Lektüre von „Die seltsame Berufung des Mr Heming“ von Phil Hogan zu einem spannenden und fesselnden Erlebnis.

Mr Heming ist alles andre als ein sympathischer Charakter. Trotzdem habe ich ihm gewünscht, dass er weiterhin in seinem Tun unentdeckt bleibt, denn nur so konnte ich zusammen mit ihm in fremde Wohnungen spazieren und Wendungen in der Geschichte miterleben, die alles für ihn komplizierter gemacht haben.

„Die seltsame Berufung des Mr Heming“ ist englische Literatur, wie sie mir gefällt: schräg und gleichzeitig anspruchsvoll. Dazu kommt, dass das Thema „Schnüffler“ etwas ganz Neues für mich war, und dadurch etwas, das mich sehr neugierig gemacht hat. Enttäuscht wurde ich beim Lesen nicht! Ganz im Gegenteil. Der Autor hat aus diesem Stoff eine Tragikomödie und ein echtes Psychodrama gemacht, das meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat!

Kein & Aber
Gebundene Ausgabe
367 Seiten
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2014
Preis: EUR 19,90
ISBN: 978-3036957043

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

978-3-552-06257-3_2145712185-66Ein sympathischer Versager

Daniel Glattauer schreibt unvergessliche und berührende Geschichten, mit Figuren, die wissen, wie sie sich langsam aber sicher in das Herz des Lesers einnisten. Mit Gerold Plassek, einem alkoholabhängigen und mittelmäßigen Journalisten ohne Ambitionen, ist ihm mal wieder eine Figur gelungen, die an Liebenswürdigkeit und schrägem Charme kaum zu übertreffen ist.
Gerold Plassek ist der eigenbrötlerische Held von Glattauers neuestem Roman „Geschenkt“.

In „Geschenkt“ wird die Geschichte eines Wunders erzählt. In Wien verschenkt ein anonymer Spender 10.000 € an ein Obdachlosenheim, nachdem Plassek darüber berichtet hat. Für Plassek, der sich als Versager in allen Bereichen seines Lebens betrachtet, ist das ein kleiner Erfolg in seinem bedeutungslosen Dasein. Außer dem Alkohol gibt es kaum etwas, das ihn motiviert. Trotzdem gibt es ein paar Menschen in seiner persönlichen Umgebung, die für ihn wichtig sind, aber die Beziehungen, die er zu ihnen pflegt, kann man nicht einmal als solche bezeichnen. Erst im Zusammenhang mit dieser mysteriösen Spende ändert sich das.

Auch wenn es sich etwas schnulzig anhören könnte, ist dieser Roman alles andere als das. Ohne an Herzlichkeit zu verlieren, sprühen Plasseks Gedanken und auch oft die Dialoge im Buch vor Ironie und Selbstspott. Gerade die Tatsache, dass Plassek immer versucht, niemanden zu verletzen und diese Bissigkeit im Grunde nur gegen sich selbst richtet, macht ihn sehr sympathisch.

Wie kann der Leser einen Alkoholiker und Versager, einen Mann, der im nüchternen Zustand kaum fähig ist, menschliche Beziehungen aufzubauen und zu erhalten, am Ende ins Herz schließen?
Das schafft Glattauer.

„Geschenkt“ ist eine wunderbare Geschichte. Mit viel Herz und Humor hat Glattauer eine Figur geschaffen, die definitiv ein Publikumsliebling werden kann, einen Held in einem Märchen, das nichtsdestoweniger lebensnah bleibt.

Absolut empfehlenswert!

Deuticke
Gebundene Ausgabe
336 Seiten
Erscheinungsdatum: 25. August 2014
Preis: EUR 19,90
ISBN: 978-355206257

Aktuell Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

978-3-552-06255-9_2145712123-48„Stolz bin ich nicht auf mich.
Aber ich verstehe mich.“

Eine Zugfahrt ist fast immer eine schöne Sache. Wenn alles gut klappt, sitzt man am Fenster, am besten ohne Sitznachbarn, man hat ein Buch auf dem Schoß und in den Lesepausen kann man nachdenken oder die Landschaft beobachten. Man kann Lebenspläne entwerfen und wieder verwerfen, oder einfach die Augen schließen, träumen, man kann sogar ein ganzes Leben Revue passieren lassen. Es kann sein, dass beim Lesen einer bestimmten Passage in einem Buch alte Erinnerungen hochkommen, oder ganz neue Gedanken zu alten Themen. Oder man erkennt in einem Fahrgast ein Gesicht wieder, das in einem längst erlöschte Gefühle neu belebt, oder ein losgewordenes schlechtes Gewissen wieder mit sich bringt.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman