Schlagwort: Buchempfehlung

„Ich. darf. nicht. schlafen.“ ist defintiv ein Thriller der anderen Art und gerade auch für Leser geeignet, die diesem Genre sonst eher nicht zugeneigt sind, Lesern wie mir. Ich lese nur sehr selten Thriller, mir fehlt bei diesen Büchern häufig der emotionale Bezug, der zum Buch aufgebaut wird und zu viel Brutales kann ich ebenfalls nicht en masse lesen.

Wer es spannend, bewegend und fast gar nicht blutig mag, der sollte sich „Ich. darf. nicht. schlafen.“ auf keinen Fall entgehen lassen. Das Buch erzählt die Geschichte der 47-jährigen Christine – hauptsächlich in Tagebuchform. Christine hat ihr Gedächtnis verloren, doch das außergewöhnliche und zugleich schlimme daran ist, dass sie jedes Mal, wenn sie einschläft, so ziemlich alles vergisst – auch die Erlebnisse des jeweiligen Vortages. Erst als sie beginnt Tagebuch zu schreiben und dieses auf Anraten des Arztes Dr. Nash jeden Tag nachzulesen, bekommt sie nach und nach Einblicke in ihre entfernte und gerade erst erlebte Vergangenheit.

Aktuell Krimi und Thriller Rezensionen

Es kommt immer mal wieder vor, da redet so ziemlich jeder über ein bestimmtes Buch. Und ich frage mich die ganze Zeit, was daran wohl so besonders ist. Bei „Du oder das ganze Leben“ von Simone Elkeles war das genau der Fall. Das Cover sprach mich nicht richtig an und die Inhaltsbeschreibung klang im ersten Moment auch nicht außergewöhnlich. Trotzdem geriet dieses Buch wieder und wieder in meinen Blick. Nach dem Lesen kann ich nun sagen: zum Glück!

Bei diesem Jugendroman von Simone Elkeles handelt es sich um eine besonders feinfühlige und sehr dramatische Liebesgeschichte zwischen zwei Jugendlichen, die sich eigentlich nicht lieben dürften. Herkunft und Zugehörigkeiten machen eine Beziehung nahezu unmöglich. Trotzdem kommen sich die überall beliebte und stets perfekt zurechtgemachte Brittany und der zu einer gefährlichen Gang gehörende Alex immer näher. Anfangs sind sie nur Partner im Chemieunterricht und können sich nicht wirklich ausstehen. Doch wie das Leben eben manchmal spielt, ändert sich das mit der Zeit, weil beide immer mehr hinter die Fassade des jeweils anderen blicken können.

Aktuell Jugendbuch Liebesroman Rezensionen

Seit „Bevor ich sterbe“ bin ich ein großer Fan der Autorin Jenny Downham. Nach mehreren Jahren Wartezeit ist nun endlich ihr zweiter deutschsprachiger Roman „Ich gegen dich“ im neuen carl’s books Verlag erschienen. Vorab habe ich mir vor allem eines erwartet: von der Geschichte und den Figuren berührt zu werden.

Der Roman erzählt die komplizierte Liebesgeschichte zwischen Mikey und Elli. Denn Ellis Bruder Tom steht unter Verdacht Mikeys Schwester Karyn vergewaltigt zu haben. Und eigentlich ist Mikey, als er erstmals auf Elli trifft, nur darauf aus möglichst viel über Tom herauszufinden, um ihm später eins auszuwischen. Dass er sich dabei erstmals ernsthaft in ein Mädchen verlieben würde, das war nicht geplant.

Aktuell Rezensionen Unterhaltungsliteratur

Zunächst möchte ich sagen, dass ich das Cover von „Ein Kuss ist ein ferner Stern“ großartig finde. Erst dadurch bin ich überhaupt auf das Buch aufmerksam geworden und das ist sehr gut so. Die Gestaltung des Buchcovers trifft hier auch perfekt den Kern des Inhalts – ich selbst nenne es immer „Augenblick“, was gleich in doppeltem Sinne auf die Szene des Buches zutrifft, die dieses Bild widerspiegelt.

Seit ich „Supergute Tage“ von Mark Haddon gelesen habe, lese ich gern von Zeit zu Zeit Bücher, in denen dem Leser die Welt eines Autisten nähergebracht wird. Zwar wählt Alexander Rösler die Bezeichung „Autist“ nie in seinem Buch, aber dennoch bleibt der Eindruck, dass die Hauptfigur August eine leichte Form des Autismus hat. Zumindest tut er sich etwas schwer im Umgang mit Menschen, besonders wenn es um Berührungen und den Blick in die Augen anderer geht.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

Dystopien sind zur Zeit wirklich in Trend. Dementsprechend skeptisch beginne ich mittlerweile Bücher dieses Genres, gerade wenn sie als Jugendbuch ausgewiesen werden. Von „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ wurde ich durchweg positiv überrascht. Es ist eine Dystopie für Jugendliche und in diesem Fall kann man das Buch auch wirklich an Jugendliche empfehlen, denn anders als Panem und Co. ist es nicht übertrieben brutal, darunter leidet die Spannung aber kein bisschen.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Mädchen Gaia. Seine Mutter ist Hebamme in einer ärmlichen Region außerhalb der sogenannten Enklave. Die Menschen in der Enklave haben ein gutes Leben, genug zu Essen und einen hohen Lebensstandard. Außerhalb sieht es anders aus: Kleidung, Nahrung und alles, was sonst lebensnotwendig ist, ist stark begrenzt. Nur durch harte Arbeit gibt es Zugeständnisse durch die Enklave. Im Falle von Gaia und ihrer Mutter heißt das, dass sie die ersten 3 Babys, die jeden Monat geboren werden, direkt nach der Geburt an die Enklave abgeben müssen. Weigern sie sich oder hintergehen sie die Enklave, werden sie mit dem Tod bestraft.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

„Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen?“, so lautet der Untertitel des Buches „Forbidden“ der britischen Autorin Tabitha Suzuma, und er bringt ganz deutlich zum Ausdruck, was die beiden Hauptfiguren Lochan und Maya, aber auch der Leser spüren werden. Man kann einfach nicht anders, als sich diese Frage immer und immer wieder zu stellen, während man liest.

Lochan, 18 Jahre, und Maya, 16 Jahre, haben es nicht leicht. Ihr Vater hat die Familie schon lange verlassen, die Mutter ist nur auf Partys und mit ihrem neuen Freund Dave unterwegs, betrinkt sich und hat kein Interesse mehr an der Familie. So müssen sich die beiden ältesten Geschwister – Maya und Lochan – um alles kümmern, zur Schule und zum Haushalt kommt vor allem das Kümmern um die 3 jüngeren Geschwister hinzu, die zwischen 5 und 13 Jahren alt sind. Sie müssen es schaffen, den Schein einer ganz normalen Familie aufrecht zu erhalten, denn wenn sie das nicht schaffen, dann könnten ihnen die Kleinen weggenommen und damit die Familie noch weiter auseinander gerissen werden. Das darf niemals passieren.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

Stell dir vor, du kannst dich an nichts mehr richtig erinnern.
Du kennst zwar Gegenstände und Sprache, kannst alles aber nicht mehr in Beziehung zu bestimmten Situationen oder Menschen bringen. Überhaupt kannst du dich weder an Freunde noch Familie erinnern. Deine ganze Vergangenheit ist ein großes, schwarzes Loch.
Apropos schwarzes Loch – du befindest dich soeben in vollkommener Dunkelheit. In einem Raum, der sich plötzlich bewegt. Du weißt nicht, wo du bist und hast Angst!

Mit dieser klaustrophobischen Situation beginnt die Dystopie „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ und führt ihren Protagonisten Thomas, ungefähr 16 Jahre, ein. Denn er ist es, der kaum noch Erinnerungen hat und plötzlich gefühlte Ewigkeiten in einem stockdunklen Fahrstuhl nach oben fährt und fährt… und er kommt auf einer Lichtung an, auf der sich lauter Jungen, etwa im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, befinden. Wo ist er nur gelandet? Thomas hat es als Frischling unter den Jungs nicht leicht und muss sich immer wieder beweisen. Fragen sollen nicht gestellt werden, er muss die Klappe halten und gut. Trotzdem erfährt er schon bald, dass sie sich alle in einer Art Labyrinth befinden und die anderen Jungen schon seit über 2 Jahren nach einem Ausgang suchen: ohne Erfolg! Die Wände des Labyrinths verschieben sich jede Nacht und Thomas sitzt nun, wie die anderen auch, an diesem unsäglichen Ort fest. Hinzu kommt, dass hauptsächlich nachts furchtbare Kreaturen names Griewer umherstreifen. Eine Begegnung mit ihnen hat bisher fast niemand überlebt.

Wieso befinden sie sich alle an diesem Ort? Wer hat sie dorthin gebracht und was sollen sie tun? Wo ist wohl der Ausgang? Da fragen sich nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser von der ersten Seite an. Und mit dieser Spannung im Bauch lesen sich die knapp 500 Seiten des Buches weg wie nichts. Einerseits ist es die scheinbar ausweglose Situation, die den Leser bannt und mitreißt. Andererseits ist es diese Gruppe an Jungen, die wirklich faszinierend ist. Denn man stelle sich vor, dass etwa 50 männliche Jugendliche komplett für sich allein verantwortlich sind und ganz besonders auch für die anderen mit. Wie organisiert sich so eine kleine, abgeschottete Gesellschaft und wie übersteht man das Alles in dem Wissen irgendwo eingesperrt zu sein und bereits 2 Jahre ohne Erfolg einen Ausweg gesucht zu haben? Sicher treffen sie nicht immer die besten Entscheidungen, aber sie kommen einigermaßen klar.

James Dashner schreibt mit einem Tempo und einer Spannung, dass man als Leser nur so über die Seiten fliegt und fast schon mit den Läufern im Buch durchs Labyrinth rennt um doch nur endlich einen Ausweg zu finden, wobei es wichtig ist vor Einbruch der Dunkelheit zurück zu sein. Zugleich fühlt man sich, trotz der ein oder anderen fiesen Gestalt, wohl mit den Jungen als Gesellschaft und schließt sich gern ihrer Gemeinschaft an. Auch wenn sie alle ihre kleinen oder größeren Macken haben, oder gerade deshalb, wachsen sie einem ans Herz. Meine Lieblinge waren neben Thomas übrigens Newt und Chuck. Sie sind alle ganz verschieden, aber liebenswert auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Häufig ist es bei sehr spannenden Büchern so, dass mir neben dem tollen Spannungsbogen aber die Figuren zu kurz kommen, ihre Beziehungen zueinander nicht klar genug geschildert werden. Das ist bei „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ überhaupt nicht der Fall. Man fühlt mit den Jungen mit, freut sich mit ihnen, ist genauso verzweifelt und traurig, dann wieder voller Kraft und Mut. In vielen Situationen geht einem das Buch wirklich nahe, besonders die Freundschaft zwischen Thomas und Chuck, aber auch ihre Ängste dort eingesperrt zu sein und eventuell nie wieder raus zu kommen. Selbst wenn sie sich an soetwas wie Familien nicht mehr erinnern könne, vermissen sie doch ein wohlbehütetes Leben. Mir hat das unglaublich gut gefallen. Es ist so ein Buch, dass man auch nach dem Lesen nicht so schnell aus den Gedanken verliert. Ganz im Gegenteil – es ist derartig gut, dass man danach erstmal nichts anderes lesen kann, weil eigentlich alles nur ’schlechter‘ sein kann.

Und da ich die eigene Sprache der Jungen ebenfalls richtig toll fand – sage ich nun zu euch: Macht keinen Klonk und lest dieses Buch! Oder ihr seid ganz schöne Neppdepps 😉 Wer nun wissen will, was das wohl bedeuten mag: Ich verrate nichts, aber das Buch tut es ganz gewiss!

PS: Weil’s so gut war, habe ich mir direkt den 2. Band in der Originalausgabe bestellt. Bis zur deutschen Fortsetzung dauert es mir jetzt defintiv zu lange.

Chicken House Verlag
Übersetzt von: Anke Caroline Burger
496 Seiten, 15,0 x 21,0 cm
Gebunden
ab 13 Jahren
€ (DE) 16,95
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-551-52019-7

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