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Unbeugsame Frauen

Die Schriftstellerin Katja Maybach hat mit ihrem neuesten Roman „Die Stunde unserer Mütter“ eine Geschichte über eine große Freundschaft zwischen zwei Frauen und ihren jeweiligen Töchtern geschrieben, die mich tief berührt hat. Zwei Frauen, so mutig und aufrichtig, dass man einen großen Respekt für sie empfinden muss.

Mitten im Zweiten Weltkrieg sehen sich Maria und ihre Schwägerin Vivien dazu gezwungen, zusammen zu leben. Sie bewältigen den Alltag in den schwierigen Zeiten und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen, obwohl sie es alles andere als einfach haben: Marias Mann, wie fast jeder andere Mann im Deutschland der 40er Jahre, kämpft an der Front, und Viviens Mann riskiert sein Leben, indem er Juden versteckt.
Maria und ihre Tochter Anna, und Vivien und ihre Tochter Antonia sind charakterstarke Romanfiguren, an die ich lange denken werde. Den Nationalsozialismus nehmen sie nicht als selbstverständlich hin und das Konzentrationslager, das praktisch vor ihrer Tür liegt, ignorieren sie nicht, wie es sonst Millionen Deutsche getan haben.

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Eine Geschichte, die nicht zu Ende gehen soll

Die Osmanen waren dafür bekannt, dass sie alles andere als geizig waren. Am Essen vor allem haben sie nicht gespart, aus der einfachsten Mahlzeit haben sie ein Fest gemacht. Von ihren Köchen haben die Sultane alles und noch mehr verlangt. Das Beste vom Besten war für sie nicht gut genug. Um den Ansprüchen des Sultans gerecht zu werden und die Produktion gigantischer Mengen von Speisen zu garantieren – 4000 Serailbewohner mussten satt zu kriegen sein -, hatte die Residenz des Sultans, der Topkapı-Palast, mehrere Küchen und hunderte von Köchen. Allein dem Sultan standen 32 unterschiedliche Gerichte pro Mahlzeit zu.

Eines Tages kommt ein Mann in die Palastküchen. Mit seinen Kochkünsten verschafft er sich spielend leicht Zugang zu diesen heiligen Räumen. In kürzester Zeit gelingt ihm etwas, worauf andere ein ganzes Leben lang hinarbeiten müssen: für den Sultan persönlich zu kochen.
Allerdings verfolgt dieser Mann ein ganz anderes Ziel, als nur für den Monarch kochen zu dürfen.
Wer ist dieser begabte Küchenmeister und was sind seine Pläne?

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Das Herz am rechten Fleck

Während ich die letzten Seiten von „Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman“ lese, dem neuesten Roman von der Österreicherin Petra Piuk, wird im Fernsehen das Ergebnis der Parlamentswahlen in dem Heimatland der Autorin bekannt gegeben. Das, was gesendet wird, bildet eine passende Kulisse für dieses Buch und untermalt meine Lektüre in einer entsprechenden Form.

Ein österreichischer Heimatroman! Was stellt man sich darunter vor? Idyllische Landschaften – meistens grüne und saftige Berge im Sonnenschein -, schöne und liebliche Frauen, Männer, die noch diesen Namen verdienen, Volksmusik und Liebe, ganz viel Liebe.

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Alptraumlandschaft Altersheim

Es ist vorbei… schade. Ab jetzt werde ich mir nur vorstellen können, wie es mit den alten finnischen Damen weitergeht, denn „Sherry für drei alte Damen oder Wer macht das Licht aus?“ ist der letzte Teil der Trilogie um die über 90 Jahre alte Siiri und ihre Freundinnen, die Bewohnerinnen der alptraumhaften Seniorenresidenz „Abendhein“.
Minna Lindgren hat mit diesem dritten Teil das beste Buch der Trilogie geschrieben, einen rundum zufriedenstellenden Abschluss, bei dem ich wenig zu meckern hatte.

Drei Folgen lang haben Siiri, Irma und Anna-Liisa unter der Unfähigkeit des für sie zuständigen Pflegepersonals, der Korruption der Geschäftsführung und der Untätigkeit der Behörden gelitten. Nachdem die Renovierungsarbeiten in „Abendhein“ abgeschlossen wurden, durften sie ihre Wohnungen wieder beziehen. Sie leben jetzt in einer hochmodernen Einrichtung, voll automatisiert, und in der die Computer das Sagen haben und die Arbeit erledigen, die vorher Menschen getätigt haben.

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Cathys Museum

Eine Engländerin hat einen Roman geschrieben, den ich als außergewöhnlichen Berlin-Roman bezeichnen würde, und den ich bestimmt sehr lange in Erinnerung behalten werde.
„Museum der Erinnerung „ heißt dieses Buch, bei dem ich eine starke Sehnsucht nach Berlin gespürt habe. Als Kulisse für ihre Geschichte hat Anna Stothard das Berliner Museum für Naturkunde gewählt. Aus meiner Sicht eine geniale Entscheidung, denn diese monumentale Einrichtung bietet die perfekte Bühne für die dramatische Handlung in diesem Roman. Nicht nur die Dimensionen des Gebäudes sondern die Art von Exponaten, die darin ausgestellt werden und die Beschaffenheit der Räumlichkeiten – einer klassischen naturkundlichen Sammlung – bilden die perfekte Szenerie für eine spannende Entwicklung.

Aktuell Gegenwartsliteratur Roman

Großartig!

Es gibt Bücher, die mich von der ersten Seite an tief berühren und mich während des Lesens Tag und Nacht beschäftigen, weil meine Gedanken sich um die Figuren und deren Schicksale drehen. Das war der Fall bei „Das Leben wartet nicht“ von dem italienischen Autor Marco Balzano.
Dieser Roman ist die Geschichte von Ninetto, einem Mann, der bereits als Kind versucht hat, sein eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen und in die von ihm gewünschte Richtung zu steuern.

In „Das Leben wartet nicht“ kann man lesen, ob es Ninetto gelungen ist, über den Lauf seines Lebens zu bestimmen.
Der erste Schritt weg von dem Elend, in dem Ninetto im Süden Italiens gelebt hat, unternimmt er bereits mit 11 Jahren. Er wandert Richtung Norden, bis nach Mailand, dem italienischen Mekka, dem begehrten Ziel der Immigranten innerhalb des Italiens der 60er Jahre.

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Ganz nach meinem Geschmack!

Eva Thorvald hinterlässt bei jedem Menschen, der ihr begegnet, einen bleibenden Eindruck, sogar bei flüchtigen Begegnungen. Das liegt daran, dass sie eine gewisse, schwer zu deutende Ausstrahlung hat, der man sich nicht entziehen kann.

J. Ryan Stradal hat die Figur von Eva Thorvald kreiert und hat die Menschen, die sie im Laufe ihres Lebens bewusst oder unbewusst beeinflusst hat, in seinem Debütroman „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ zu Wort kommen lassen.
Jede ihrer Geschichten beinhaltet einen direkten oder indirekten Blick auf Eva. Es sind Erfolgs- oder Versagensgeschichten, und in allen spielt sie eine Rolle. Indem diese Menschen über ihre Leben berichten, erzählen sie auch über Evas Leben. Ihre Person wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, und genau das ist das Besondere und Spannende an diesem Roman.

Viele Perspektiven, viele Schicksale und eine Gemeinsamkeit in Form einer Person: Eva Thorvald.
„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ ist ein Buch ganz nach meinem Geschmack: Charismatische Figuren, die sich tief in das Herz des Lesers einnisten, um lange da zu verweilen, eine interessante Handlung mit einem unerwarteten Ende und ein Schreibstil, der mit jeder Seite besser wird.

„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ ist eine schöne und warme Geschichte voll mit Überraschungen, an die ich sehr lange denken werde. Mehr kann man von einem Buch eigentlich nicht erwarten.

Diogenes
Gebundene Ausgabe
432 Seiten
Erscheinungsdatum: 24. August 2016
Preis: EUR 24,00
ISBN: 978-3257069754

Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Der Retter in der Not

Geld musste man im viktorianischen England haben. Lang schlafen, Zeit zum Lesen ohne Ende, Tee trinken am Nachmittag, jeden Tag eine neue Kuchensorte, sich für jede Mahlzeit neu ankleiden, aber vor allem nicht arbeiten müssen!
Emily Fox-Seton, die Heldin aus Frances Hodgson Burnetts Roman „Die Liebenden von Palstrey Manor“ hat so ein Glück im Leben nicht. Die verarmte und verwaiste Adelige muss ihren Lebensunterhalt selber bestreiten, bekommt keine Hilfe beim Anziehen, belegt ihre Sandwichs selber und trinkt ihren Tee allein. In einer Zeit und in einer Gesellschaftsschicht, in denen Mütter ihre Töchter verheirateten, um der Familie finanzielle Sicherheit zu garantieren, und junge und gesunde Männer niemals auf die Idee gekommen wären, dass Arbeit die beste Lösung gegen Armut ist, bildet Emily die absolute Ausnahme. Und genau das ist am Ende ihr Glück: Der reiche und steife Witwer Lord Walderhurst findet Gefallen an diese Kämpferin.

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Mafiöse Zustände

Als ich schon dachte, schlimmer könnte es für die drei 90-jährigen Siiri, Irma und Anna-Liisa nicht werden, wurde in der Tat das Leben in der Seniorenresidenz Abendheim zum absoluten Alptraum: Eine umfangreiche Renovierung des Gebäudes macht einen Aufenthalt auf längere Sicht einfach unmöglich. Die älteren Damen überlegen also, ob es nicht sinnvoll wäre zu flüchten. Aber wohin?

„Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?“ von der finnischen Schriftstellerin Minna Lindgren erzählt eine fast gruselige Geschichte über die totale Renovierung der Altersresidenz, in der die drei quirligen Heldinnen wohnen, und über alles, was sie unternehmen, um dem Horror, den diese Renovierungsmaßnahme mit sich bringt, zu entkommen.

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51lnFEjpP5LDer neue Kieffer: spannend und unterhaltsam!

Schon fünfmal habe ich Xavier Kieffer auf Verbrecherjagd begleitet. Fünfmal hat er mich in Luxemburg und im Dreiländereck in interessante Ecken geführt, mir Lust auf die typischen Köstlichkeiten der Region gemacht und vieles über Lebensmittel und Lebensmittelskandale beigebracht.
Xavier ist ein sehr sympathischer Mann, Koch aus Leidenschaft, einer, der weiß, wie man das Leben genießt und gleichzeitig menschlich und bodenständig ist. Seine Neugier und sein konsequentes Handeln machen ihn zum guten Ermittler. Bisher immer unfreiwillig. Diesmal aber bekommt er zum ersten Mal einen konkreten Auftrag, einen Fall zu lösen. Die große Überraschung in dieser Folge ist der Auftraggeber. Auch mächtige und sehr gefährliche Gegner gibt es in „Gefährliche Empfehlungen“, dem 5. Teil der kulinarischen Krimireihe um den luxemburgischen Koch Xavier Kieffer von Tom Hillenbrand.

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