Autor: <span class="vcard">Dani</span>

Abel Tannatek, von allen nur Tannatek genannt, ist in seiner Schule und auch sonst ein Außenseiter. Er fehlt ständig im Unterricht, rennt in eigenartigen Klamotten rum und hat zudem den Ruf mit Drogen zu handeln. Abel ist ein Junge ohne richtige Freunde und mit wenig Hoffnung für die Zukunft. Aber dieser Abel kann auch anders sein als der Tannatek, den alle in ihm sehen. Nur seine Mitschülerin Anna erfährt wirklich, was es es mit ihm auf sich hat. Denn Abel ist eigentlich sehr sanft und feinfühlig, hat es nicht leicht im Leben und kümmert sich zudem rührend um seine kleine Schwester Micha.

Aber was ist dran an den Gerüchten um die Drogengeschichten, und wieso ist er nachts oder auch zu Unterrichtszeiten so häufig unterwegs? Den Jungen umgibt ein dunkles Geheimnis und in den Märchen, die er seiner kleinen Schwester und später auch Anna erzählt, steckt viel mehr Wahres als Abel, Micha, Anna und dem Leser lieb ist.

Dieser Roman der Autorin von Antonia Michaelis hat eine unglaubliche Sogwirkung. Man ist gefangen im Leben von Abel und Micha, durch die immer größere Nähe, die Anna zu den beiden aufbaut. Wie Anna fühlt man sich zunächst fast als ein Fremdkörper in der kleinen Welt, die sich die beiden Geschwister aufgebaut haben. Und genauso langsam, wie Anna ihnen immer näher kommt, tut es auch der Leser. Geheimnisse werden nach und nach aufgedeckt und durch die Märchenabschnitte, die Abel Micha teils zur Beruhigung, teils aber auch als Warnung erzählt, kommt man ihnen Stück für Stück näher. Doch mit jedem dieser Stücke wird man sich auch der Wahrheit bewusster, die man andererseits am liebsten gar nicht kennen würde.

Das Buch ist zugleich eine Geschichte über Freundschaft, zerüttete Familienverhältnisse und das Erwachsenwerden. Außerdem enthält es Thrillerelemente, die die sowieso schon immense Spannung durch die schwierige Situation von Abel und Micha noch zusätzlich steigert. Zudem ist es kein wirkliches Jugendbuch, ich würde es eher erst ab 16 – frühestens aber ab 14 Jahren – empfehlen, aufgrund der brisanten Thematik. Die Geschichte geht extrem nahe und konfrontiert mit Situationen, die zutiefst schockieren oder auch berühren. Dank des sprachlichen Feingefühls der Autorin und der Rückzugsmöglichkeit in den Märchenabschnitten, wird es aber nicht zu dramatisch. Durch die stets hoffnungsvolle Micha gibt es immer mal wieder Auflockerung – sie ist so stark und verliert nie den Blick für das Gute, dass sie schnell zu meiner Lieblingsfigur wurde.

Der Märchenerzähler ist ein Buch, das auch lange nach dem Lesen noch nachwirkt und zum Nachdenken anregt. Diese Geschichte kann man einfach nicht vergessen, sie bleibt im Gedächtnis und ich finde, das ist es, was wirklich gute Bücher bewirken sollten. Ich habe vorher noch nie etwas in der Art gelesen. Es handelt sich hier um ein absolutes Ausnahmebuch von einer Ausnahmeautorin! Unbedingt zu empfehlen, aber nur, wenn man starke Nerven hat und sich intensiv mit einem Buch auseinander setzen möchte.

Jetzt bin ich schon gespannt auf das im August erscheinende, neue Buch von Antonia Michaelis mit dem Titel  Die Worte der weißen Königin. Hierbei handelt es sich aber noch weniger um ein Jugendbuch. Es ist eher eines für Kinder oder Erwachsene. Zudem steht es in keinem Bezug zu „Der Märchenerzähler“, was man aufgrund der Covergestaltung doch leicht vermuten könnte.

Oetinger Verlag
448 Seiten · gebunden
15.0 x 21.0 cm
ab 14 Jahren
EUR 16,95 · SFR 25,90 · EUA 17,50
ISBN-13: 978-3-7891-4289-5
EAN: 9783789142895
Erschienen im Februar 2011

Aktuell Jugendbuch Krimi und Thriller Rezensionen

Stell dir vor, du kannst dich an nichts mehr richtig erinnern.
Du kennst zwar Gegenstände und Sprache, kannst alles aber nicht mehr in Beziehung zu bestimmten Situationen oder Menschen bringen. Überhaupt kannst du dich weder an Freunde noch Familie erinnern. Deine ganze Vergangenheit ist ein großes, schwarzes Loch.
Apropos schwarzes Loch – du befindest dich soeben in vollkommener Dunkelheit. In einem Raum, der sich plötzlich bewegt. Du weißt nicht, wo du bist und hast Angst!

Mit dieser klaustrophobischen Situation beginnt die Dystopie „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ und führt ihren Protagonisten Thomas, ungefähr 16 Jahre, ein. Denn er ist es, der kaum noch Erinnerungen hat und plötzlich gefühlte Ewigkeiten in einem stockdunklen Fahrstuhl nach oben fährt und fährt… und er kommt auf einer Lichtung an, auf der sich lauter Jungen, etwa im Alter zwischen 12 und 18 Jahren, befinden. Wo ist er nur gelandet? Thomas hat es als Frischling unter den Jungs nicht leicht und muss sich immer wieder beweisen. Fragen sollen nicht gestellt werden, er muss die Klappe halten und gut. Trotzdem erfährt er schon bald, dass sie sich alle in einer Art Labyrinth befinden und die anderen Jungen schon seit über 2 Jahren nach einem Ausgang suchen: ohne Erfolg! Die Wände des Labyrinths verschieben sich jede Nacht und Thomas sitzt nun, wie die anderen auch, an diesem unsäglichen Ort fest. Hinzu kommt, dass hauptsächlich nachts furchtbare Kreaturen names Griewer umherstreifen. Eine Begegnung mit ihnen hat bisher fast niemand überlebt.

Wieso befinden sie sich alle an diesem Ort? Wer hat sie dorthin gebracht und was sollen sie tun? Wo ist wohl der Ausgang? Da fragen sich nicht nur die Figuren, sondern auch der Leser von der ersten Seite an. Und mit dieser Spannung im Bauch lesen sich die knapp 500 Seiten des Buches weg wie nichts. Einerseits ist es die scheinbar ausweglose Situation, die den Leser bannt und mitreißt. Andererseits ist es diese Gruppe an Jungen, die wirklich faszinierend ist. Denn man stelle sich vor, dass etwa 50 männliche Jugendliche komplett für sich allein verantwortlich sind und ganz besonders auch für die anderen mit. Wie organisiert sich so eine kleine, abgeschottete Gesellschaft und wie übersteht man das Alles in dem Wissen irgendwo eingesperrt zu sein und bereits 2 Jahre ohne Erfolg einen Ausweg gesucht zu haben? Sicher treffen sie nicht immer die besten Entscheidungen, aber sie kommen einigermaßen klar.

James Dashner schreibt mit einem Tempo und einer Spannung, dass man als Leser nur so über die Seiten fliegt und fast schon mit den Läufern im Buch durchs Labyrinth rennt um doch nur endlich einen Ausweg zu finden, wobei es wichtig ist vor Einbruch der Dunkelheit zurück zu sein. Zugleich fühlt man sich, trotz der ein oder anderen fiesen Gestalt, wohl mit den Jungen als Gesellschaft und schließt sich gern ihrer Gemeinschaft an. Auch wenn sie alle ihre kleinen oder größeren Macken haben, oder gerade deshalb, wachsen sie einem ans Herz. Meine Lieblinge waren neben Thomas übrigens Newt und Chuck. Sie sind alle ganz verschieden, aber liebenswert auf ihre ganz eigene Art und Weise.

Häufig ist es bei sehr spannenden Büchern so, dass mir neben dem tollen Spannungsbogen aber die Figuren zu kurz kommen, ihre Beziehungen zueinander nicht klar genug geschildert werden. Das ist bei „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ überhaupt nicht der Fall. Man fühlt mit den Jungen mit, freut sich mit ihnen, ist genauso verzweifelt und traurig, dann wieder voller Kraft und Mut. In vielen Situationen geht einem das Buch wirklich nahe, besonders die Freundschaft zwischen Thomas und Chuck, aber auch ihre Ängste dort eingesperrt zu sein und eventuell nie wieder raus zu kommen. Selbst wenn sie sich an soetwas wie Familien nicht mehr erinnern könne, vermissen sie doch ein wohlbehütetes Leben. Mir hat das unglaublich gut gefallen. Es ist so ein Buch, dass man auch nach dem Lesen nicht so schnell aus den Gedanken verliert. Ganz im Gegenteil – es ist derartig gut, dass man danach erstmal nichts anderes lesen kann, weil eigentlich alles nur ’schlechter‘ sein kann.

Und da ich die eigene Sprache der Jungen ebenfalls richtig toll fand – sage ich nun zu euch: Macht keinen Klonk und lest dieses Buch! Oder ihr seid ganz schöne Neppdepps 😉 Wer nun wissen will, was das wohl bedeuten mag: Ich verrate nichts, aber das Buch tut es ganz gewiss!

PS: Weil’s so gut war, habe ich mir direkt den 2. Band in der Originalausgabe bestellt. Bis zur deutschen Fortsetzung dauert es mir jetzt defintiv zu lange.

Chicken House Verlag
Übersetzt von: Anke Caroline Burger
496 Seiten, 15,0 x 21,0 cm
Gebunden
ab 13 Jahren
€ (DE) 16,95
Gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-551-52019-7

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

Nachdem die letzte Woche ja besonders reich an neuen Büchern war, sind in dieser Woche nur zwei neue Bücher hinzu gekommen. 17 neue Bücher jede Woche wären aber echt zu viel – man möchte sie schließlich auch lesen. Ich hätte gern mal ein Jahr frei und würde ein Buchprojekt machen: „Jeden Tag ein Buch“ – selbst dann hätte ich, wenn keine neuen Bücher dazu kommen, noch ungelesene.

Nun aber zu meinen beiden Neuzugängen. Zum einen hatte ich mir Numbers 3 – Infinity von Rachel Ward bestellt, da ich den zweiten Band der Numbers-Reihe (deutsche Ausgabe) echt spannend fand. Und wenn der 3. Band eventuell mal im Juni 2012 erscheint, dann kann ich nicht mehr so lange warten. Das Buch sieht aber sehr dünn aus, nicht mal 300 Seiten. Liegt’s an der englischen Ausgabe, oder ist es wirklich so viel kürzer? Ich bin gespannt, ob es mit den beiden großartigen Vorgängern mithalten kann.

Außerdem habe ich mir endlich Little Brother von Cory Doctorow gekauft. Das wollte ich schon ewig mal lesen und nun steht dem nichts mehr im Weg. Bisher habe ich so viel Positives darüber gelesen, dass es wirklich an der Zeit ist. Als ich gesehen habe, dass am 11. Oktober ein neues Buch des Autors mit dem Titel „For the Win“ – dieses Mal bei Heyne fliegt und nicht bei Rowohlt – erscheint, ist es mir wieder eingefallen, dass „Little Brother“ schon längst mal fällig war. Je nachdem, wie gut es mir gefällt, werde ich dann sicher auch „For the Win“ lesen. Es ist wieder ein Jugendbuch bzw. für junge Erwachsene und auch thematisch geht es in Richtung Internet und Online-Games. Seit „Erebos“ von Ursula Poznanski finde ich sowieso, dass das aktuell eine sehr geeignete Thematik für (Jugend)bücher ist. Von Ursula Poznanski wird es im November sogar auch ein neues Buch geben, nämlich Saeculum und ich kann es eigentlich schon gar nicht mehr abwarten. Aber ich muss ja 😉

2011 Aktuell Bücherwoche

Heute bin ich endlich mal dazu gekommen, mir die Vorschau vom Arena Verlag anzusehen und auch das Leseprobenbuch „Lesezeichen“, das immer mit dabei liegt. Und ich muss sagen: Super, was uns da im Herbst erwartet! Es sind gleich etliche Bücher dabei, die mich interessieren würden und so habe ich die heutige Fahrt mit der U-Bahn mal genutzt um mir die einzelnen Leseproben durchzulesen. Wenn ich mir Vorschauen ansehe, mache ich mir zunächst erst mal Knicke bei den Seiten, auf denen mich das jeweils vorgestellte Buch eventuell interessieren könnte. Das habe ich auch dieses Mal so gemacht. Anders als sonst, ist die Vorauswahl nach dem Lesen der Leseproben aber bestehen geblieben. Wirklich alle der Bücher haben mich nicht nur äußerlich und vom ersten Blick her begeistert, sondern auch der zweite Eindruck war durchweg positiv.

Da wäre zum einen das Buch Seven Souls – Sieben Gründe, Mary Shane zu hassen von Barnabas Miller und Jordan Orlando und ich kann euch sagen, es ist wahnsinnig spannend. Ich habe die Leseprobe angefangen und war – so fühlte sich das an – in Sekundenschnelle fertig damit. Die Seiten sind nur so dahingeflogen, so spannend war es. Ich bin jetzt richtig nervös, weil ich am liebsten sofort erfahren möchte, wie es weitergeht. Zum Inhalt verrate ich mal noch nichts, denn mich hat schon der Anfang total verblüfft, was noch dadurch verstärkt wurde, dass ich absolut nicht wusste, worum es geht. Das Cover war übrigens auch Vorlage für das vom „Lesezeichen“ Leseprobenbuch.

Danach habe ich in Ein Kuss ist ein ferner Stern von Alexander Rösler reinglesen. Bei diesem Buch liebe ich das Cover – es ist so wunderschön. Aber was Buchcover angeht, bin ich ja sowieso ein großer Fan vom Arena Verlag. Bis Juli muss ich mich aber noch gedulden, um dieses Schmuckstück auch in echt in den Händen halten und weiterlesen zu dürfen. Nur ganz kurz, worum es im Buch geht: Hauptfigur ist der 17-jährige und er ist zum ersten Mal verliebt. Das hört sich vielleicht noch nicht so besonders spannend an, aber August ist Autist und wer sich ein bisschen damit auskennt, der weiß, wie schwierig es für die meisten Autisten ist, Gefühle und Berührungen zuzulassen. Seit ich „Supergute Tage“ von Mark Haddon gelesen habe, muss ich einfach jedes Buch lesen, das sich mit einem solchen oder ähnlichen Thema beschäftigt. Die Leseprobe, die aus Sicht von August erzählt, hat mich nur noch darin bestätigt, dass dieses Buch perfekt für mich ist.

Besonders angetan haben es mir dann noch folgende Bücher: Vision – Das Zeichen der Liebenden von Ana Alonso und Javier Pelegrín, weil es sprachlich einfach super gemacht scheint. Zumindest nach der Leseprobe würde ich das behaupten. Es liest sich nicht so wie der Standard an den unendlichen Massen an Vampir- und Engelromanen und was sonst noch alles zurzeit den Jugendbuchmarkt überschwemmt. Ein spanisches Autorenduo schreibt Urban Fantasy – allein das ist neu für mich. Ich freue mich auf das Buch!

Ganz überrascht und begeistert war ich, als ich entdeckt habe, dass es endlich ein neues Buch von Christoph Marzi gibt. Denn vor zwei Jahren – so lange ist es nun auch schon wieder her – hatte mich „Heaven – Stadt der Feen“ wirklich bezaubert. Es ist ein richtig schönes, magisches und fantasievolles Buch. Memory – Stadt der Träume hat ein sehr ähnliches Design, das Cover ist allerdings in Rottönen gehalten. Ich bin gespannt, ob es mit Christoph Marzis anderem Buch in Verbindung steht beziehungsweise, welche Gemeinsamkeiten es gibt.

 

 

 

 

 

 

Jana Freys neues Buch Wenn du mich brauchst klingt für mich nach einem richtig gelungenen Jugendroman, ohne Fantasy und dafür mit viel Liebe für die Figuren und die Geschichte. Von der Autorin habe ich bisher erst ein Buch gelesen, mir hat ihre Erzählgewalt damals aber sehr gefallen. In Jana Freys Texten kann man so richtig versinken und abtauchen, mitfühlen und miterleben. Ein Kinderbuch, auf das ich mich sehr freue, ist mit Wir werden nicht von Yaks gefressen auch dabei, das einfach nur herrlich schräg und komisch ist. Auf den ersten Seiten musste ich schon ordentlich schmunzeln und auch das Cover verspricht ein echt lustiges Leseerlebnis.

 

 

 

 

 

 

Ansonsten dürfen sich alle Fans der „Das Tal“-Reihe auf Season 2 freuen, es erscheint mit „City of fallen Angels“ der 4. Band in Cassandra Clares „Chroniken der Unterwelt“, für Nachschub an Arena Thrillern ist ebenfalls gesorgt, mit „Ariadne – Zeitreisende soll man nicht aufhalten“ erscheint ein toller Zeitreiseroman, wie der Titel schon verrät, und und und….

Ich würde mal sagen: Der Leseherbst ist schon gerettet & demnächst erzähle ich euch dann mal, was mich da noch alles so erwartet. Aber heute war mein Arena-Tag 🙂

Aktuell

Viele von euch kennen sicher schon „In My Mailbox“. Die Idee dahinter ist, dass man einmal in der Woche über seine neuen Bücher schreibt und sie vorstellt. Denn mal ehrlich: kann man wirklich alle Bücher noch lesen, die man bekommt? Ich schaffe das nicht! Aber so bekommen sie wenigstens alle ein bisschen Aufmerksamkeit im Blog, auch wenn man es nicht schafft, wirklich jedes zu lesen und auch noch zu rezensieren. Die Idee dazu kommt vom Blog The Story Siren, den ich übrigens auch regelmäßig – und das sehr gern – lese!

Diese Woche war meine Buchausbeute ziemlich groß, wie ihr auf dem Foto sehen könnt (wenn ihr draufklickt, kann man die Titel besser erkennen). Acht der Bücher habe ich selbst – als Belohnung für die geschaffte Bachelorarbeit – gekauft. Die restlichen habe ich so bekommen. Und zu einigen davon möchte ich gern auch noch etwas mehr schreiben:

Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness, nach einer Idee von Siobhan Dowd: Obwohl dieses Buch noch nicht erschienen ist, liest man schon ziemlich viel darüber und alle Leser haben eins gemeinsam: sie sind total berührt. Außerdem erscheint das Buch gleichzeitig in einer Ausgabe für Kinder und Jugendliche bei cbj und als Erwachsenenausgabe bei Goldmann. Auf den ersten Blick gefiel mit das Cover der Kinderbuchausgabe nicht so sehr, aber jetzt, wo ich es erstmal in der Hand hatte, finde ich dieses gebundene Buch mit den tollen Illustrationen doch sehr hübsch und hochwertig. Wenn es endlich erschienen ist, muss ich mir auch mal die Ausgabe von Goldmann genauer ansehen. Das weiße, schlichte Cover hat es mir irgendwie angetan. Und ich bin sehr gespannt, ob mich das Buch genauso berührt, wie all die anderen. Teilweise habe ich schon Vergleiche mit „Der kleine Prinz“ gesehen, nicht bezogen auf den Inhalt, sondern vielmehr das Gefühl beim Lesen. Da bin ich, als großer Freund vom kleinen Prinzen, nun also echt gepannt.

Auf der anderen Seite des Meeres von Siobhan Dowd: Erst als ich nach dem Büchershoppen in Ruhe zu Hause noch mal alle Bücher angesehen habe, fiel mir auf, dass dieses Buch ja von Siobhan Dowd ist, also genau der Autorin, deren Idee Patrick Ness in „Sieben Minuten nach Mitternacht“ umgesetzt hat. Ich glaube wirklich, dass mich dieses Buch begeistern wird und bin zugleich vorab schon ein bisschen traurig, dass es von dieser Autorin nicht mehr neue Bücher geben wird. Schön ist aber, dass ich in dieser Woche gleich zwei Mal etwas von ihren Ideen in meine Bücherregale bringen konnte.

Divergent von Veronica Roth: Von diesem Buch liest man ja überall nur Gutes, und die Autorin ist gerade mal 22, scheinbar also ein richtiges Talent. Wirklich darauf gestoßen hat mich aber Crini bei Twitter, weil sie so sehr von dem Buch geschwärmt hat und es angeblich sogar noch spannender als „Die Tribute von Panem“ ist. Wenn das stimmt, dann werde ich dieses Buch lieben und bin schon richtig gespannt darauf.

Between Shades of Gray von Ruta Sepetys: Dieses ist mein zweites englisches Buch in dieser Woche. Es war zusammen mit „Divergent“ und „Numbers 3“ bei meiner Bestellung bei The Book Depository dabei. Nur Numbers ist noch nicht bei mir angekommen. Diese Buch hat mich vor allem durch sein Cover so bezaubert. Als ich dann gelesen habe, wovon es handelt, und es auch noch Vergleiche zu Anne Frank und „Der Junge im gestreiften Pyjama“ gab, musste auch dieses Buch unbedingt zu mir. Die deutsche Übersetzung erscheint übrigens mit dem Titel „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ im September dieses Jahres beim Carlsen Verlag. Das schlichte, und nicht ganz so schöne Cover, wie das der englischen Ausgabe, könnt ihr hier rechts sehen.

Mein Zuwachs in dieser Woche an Büchern von cbj und cbt ist definitiv am größten. Totenmädchen habe ich mir selbst gekauft, da ich von Mary Hooper schon mehrere Bücher gelesen habe, und auch wenn ich eigentlich kein Fan historischer Romane bin, finde ich ihre immer wieder toll. Bei Zweilicht von Nina Blazon stolpere ich immer wieder über den Titel. Man muss ja automatisch an das Wörtchen „Zwielicht“ denken. Das, in Kombination mit dem leicht an Panem erinnernden Cover und der fantasievollen Inhaltsbeschreibung, machen mich wirklich neugierig auf das Buch. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen, aber so beliebt, wie sie ist, wird es wirklich mal Zeit. Du bist dran! von Charles Benoit und Das kalte Herz der Schuld von Anna Jarzab sind beides Jugendthriller. Und beide klingen sehr spannend. An ersterem reizen mich besonders die Vergleiche mit „Tote Mädchen lügen nicht“, denn das Buch war wirklich außergewöhnlich und hatte eine ziemliche Sogwirkung. Ich bin gespannt, ob Charles Benoit diesen, ihm vorauseilenden Vergleichen, gerecht werden kann. Dann waren da auch noch Das Portal von John Connolly und Blood Magic – Weiß wie Mondlicht, Rot wie Blut von Tessa Gratton. Der Name John Connolly sagt mir irgendwie etwas, und ich denke die ganze Zeit, dass ich schon etwas von ihm gelesen habe. Aber ich finde einfach kein Buch von ihm, das ich kenne. Sehr merkwürdig… Auf Tessa Grattons Buch freue ich mich schon sehr. Endlich mal wieder ein YA Titel, der nicht von Vampiren, Werwölfen, Engeln o.Ä. bevölkert wird, sondern in dem es um Hexen geht. Der Erscheinungstermin ist der 18. Juli, die englische Ausgabe ist auch gerade erst am 24. Mai erschienen. Das Buch scheint mir ein ziemlicher Hit zu werden, aber warten wir’s mal ab.

Über die anderen Bücher freue ich mich auch – logisch, oder? – riesig! Die Frauen von Savannah von Beth Hoffman lachen mich schon lange an, das Cover ist wunderschön und genauso schön klingt auch die Geschichte. Außerdem ist das mal kein Jugendbuch, denn immer kann ich auch keine Jugendbücher lesen. Abwechslung ist da ganz gut. Von Jenny Valentine habe ich alle Jugendbücher und finde, dass sie ganz großartig für Jugendliche schreibt, aber auch so, dass man als Erwachsener total ergriffen von ihren Geschichten ist. Deshalb musste ich Das zweite Leben des Cassiel Roadnight auch unbedingt haben.

Die restlichen Neuzugänge sind: Nicholas Dane von Melvin Burgess – scheinbar auch ein recht bekannter Jugendbuchautor, der bisher aber an mir vorbeigegangen ist. Ohne. Ende. Leben. von Libba Bray, das einfach so lustig klingt und auch aussieht, dass es mir wie für mich gemacht erschien. Das Tal – Die Prophezeiung von Krystyna Kuhn, worauf ich mich, nach einem tollen ersten Band, einem eher mittelmäßigen zweiten Band und einem richtig aufregenden dritten Band, total freue. Im November erscheint der erste Band der Season 2 dieser Reihe – das Design ist jetzt nicht mehr grauer Hintergrund, mit Schrift und Logo in Rottönen, sondern rot-brauner Hintergrund mit grün-blauen Farbvarianten darauf. Nach Band 1 „Der Fluch“ erscheinen Band 2 „Das Erbe“ und Band 3 „Die Jagd“ im Februar und Mai 2012. Der 4. Band „Die Entscheidung“ wird wohl ebenfalls 2012 erscheinen, einen genauen Termin habe ich jetzt aber nicht direkt gefunden.

Zwei weitere Bücher gab es noch mit Der geheime Zoo von Bryan Chick und Bye, Bye, Crazy Chick! von Joe Schreiber. Nun kann ich, mit so viel Buchnachschub entspannt in meine freien Tage bis 30.06. starten. Was ich davon jedoch zuerst lesen soll, das weiß ich auch noch nicht so genau. Eine solche Auswahl ist schon echt überwältigend.

2011 Aktuell Bücherwoche

Ich habe mir in letzter Zeit ja wieder mehr englische Bücher gekauft, weil ich früher ganz viele und diese auch mit Begeisterung gelesen habe, dann aber irgendwann gar keine mehr. Jetzt möchte ich wieder mehr Zeit damit verbringen und habe mit den Büchern Trapped und Delirium – die deutsche Ausgabe von Delirium von Lauren Oliver erscheint übrigens im November – angefangen. Beide haben mir sehr gut gefallen.

Da hoffe ich, dass meine englische Glückssträhne anhält und habe mich mal der Leserunde zu Across the Universe von Beth Revis bei LovelyBooks angeschlossen. Die ersten 50 Seiten sind gelesen und bisher bin ich sehr angetan von dem Buch. Auch die deutsche Ausgabe erscheint schon im August, jedoch unter dem Titel Godspeed – Die Reise beginnt und mit anderem Cover. Warum der Titel geändert wurde, verstehe ich nicht so richtig, denn der Originaltitel passt nach meinem Empfinden sehr gut und hätte ja einfach übersetzt werden können. Dennoch glaube ich, dass auch die deutsche Ausgabe ein ziemlicher Erfolg werden wird. Da würde ich fast eine Wette abschließen 😉

Was mir aber besonders aufgefallen ist, ist, dass die englische Ausgabe mir auch von der Gestaltung her besser gefällt. In der Regel finde ich die Qualität und auch die Cover der deutschen Bücher besser, aber hier ist es mal nicht so. Das Besondere an der Hardcover-Ausgabe von Across the Universe ist, dass man den Schutzumschlag wenden kann, und die Seite nach außen drehen kann, die einem besser gefällt. Anfangs sieht man innen eine Übersicht des kompletten Raumschiffes, das den Namen Godspeed trägt, in weiß auf dunkelblauem Hintergrund. Eine tolle Idee, finde ich. Trotzdem gefällt mir auch die deutsche Ausgabe, da ich grün sehr gern mag. Und generell sehen alle Bücher, die ich bisher aus den Verlagen der Verlagsgruppe Oetinger habe, sehr toll aus.

Hier mal die beiden Ausgaben – englisch und deutsch – zum Vergleich, und dazu noch das Wendecover:

 

 

 

 

 

 

 

Ich freue mich schon sehr auf die Runde und empfehle das Buch allein für den aufregenden Anfang schon mal weiter. Denn für mich spricht es immer schon mal sehr für ein Buch, wenn es von Beginn an begeistern und fesseln kann und das kann Across the Universe. All jenen, die an Klaustrophobie leiden, kann ich es aber nur bedingt empfehlen, denn die Stimmung ist wirklich klaustrophobisch. Zum Inhalt möchte ich aber gar nicht so viel sagen, denn wenn man nicht wirklich weiß, worum es eigentlich geht, liest sich das Buch sehr viel aufregender.

Aktuell

Nachdem ich nun lange keinen eigenen Blog mehr hatte, weil mir dazu nicht die Zeit blieb, habe ich doch beschlossen, unter altem Namen und mit neuem Design wieder zu beginnen. Mir fehlt das Bloggen einfach, mich dabei meiner Bücherliebe vollkommen hingeben zu können und mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen.

Und wie könnte ein erster Blogbeitrag schöner beginnen, als mit den neusten Bücherkäufen? Dank Crini bin ich auf ein Buch und The Book Depository aufmerksam geworden, wo ich es natürlich gleich bestellen muste. Dieses Buch ist Divergent von Veronica Roth und laut Crini noch spannender als Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele. Kein Wunder, dass ich nicht widerstehen konnte. Als ich dann – logisch – noch weiter auf der Website rumgestöbert habe, sind noch 2 Bücher mehr im Warenkorb gelandet. Zum einen Between Shades of Gray von Ruta Sepetys, das nicht nur ein wunderschönes Cover hat, sondern auch toll klingt und mein Bücherregal auch mal um ein etwas anderes Thema bereichern wird. Außerdem kam Numbers – Infinity von Rachel Ward dazu. Band 1 hatte mir sehr gut gefallen, und der 2. Teil hatte mich kürzlich komplett beeindruckt. Da habe ich mich riesig gefreut, dass die Fortsetzung im Original gerade schon erschienen ist. Da warte ich nun gespannt auf den englischen Lesenachschub. Ist ja nicht so, dass ich nicht genug Bücher hätte.

Ich bin gerade zudem auch in den letzten Zügen meiner Bachelorarbeit und als Belohnung werde ich nächste Woche in eine schöne Buchhandlung gehen und mir 3 neue Bücher kaufen. Verrückt aber wahr 🙂 Und mein Freund hat dann beschlossen, er stiftet mir auch noch 3 weitere Bücher. Na da freue ich mich schon auf den Endsport und 6 tolle neue Bücher. Ich berichte dann natürlich, was es geworden ist. Die Lust, mal wieder richtig ausgiebig zu stöbern, ohne an Zeit und Geld denken zu müssen, ist doch was tolles.

Hier die 3 neuen Buchschätze noch mal in Farbe:

Aktuell

Nachdem mich Band 1 von Krystyna Kuhns “Das Tal”-Reihe damals förmlich umgehauen hatte und mir Band 2 wiederum nur mittelmäßig erschien, war ich sehr gespannt darauf zu erfahren, wie es im 3. Buch “Der Sturm” weitergeht.

Dieses Mal wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Chris und Debbie erzählt, wobei man sich als Leser ganz klar Chris näher fühlt. Für die beiden und ihre Freunde wird es in diesem Buch noch gefährlicher als schon zuvor. Es steht der Remembrance Day an, ein Tag zum Gedenken der Toten, und genau an diesem Wochenende haben die Studenten mal College-frei. Chris und Julia, die mittlerweile bekanntermaßen ein Paar sind, wollen sich die Chance nicht entgehen lassen und endlich mal ein Wochenende allein verbringen. Darauf hat Chris ewig gespart. Doch natürlich kommt alles anders als gedacht.

Erst ist es nur leichter Schneefall, doch dann entwickelt sich alles zu einem Schneesturm, der einem Endzeitroman entspringen könnte. Trotzdem machen sich Chris und Julia zusammen mit Ben, Rose und Debbie auf den Weg. Doch weit kommen sie nicht, denn Chris verliert die Kontrolle über den Wagen und sie fahren in einem Baum. Zum Glück sind alle noch in der Lage, sich durch den Schneesturm zu Fuß zurück zum College zu kämpfen, auch wenn Debbie eine ordentliche Platzwunde am Kopf abbekommen hat. Dort jedoch wird es erst richtig schlimm: Sie kommen nicht ins College und draußen wird es kälter und kälter, dabei müssten doch die Sicherheitsmänner sie reinlassen. Irgendetwas Merkwürdigens spielt sich hier ab und schon bald geht es um viel mehr, als nur einer ordentlichen Unterkühlung zu entgehen.

Mit diesem dritten Buch übertrifft sich Krystyna Kuhn noch einmal selbst, was den Spannungs- und Gruselfaktor angeht. Für die Figuren geht es nun wahrlich um Leben und Tod und immer wenn man denkt, die Situation könnte nicht mehr brenzliger werden, kennt man die Autorin aber schlecht. Tiefer und tiefer schlittert der Leser zusammen mit den Figuren ins Unglück und ist sich bald sehr unsicher, wo es hier noch einen Ausweg geben kann – abgeschottet vom Rest der Welt!

Die beiden Erzählperspektiven in diesem Buch haben mir erstaunlich gut gefallen – gerade auf Debbies Sicht der Dinge hatte ich mich eher weniger gefreut. Aber ich habe falsch gelegen, denn jetzt ist Debbie für mich erst richtig interessant geworden und auch grundsätzlich bekommen die Figuren mehr Farbe. Krystyna Kuhns Theorie mit jedem Band auch die Erzählperspektiven zu wechseln, geht wirklich auf! Mittlerweile liegt mir jede der Figuren am Herzen, sei sie auch noch so verschroben, aber wenn man erstmal ihre Sicht der Dinge erfahren hat, fühlt man sich ihr gleich näher. Schwierig dabei ist einzig und allein die Tatsache, dass man niemandem so richtig trauen kann. Oder sollten die 5 Freunde eine Ausnahme sein? Ich bin mir unsicher…

Was ich mir ab und zu von der Story gewünscht hätte, wäre ein kleiner Lichtblick gewesen. Mir fehlten ein wenig die positiven Momente, die die Hoffnung in der durchweg ausweglos erscheinenden Situation aufrecht erhalten. Aber vermutlich ist es genau dieses Grauen, das das Tal ausmacht. Hier ist nichts locker und leicht. Alles scheint aus einem bestimmten, unerfindlichen Grund zu geschehen und es bleibt sehr fraglich, ob man diesen überhaupt erfahren möchte. Dennoch hätte die Liebesgeschichte zwischen Julia und Chris gern explizierter werden dürfen oder Ben hätte sich gut für den ein oder anderen Spaß, in der ansonsten so düsteren Geschichte, geeignet.

Diese Kritik ist aber nur minimal, und eigentlich nicht weiter zu beachten, bei einem so spannenden und gut durchdachten Jugendthriller, bei dem sich sicher auch die meisten Erwachsenen ordentlich fürchten werden.

Arena Verlag
ab 12 Jahren
Band 3
304 Seiten
Klappenbroschur
9,95 EUR [D]
ISBN 978-3-401-06531-1

Jugendbuch Jungsecke Krimi und Thriller Rezensionen

“Rubinrotes Herz, Eisblaue See” ist eines der schönsten und bewegendsten Bücher, deren Handlung direkt am Meer angesiedelt ist. Beim Lesen ist es fast, als spüre man die Meeresbrise und die wunderbare Meeresluft körperlich. Es ist also gar nicht verwunderlich, dass dieses Buch den Leser direkt für sich vereinnahmt und in die ganz besondere Geschichte eines anfangs 11-jährigen Mädchens entführt.

Florine ist dieses Mädchen und eigentlich war sie bisher sehr glücklich und zufrieden mit ihrem Leben, zusammen mit ihren Eltern, ihrer Großmutter und ihren Freunden am Meer. Doch plötzlich ist alles anders: ihre Mutter verschwindet spurlos und taucht einfach nicht mehr auf. Ist sie aus Fernweh gegangen und hat ihre Familie zurück gelassen? Oder ist ihr etwas zugestoßen? Diese Frage quält die kleine Florine fortan und wird sie nicht mehr loslassen. Doppelt und dreifach schwer wird ihr Leben dann dadurch, dass ihr Vater schnell wieder mit seiner Jugendliebe anbandelt und ihr bester Freund, für den sie mehr als nur Freundschaft empfindet, plötzlich nur noch Augen für ihre Freundin hat. So beginnt für Florine eine harte Zeit…

Diese Geschichte übers Erwachsenwerden mit all seinen Hürden, ja sogar viel mehr Hürden, als sie Jugendliche für gewöhnlich wohl überwinden müssen, ist ganz bezaubernd. Florine ist eine einzigartige Hauptfigur, die mit ihrer Inbrunst an Liebe und Durchhaltevermögen, aber auch durch ihren Humor und eine gewisse Sentimentalität komplett überzeugt. Sie lässt den Leser durch ihre eigenen, ganz unterschiedlichen Emotionen, die alle aufeinander prallen, selbst in einen Gefühlsstrudel geraten, der ihn direkt ins Buch hinein zieht. Man leidet mit ihr, wenn sie einsam und traurig auf ihre Mutter und ihre große Liebe hofft, lacht mit ihr und ihren Freunden und bietet ihrem Vater und dessen neuer/alter Freundin mutig die Stirn. Es ist ihre Vielseitigkeit, die so echt wirkt und die dieses Buch so besonders macht.

Die Autorin Morgan Callan Rogers beherrscht es zudem perfekt allen Figuren eine ganz eigene Persönlichkeit mitzugeben, sie konzentriert sich nicht nur auf die Hauptfiguren, sondern haucht wirklich jeder Leben ein. Als Leser hat man so ein sehr genaues Bild und fühlt sich als einer unter ihnen. Gleiches gilt für ihre Beschreibungen der Umwelt – das gewaltige Meer, das Leben an der Küste Maines oder ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag – all das wirkt so echt, so lebendig…

Aus diesen und vielen anderen Gründen, für die eine einzige Rezension nicht ausreicht, ist “Rubinrotes Herz, Eisblaue See” so lesenswert. Es berührt zutiefst, weil es Emotionen auf allen Ebenen beim Leser herauskitzelt und ihn damit ein bisschen mehr spüren lässt, was es heißt zu leben und wie das Leben manchmal so spielen kann. Dieses Buch kann man spüren, schmecken und einatmen und es ist nicht der Geruch von simplem Papier, der einem dort entgegen weht, sondern der Geruch nach Meer.

Mare Verlag
gebunden mit Schutzumschlag
Übersetzung: Claudia Feldmann
ISBN 978-3-86648-131-2
432 Seiten
19,90 € / 33,50 SFR

Rezensionen Unterhaltungsliteratur

Dass Tanya Stewner eine großartige Kinderbuchautorin ist, wusste ich schon, seit ich vor einigen Jahren mal einer 5. Klasse “Liliane Susewind” vorstellte – nicht nur die Kleinen, sondern auch ich waren vollkommen gefesselt vom Ideenreichtum und der bezaubernden Art der Autorin die Welt zu sehen bzw. ihrer Figuren sie zu sehen. Auch in “Das Lied der Träumerin” hat der Leser das Vergnügen ganz besonderen Figuren zu begegnen, die ihn berührenen und auf einem Stück ihres Weges mitnehmen. Dabei geht es sowohl spannend, lustig, lebensfroh als auch tragisch zu.

Dieses Buch ist sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene umbedingt zu empfehlen. Lange ist mir kein Buch mehr so zu Herzen gegangen, wie dieses. Die ganze Geschichte über merkt man, dass die Autorin mit ihrer ganzen Seele selbst in diesem Buch steckt und es nicht nur eine erfundene Geschichte ist, sondern auch einen großen Teil ihrer selbst widerspiegelt. Denn es ist eine Geschichte über eine wahre Träumerin – Angelia Fortis. Ihr Traum ist es und war es schon immer Musik zu machen. Klavierspielen und Singen ist alles für sie und so verfolgt sie ihren Traum zielstrebig und voller Lebenslust.

Als Angelias Vater stirbt, löst sie sich endlich auch von ihrer Mutter und macht sich auf nach London, die ehemalige Heimat ihres Vaters. Dort hofft sie, sich ihren Traum erfüllen zu können. Zusammen mit zwei Brüdern – Jeremy und Josh – lebt sie fortan zusammen und zu beiden geht sie nicht nur eine besondere Beziehung ein, sondern sie lehren sie auch viel über das Leben.  Doch nicht nur Angelia lernt, auch der Leser lernt bei diesen ganz unterschiedlichen Figuren, dass die eigene Sicht der Dinge nun mal nicht für jeden Menschen gilt, dass jeder seinen eigenen Weg geht und seine eigenen Entscheidungen trifft und treffen muss. Auch wenn das für Träumer wie Angelia manchmal gar nicht so leicht zu verstehen ist. Über die Rolle von Jeremy und Josh möchte ich hier nicht mehr verraten, um die Spannung nicht zu verderben, aber so viel sei gesagt: die beiden umgibt ein großes Geheimnis, das schlussendlich auch Angelia zweifeln lässt, wo sie doch sonst so zielstrebig durchs Leben geht.

Dieses Buch ist für mich Musik! Und es ist Leben! Ich kann mich nicht erinnern, schon mal ein Buch gelesen zu haben, dass derart vor Lebensfreude strotzt und den Leser genau dadurch mitreißt. Während man liest, möchte man am liebsten mit Angelia und Josh durch die Wohnung tanzen, draußen im Regen rumspringen und dabei laut singen oder wildfremde Menschen ansprechen und ihnen von seinen Träumen erzählen. Bücher, die nicht nur Buch bleiben, sondern sich ein Stück weit auch auf das reale Leben der Leser auswirken, sind es, die wirklich lesens- und liebenswert sind. Genau so ein Buch ist “Das Lied der Träumerin”. Oft habe ich mir passend zur Musik im Buch auch Musik angehört und musste auch ab und zu mal Pausen machen, um zwischen Musik und Buch zu wechseln, um diese auch intensiv wahrnehmen zu können. Was für eine Freude für jemanden wie mich, der Musik genauso sehr liebt wie Bücher.

Fazit: Ein traumhaft schönes Buch, das nicht nur zum Träumen einlädt, sondern dazu, sich seine Träume wirklich zu erfüllen. Denn Angelia macht es vor und gibt auch dem Leser, selbst wenn er sonst kein wirklicher Träumer ist, den Mut einen Schritt in diese Richtung zu gehen!

Meine Träumerlieder zu diesem Buch waren übrigens:

Talking to the Moon – Bruno Mars
Pushig Forward – Lena
Take me as I am – Rumer
Mr. Curiosity – Jason Mraz

Und hier noch der Link zur Entstehungsgeschichte des Buches.

Fischer FJB Verlag
400 Seiten
Gebunden mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8414-2116-6
Preis € (D) 16,95 | € (A) 17,50 | SFR 25,90
Homepage von Tanya Stewner

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