Schlagwort: 2016

Schöne heile Welt

Ah, die 30er Jahre! Wenn man die ganzen bösen Sachen ausblenden, die in dieser Zeit dem Weltfrieden drohten und man sich Partys, Gartenfesten, Cocktailkleidern und mondänen Nachmittagstees widmen konnte, war das Leben eine einzige Freude. Angela Thirkell war eine Meisterin darin, die unbekümmerte Gesellschaft dieser Zeit zu porträtieren. Ihre Bücher gelten in England als moderne Klassiker und werden noch so gerne gelesen wie vor 80 Jahren.
Mit „Der Duft von wilden Erdbeeren“ erscheint im Manhattan Verlag ihr zweites Buch in deutscher Sprache.

Wie in „Tea Time bei Mrs. Morland“ ist in diesem Roman Thirkells Hauptthema die richtige und erfolgreiche Verkuppelung ihrer Romanfiguren. Schöne, junge und gut erzogene Damen sind nur dafür da, um einen guten Ehemann zu ergattern, egal, ob sie es sich selber wünschen oder nicht. Auch genug Helfer sind da, die wissen, was zu tun ist, damit alles reibungslos verläuft.

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Dorayaki statt Popcorn

An ist eine asiatische Köstlichkeit. Die aus roten Bohnen hergestellte süße Paste ist wichtiger Bestandteil von japanischen Süßwaren. Ganz beliebt sind Dorayaki, kleine mit An gefüllte japanische Pfannkuchen.
Sentaro arbeitet jeden Tag in einem Imbiss unter einem Kirschbaum und backt Pfannkuchen, die er mit industriell hergestelltem An füllt. Jeden Tag steht er auf und führt tagsüber seinen eintönigen Job aus und abends betrinkt er sich. Bis eines Tages die 70-jährige Tokue vor seinem Imbiss erscheint und ihm zeigt, wie man An selber herstellt. Bohnen einweichen, kochen, Zucker dazu, rühren rühren rühren, aufpassen, dass sie nicht verbrennen. Sentaros Leben ändert sich von einem Tag zu dem anderen. Die Zubereitung der Bohnen beschäftigt ihn intensiv, aber es lohnt sich, die Paste schmeckt außerordentlich gut! Er fängt an, seine Arbeit zu schätzen.

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Fortsetzung, bitte!

„Muchachas – Tanz in den Tag“, mein erster Roman von Katherine Pancol, war für mich eine echte Überraschung. Hinter dem blumigen und fröhlichen Cover versteckt sich vielmehr ein tiefgehender Roman über ganz normale Frauen, die über ihr eigenes Leben bestimmen und sich nicht allein auf das Schicksal verlassen wollen.
„Muchachas – Tanz in den Tag“ ist der erste Teil einer neuen Trilogie der französischen Bestseller-Autorin, auf die man sehr schnell süchtig wird.

Die Frauen, über die Katherine Pancol schreibt, sind sehr unterschiedlich. Nicht nur im Charakter, in ihrer Lebensweise und ihrem Beruf unterscheiden sie sich, sondern auch in der Art und Weise, wie sie Schwierigkeiten überwinden, Probleme lösen und Prioritäten setzen.

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410EXLBGfPLDer Große Zabbatini neu entdeckt

Es gibt Bücher, von denen man nicht ahnen kann, dass sie mit jeder Seite immer besser werden, und wenn man denkt, es gibt keine Steigerungen mehr, kommt das fulminante Ende, das diese Bücher zu einem unvergesslichen Ereignis macht.
„Der Trick“ werde ich wegen so eines Endes nicht vergessen. Was als harmlose und lustige Geschichte mit kuriosen Figuren anfängt, entwickelt sich zu einem Drama, von dem man nicht mehr loslassen kann. Das Ganze wird von einem unerwarteten und völlig überraschenden Ende gekrönt. Solche Überraschungen liebe ich. Besonders gut finde ich es, wenn der Autor mich mit seiner Auflösung perplex hinterlässt. Immer wieder musste ich in diesem Buch auf der Suche nach Hinweisen zurückblättern, die ich übersehen habe, und um die Fähigkeit des Autors zu bewundern, falsche Fährten zu legen.

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51ER1OrmrLLZwiespältige Gefühle

Wenn ich mir die Welt in 15 Jahren vorstelle, sehe ich keinen großen Unterschied zu unserer heutigen. Vor 15 Jahren sah sie auch nicht ganz anders aus. Und auch wenn wir mittedrin im 21. Jahrhundert sind, fliegen noch keine Autos zwischen den Wolken, vor Krebs fürchtet man sich nach wie vor und alt werden wir immer noch. Alles anders, als viele Zukunftsvisionäre es vorausgesagt haben. Karen Duve vertritt in dieser Hinsicht eine andere Auffassung. In ihrer Vorstellung nehmen die Menschen sogar Krebs gerne in Kauf, um mittels hochmoderner Medikamente ewig jung bleiben zu können. Leider hat das Wort „ewig“ für sie eine ganz andere Bedeutung als für uns. In Karen Duves neuestem Roman „Macht“ gibt es keine Zukunft mehr. 2031 läuft die Ewigkeit nach maximal fünf Jahren ab.

Unglaublich verrückte Sachen, wie Frauen an der Macht als Staatsform, CO₂-Punkte statt Geschenkgutscheine, salonfähige Hasstiraden gegen Fleischfresser und Fahrradhelm- pflicht, sind Normalität im Jahr 2031. Frauenfreund, Vegetarier, Umweltschützer und Softie Sebastian zeigt uns diese Welt aus seiner ganz persönlichen Perspektive. Der 70-Jährige, der durch regelmäßige Einnahme von Verjüngungspillen wie Mitte 30 aussieht, träumt von der Vergangenheit. Er kannte ja eine Welt ohne Handys und eine Kindheit ohne Fernbedienung. Oh, eigentlich ist er ein sympathischer und knuffiger Typ.

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@Aba
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Ein verrückter Pfau und viele überforderte Menschen

In einem Anwesen in den idyllischen schottischen Highlands geschehen seltsame Dinge. Jeder der Akteure ist Zeuge von irgendwelchem Ereignis, das er sich nicht ganz erklären kann, zieht eigene Rückschlüsse und schweigt. Bis zum Ende.

Als ich klein war, sind wir immer in einem schönen Park spazieren gegangen, in dem viele Pfauen frei liefen. Einer von ihnen war immer sehr aggressiv, komischerweise im selben Moment, als er seine prächtige Federkrone ausgebreitet hat. Ich hatte Angst vor ihm.
An ihn musste ich auch denken, als ich gelesen habe, wie Isabel Bogdans Pfau verrückt geworden war. In ihrem Debütroman „Der Pfau“ kann man lesen, was für ein Durcheinander ein einziges (verrücktes) Tier verursachen kann. Ein Durcheinander, das durch bestimmte menschliche Verhaltensweisen noch größer wird und zu unglaublich komischen Situationen führt, die für den Leser äußerst lustig sind, nicht aber für die Beteiligten. Lauter Missverständnisse, die bis zu Halb-Katastrophen reichen, und das alles wegen eines Pfaus…

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9783462047240Altersheim? Nein, danke!

Wenn ich alt werde, möchte ich auf gar keinen Fall in ein Altersheim gehen (müssen). Auch nicht dann, wenn es sich „Seniorenresidenz“ nennt.
Das Lesen von „Rotwein für drei alte Damen oder Warum starb der junge Koch?“ von der finnischen Autorin Minna Lindgren hat am meinen Vorhaben nichts geändert. Es könnte auch noch sein, dass man ein mysteriöses Seniorenheim mit zwielichtigem Pflegepersonal erwischt.

Die 90-jährige Siiri hat ein Hobby, das auch sehr gut zu mir passen würde: ziellos mit der Straßenbahn fahren und Sehenswürdigkeiten bewundern. Aber Siiri hat mehr Glück als ich, sie wohnt im schönen Helsinki. Weniger Glück hatte sie offensichtlich bei der Wahl ihres Domizils. In der Seniorenresidenz „Abendhein“ geschehen seltsame Dinge. Aber erst als ihre gute Freundin Irma betroffen ist, wird Siiri klar, dass hinter dem ganzen Mysterium ein ganz konkreter Plan stecken muss.

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