Schlagwort: Vorstellung

Brother SisterSieht man sich „Brother Sister“ vom US-amerikanischen Autor Sean Olin genauer an, so vermittelt das Cover schon einen guten Eindruck von der Stimmung des Buches: 2 Geschwister, die sich sehr nahe stehen und doch sieht man dem Mädchen die Sorge und Unsicherheit an. Es fühlt sich nicht wohl in seiner Haut und ist dann doch wieder angewiesen auf seinen Bruder und kann ihn zugleich nicht sich selbst überlassen.

Diese Beschreibung trifft ziemlich gut auf die Beziehung der beiden Geschwister in diesem dramatischen Jugendroman zu. Will und Ashley haben in ihrem jungen Alter schon viel mitmachen müssen. Ihr Vater hat sie vor einigen Jahren verlassen, worüber Ashley bis heute nicht hinweg gekommen ist und ihre Mutter ist Alkoholikerin. Will fühlt sich als älterer Bruder nun verantworlich für alles, vor allem für seine Schwester. Zugleich ist er mit seiner Rolle aber total überfordert und kommt auch mit gleichaltrigen Jugendlichen nicht zurecht. Er ist ein Außenseiter und seine einzige wirkliche Bezugsperson ist Ashley. Sie hingegen möchte ein ganz normales Mädchen sein und ihrer kaputten Familie ein Stück weit entfliehen. Ashley möchte tun, was Mädchen in ihrem Alter eben so machen – ausgehen, gemütliche Abende zusammen mit den anderen verbringen und unbeschwert sein. Doch dieses Glück bleibt ihr nicht vergönnt…

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

Im Pyjama um halb VierAuf das neuste Jugendbuch von Gabriella Engelmann – dieses Mal in Zusammenarbeit mit Autorenkollege Jakob M. Leonhardt – war ich schon vor dem Erscheinen sehr gespannt, klang „Im Pyjama um halb Vier“ doch ein wenig nach Daniel Glattauer für Jugendliche. Und Glattauers Bücher um Emmi und Leo habe ich geliebt.

Mit vorfreudiger Erwartung schlug ich dann also das Buch auf und konnte es schon bald nicht mehr zur Seite legen! Anfangs dachte ich noch, es könnte mir ein wenig zu kindlich süß sein und es machte auch ein bisschen den Eindruck eines Aufklärungsbuches auf mich, aber nach und nach konnte es mich dann immer mehr packen und fesseln. Selbstverständlich möchte ich es auch gar nicht kritisieren, dass es sich eben liest wie ein Jugendbuch, denn für junge Leserinnen zwischen zwischen 12 und 18 finde ich es wirklich perfekt und richtig interessant. Mich konnte es sogar auch begeistern, obwohl ich schon ein bisschen älter bin 😉

Aktuell Jugendbuch Liebesroman Rezensionen

Der Junge, der es regnen ließMit „Der Junge, der es regnen ließ“ ist dem in Schottland aufgewachsenen Autor Brian Conaghan ein außergewöhnliches und tiefgründiges Jugendbuch gelungen. Als Leser wird man auf eher ungewöhnliche Weise in die Handlung eingeführt. Aus Sicht von unterschiedlichen Personen – Schülern und Lehrern – lernt man die eigentliche Hauptfigur des Buches kennen: Clem!

Clem muss aufgrund des Jobverlusts seines Vaters von Irland ins schottische Glasgow ziehen. Ihn stört das nicht wirklich, er freut sich sogar ein bisschen auf diesen Neuanfang. Doch die neue Schule bietet für den gebildeten und nachdenklichen Jungen, mit dem für Schottland ungewöhnlichen Namen Clem, keinen leichten Start. Die anderen Schüler akzeptieren ihn nicht oder wollen zumindest nichts mit ihm zu tun haben. Sein merkwürdiger Akzent, sein Name, sein Interesse für Literatur – all das lässt ihn als Außenseiter dastehen.

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WunderOft lese ich Bücher und mag sie sehr gern. Doch selten lese ich ein Buch und kann nicht anders, als es wirklich zu lieben! „Wunder“ liebe ich!

Die US-amerikanische Autorin Raquel J. Palacio hat mit ihrem Buch „Wunder“ ein echtes Buchwunder geschaffen. Ich habe es aufgeschlagen und wollte nur mal kurz reinlesen, doch nach nur ein paar Seiten war ich schon mitten in der Welt von August, liebevoll Auggie genannt, angekommen. Bereits auf der ersten Seite entdeckte ich großartige Sätze, die mich als Leserin vollkommen begeistert zurückgelassen haben. Ihr müsst wissen, dass August schon seit seiner Geburt ein entstelltes Gesicht hat. Viele Operationen hat er hinter sich, doch das ändert nichts daran, dass die Entstellung bleibt.

August selbst sagt über sein Aussehen nur so viel und das reicht auch vollkommen aus:

„Ich heiße übrigens August. Ich werde nicht beschreiben, wie ich aussehe.
Was immer ihr euch vorstellt – es ist schlimmer.“

Immer wieder habe ich im Buch solche kleinen Stellen entdeckt, die mich zum Nachdenken brachten und mich häufiger schwer schlucken ließen. Denn wenn wir ehrlich zu uns sind, geht es sicher den meisten von uns so, dass wir uns im Umgang mit Menschen, die einfach etwas anders aussehen, oft sehr schwer tun. Das passiert nicht mal absichtlich, sondern unterbewusst und doch wird es von Menschen wie Auggie wahrgenommen.

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

Ich bin immer auf der Suche nach besonderen Büchern, die eine Geschichte erzählen, mit der man vorher nie gerechnet hätte. Als ich das erste Mal von „Weißt du eigentlich, dass du mir das Herz gebrochen hast“ von Jess Rothenberg gehört habe, dachte ich mir: „Das könnte ein solches Buch sein! Das muss ich einfach lesen!“

Tatsächlich geht es in diesem Jugendroman nicht um eine gewöhnliche Liebesgeschichte, sondern er beginnt mit einem Tod. Die 15-jährige Brie stirbt nicht etwa daran, dass ihr mal wieder jemand Käsesorten als Spitznamen gibt, nein, sie stirbt an einem gebrochenen Herzen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Für sie als Tochter eines Herzchirurgen ist das umso erstaunlicher, denn weder ihr Vater noch sie haben je davon gehört, dass ein Herz einfach so brechen kann. Doch genau das passiert Brie und plötzlich findet sie sich in ihrem ‚Leben‘ nach dem Tod wieder.

Aktuell Jugendbuch Liebesroman Rezensionen

Nachdem ich dieses Buch vor einigen Stunden zugeklappt habe, bin ich immer noch ganz beeindruckt und muss ständig daran denken. Was für ein wunderwunderschönes Buch!

Wenn man „Sam und Emily – Kleine Geschichte vom Glück des Zufalls“ zum ersten Mal sieht, dann ist man allein schon wegen des wundervollen Covers hin und weg. Entsprechend hoch waren auch meine Erwartungen an das Buch und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Dieser Roman hat mich mitgerissen und mir nicht nur einmal die Tränen in die Augen getrieben! Er ist wirklich berührend, ohne dabei jemals kitschig zu sein oder gewollt auf die Tränendrüse zu drücken. Die Autorin schreibt nur einfach so schön, liebevoll und mit Herz über die Menschen in diesem Buch, dass man davon komplett gefangen genommen wird.

In diesem Jugendroman, der erwachsene Leser sicher genauso begeistern kann, geht es um Emily. Emily ist eigentlich ein ganz normales Mädchen. Sie wächst wohlbehütet auf, geht gern zur Schule, macht Sport und ist beliebt. Als sie eines Tages in der Kirche singen muss – sie kann es eigentlich gar nicht und tut es nur, weil es ihr Vater will – sieht sie einen fremden Jungen in der letzten Reihe sitzen. Und plötzlich singt sie nur für ihn! Dieser Junge ist Sam und Sam hat es bisher in seinem Leben nicht leicht gehabt. Seit dem Tod seiner Mutter schleift sein Vater – ein echt übler Typ – ihn und seinen Bruder Riddle vom einen Ort zum nächsten. Lange können sie nirgendwo bleiben, denn ihr Vater hält sich durch Diebstähle über Wasser. Sam und Riddle wissen gar nicht, wie es ist ein Zuhause zu haben, sie gehen nicht zur Schule und sind eigentlich die meiste Zeit über auf sich allein gestellt.

Aktuell Jugendbuch Liebesroman Rezensionen

Es ist nun einige Zeit vergangen, seit Jessamine sich von ihrer Krankheit erholt hat und ihre große Liebe Weed spurlos verschwunden ist. Natürlich ist nichts mehr wie früher ohne ihren geliebten Weed. Außerdem kennt sie nun das wahre Gesicht ihres Vaters und weiß um seine bösen Machenschaften, was sie zusätzlich belastet. Genau diesen Zeitpunkt wählt der böse Giftprinz, Oleander, aus, um Jessamine einen schlimmen Plan in den Kopf zu pflanzen: Sie soll ihren eigenen Vater vergiften. Bei diesem einen Mord soll es nicht bleiben, denn Oleander hat Großes vor und Jessamine soll ihm dabei helfen. Sonst wird sie Weed nämlich nie wieder sehen! Doch wird Weed überhaupt in der Lage sein sie noch zu lieben, nach all ihren Sünden? Und ist Oleander noch aufzhalten?

Während Die Posion Diaries 1 noch sehr ruhig und schleichend waren, ändert sich das Tempo in der Fortsetzung der Trilogie drastisch. Jessamine ist nun fast das komplette Gegenteil zu ihrem früheren Ich. Sie ist wild, skrupellos und bereit alles zu tun, um zu ihrem Weed zu gelangen. Dadurch ist das gesamte Buch einnehmender und interessanter. Zudem gibt es viel mehr Handlung in diesem Teil, was ebenfalls eine Verbesserung zum ersten Band darstellt.

Aktuell Fantasy historischer Roman Jugendbuch Liebesroman Rezensionen

Das neue Jugendbuch von der US-amerikanischen Autorin Cat Patrick beginnt ziemlich interessant. Denn bereits auf den ersten Seiten stirbt die Hauptfigur Daisy an einem Bienenstich. Sie ist hochgradig allergisch gegen Bienengift und jede Hilfe kommt zu spät. Lernt man in anderen Büchern die Protagonisten meist erstmal kennen, ist es hier also ganz anders. Doch für Daisy bedeutet zu sterben nicht, dass sie auch wirklich tot bleibt. Sie ist Testerin in einem geheimen Programm, das ein Medikament names ‚Revive‘ hervorgebracht hat. Dieses Medikament kann in bestimmten Fällen jemanden wiederbeleben, der bereits tot war. Eine unfassbare Innovation! Daisy ist tatsächlich schon 5 mal gestorben, womit sich auch der Buchtitel „Die fünf Leben der Daisy West“ (Original: „Revived“) erklären lässt.

Die Handlung beginnt also mit Daisys Tod und dem dadurch bedingten Umzug nach Omaha. Denn all ihre Mitschüler haben gesehen, dass sie gestorben ist und so muss sie eine neue Identität in einer neuen Stadt annehmen.  Daisy gefällt es in ihrem neuen Zuhause erstaunlich gut. Sie lernt Audrey kennen und findet in ihr eine Freundin. Und dann ist da noch ihr süßer Bruder Matt… doch so rosig alles auch anfangs zu sein scheint, es kommt auf sie alle viel mehr zu, als Daisy erwartet hätte. Plötzlich steht alles, was ihr bisheriges Leben betrifft, in Frage!

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Von Frankenstein haben wir wohl schon alle gehört. Ein düsterer Typ, der versucht, in seinem Keller einen Menschen zu erschaffen: Frankensteins Monster.

In diesem Buch finden wir endlich heraus, welche Vorgeschichte Victor Frankenstein hat und was ihn antreibt. Victor, sein Zwillingsbruder Konrad und ihre Cousine Elizabeth leben zusammen im Schloss der Familie. Sie werden von Victors und Konrads Vater sowie ausgewählten Hauslehrern unterrichtet. Auch der in der Nähe lebende Henry Clerval gehört zu dieser Lerngruppe. Victor sieht sich im Schatten seines immerhin zwei Minuten älteren Bruders Konrad. Er hält ihn für besser, freundlicher, sanfter, schließlich lieben alle ihn. Victor selbst, ein impulsiver, leidenschaftlicher Typ, bringt die Leute eher gegen sich auf. Henry ist ein Feingeist, er profitiert von seiner großen Phantasie, schreibt sogar Theaterstücke. Alle drei lieben sie Elizabeth, die schöne, lebhafte und anziehende Ziehschwester der Brüder Frankenstein. Doch sie sieht Victor und Henry nur als „Brüder“ und liebt nur Konrad.

Aktuell Fantasy Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

Hanni erlebt mit 15 Jahren den Beginn des zweiten Weltkriegs – ihre Welt und ihr Leben wird sich für immer ändern: Bald wird ihr großer Bruder Jürgen knapp zwanzigjährig eingezogen, danach Hannis Vater und ihr kleiner Bruder Alfred würde auch so gern gegen den Feind kämpfen.

Die zurückgebliebene Familie besteht aus Oma, Mutti, Hanni und Alfred, und natürlich Bobby, dem Hund. Sie wursteln sich so einigermaßen durch, doch sind heilfroh, als sie einen französischen Kriegsgefangenen bekommen können. Der soll ihnen so manch schwere Arbeit abnehmen. Statt eines großen starken Mannes kommt aber Philippe zu ihnen, ein schmächtiger junger Mann, der gern Musik studieren möchte.

Er ist ausgehungert und erst gar nicht in der Lage, einen Kartoffelacker anzulegen. Aber Oma und Mutti füttern ihn heraus und pflegen ihn auch gut, als er krank wird. Nach und nach entwickelt sich ein sehr gutes Verhältnis zwischen Philippe und Hannis Familie. Sogar der 12-jährige Alfred, der ja in der Hitlerjugend reichlich mit Vorurteilen gegen Ausländer im allgemeinen und Franzosen im Besonderen versorgt wird, beginnt Philippe zu mögen. Schließlich kann der auf Blättern pfeifen, bringt ihm das Schwimmen bei und kann sogar die französische Gebrauchsanweisung für Alfreds neue Kamera lesen! Alfred macht die Erfahrung, dass alle, auch Franzosen, Menschen sind, mit Müttern, mit Talenten, mit Humor und mit Persönlichkeit.

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