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Hanser Herbst 2014

Kürzlich hatte ich euch schon meine am meisten ersehnten Neuerscheinungen des Herbstes verraten, bei denen die Hanser Literaturverlage gleich mit 4 Büchern vertreten waren. Umso begeisterter war ich dann, als sich eines dieser tollen Bücher im Paket mit den Herbstvorschauen und einigen Leseexemplaren befand, das ich kurze Zeit später vom Paketboten in die Hand gedrückt bekam. Selbstverständlich habe ich „Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb“ von Clare Furniss dann auch direkt gelesen. Ich darf dazu noch nichts verraten, aber dass es mir sehr gut gefallen hat und ihr euch vorfreuen dürft, ist sicher nicht zu viel gesagt!

Im Paket waren zudem gleich noch 4 weitere spannende Leseexemplare enthalten – eine schöne Mischung an Büchern, die das Leserherz höher schlagen lassen!

Mit Büchern aus den Hanser Literaturverlagen werde ich also auf jeden Fall schon mal einen schönen Leseherbst verbringen!

Aktuell

81O62z5nY1L._SL1269_Einfach grandios!

Zwischen 1910 und 1930 verließen ungefähr 1,6 Millionen Menschen dunkler Hautfarbe – Afroamerikaner – ihr Zuhause in den Südstaaten der USA und zogen gen Norden. Sie suchten bessere Lebensbedingungen, sie flüchteten vor der Armut und vor dem Terror und der Gewalt, die von der weißen Bevölkerung ausging.
So kamen die junge Hattie und ihre Mutter nach Philadelphia, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Hattie ist die zentrale Figur von Ayana Mathis‘ Roman „Zwölf Leben“.

In Philadelphia gründet Hattie eine Familie und bekommt elf Kinder. Ihr Leben ist ein nie endender Kampf ums Überleben und auch ihre Kinder müssen Opfer bringen.
Über fünf Jahrzehnte in der Geschichte dieser Familie erzählt Ayana Mathis in zehn Kapiteln. Zwölf Menschen, die eine gemeinsame Geschichte haben und trotzdem ganz eigene Wege gehen.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

©Aba
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Verrücktes Roadmovie

Seitdem das Internet immer und überall präsent ist, gibt es keine Themen, die nicht auf irgendwelche Art und Weise einen Platz in der Cyberwelt gefunden haben. Sehr wichtig ist das Internet zum Beispiel für Fan-Clubs. Menschen, die sehr unterschiedlich sind, werden durch ihre Liebe zu einem berühmten Hollywoodstar, zu einem Hobby, oder zu einer bestimmten Musikrichtung vereinigt. In der realen Welt würden sie vielleicht nie dazu kommen, mit einander zu sprechen, während sie sich in der anonymen virtuellen Welt sogar ihre Sorgen erzählen würden.
Bei den bedingungslosen ABBA-Fans Helen und Linda ist es nicht anders gelaufen. Sie haben sich über das Internet kennengelernt, und als sie feststellen, dass sie denselben Traum teilen, entschließen sie sich, alles zu tun, damit dieser in Erfüllung geht: Sie werden das „40-Jahre-Waterloo“-Festival in Stockholm besuchen… zusammen… ohne sich vorher jemals getroffen zu haben.
Man kann sich vorstellen, dass das nicht gut gehen kann… und das Schlimme ist, dass es stimmt, so gut läuft die ganze Aktion nicht.

Aktuell Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

91KcXVsVGvL._SL1500_Wieder einmal fünfzehn sein…

Genau das habe ich mir gewünscht, als ich Deniz Seleks „Heartbreak-Family: Als mir ein anderer den Kopf verdrehte“ gelesen habe, den zweiten Teil der Heartbreak-Family Trilogie um Jannahs Patchwork-Familie.

Jannah bleibt wirklich nichts erspart. Innerhalb kurzer Zeit muss sie umziehen, bekommt neue Mitbewohner, der Junge, der ihr „neuer Bruder“ werden soll, ist ihr heimlicher Schwarm, und, damit das ganze Chaos komplett ist, wird ihre Mutter schwanger. Kann es schlimmer werden? Kann es: Indem alle zusammen Urlaub machen.

Gibt es etwas Komplizierteres als der Kopf einer Fünfzehnjährigen? Ich glaube nicht. Die Gedanken in so einem Kopf haben die gleiche Geschwindigkeit wie Elektronen in einer Glühbirne.
Deniz Selek hat noch einmal gezeigt, dass sie genau weiß, wie es in so einem Kopf vorgeht. Die fünfzehnjährige Jannah hat nicht nur die ganz normalen alterstypischen Freuden und Sorgen, sie muss sich auch mit den familiären Veränderungen auseinandersetzen.

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Der Sog der Schwerkraft
Ich bin wirklich begeistert, dass Jugendbuchverlage immer häufiger zu realistischen Geschichten zurückkommen, die ganz ohne Fantasy und apokalyptische Katastrophen auskommen. Mit Begeisterung habe ich deshalb auch den Roman „Der Sog der Schwerkraft“ von der US-amerikanischen Autorin Gae Polisner erwartet, der im März 2014 im cbj Verlag erschienen ist. Schon vorab versprach das Buch einen tollen Mix aus Road-Trip und erster Liebe aber auch ernsteren Themen. Für mich ist es sehr wichtig, dass Jugendbücher nicht flach sind, sondern auch zum Nachdenken bringen und das gelingt diesem Buch auf jeden Fall.

Nick und Jaycee verbindet im Buch ein gemeinsamer Freund: Scoot! Scoot hat Progerie, das bedeutet, dass sein Körper ungewöhnlich schnell altert, und er deshalb bereits als Teenager nicht mehr lange zu leben hat. Mit seiner offenen Art sowie verschiedenen liebenswerten Macken schließt man ihn – auch wenn er nur eine Nebenfigur ist – als Leser schnell ins Herz und kann nur zu gut verstehen, weshalb er so gute Freunde wie Jaycee und Nick hat. Und während Nicks Vater sich aus dem Staub gemacht hat, um nach Manhattan zu wandern und dabei auch noch so einige Pfunde zu verlieren, betrifft Scoots größter Wunsch ebenfalls jemanden, der sich aus dem Staub gemacht hat – seinen eigenen Vater, der mit seiner Krankheit nicht zurechtkam und ihn mit seiner Mutter zurückließ.

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Reza_24482_MR.inddGlücklich die Glücklichen

Ja, das ist richtig, glücklich die Glücklichen, und nicht die Unglücklichen.

Yasmina Reza hat mit „Glücklich die Glücklichen“ einen außergewöhnlichen Roman mit gewöhnlichen Figuren geschrieben. Zumindest fast alle Charaktere scheinen ganz normale Menschen mit großen und kleinen Problemen zu sein.
Auf den ersten Blick scheint dieser Roman eine aneinander folgende Reihe von Szenen zu sein, die wenig miteinander zu tun haben. Bei fortgeschrittener Lektüre merkt man, wie geschickt die Autorin diese Szenen miteinander verbindet: Ein Detail, ein Name, ein vielleicht unbedeutendes Ereignis reichen, damit der Leser plötzlich innehält (vielleicht sogar stutzig wird) und zurückblättert, um nach der Verbindung zwischen Charakteren und Geschehnissen zu suchen.

Manche Szenen dieses Buches sind großartig in ihrer alltäglichen Absurdität, andere beschreiben die Gedanken mancher Figuren sehr genau und liefern so Erklärungen für einige Verhaltensweisen, die uns ein paar Kapitel zuvor unlogisch erschienen.

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17594The Lullaby of Polish Girls

Dagmara Dominczyk hat ein polnisches Liebeslied geschrieben: „Wir träumten jeden Sommer“.

Wie ein Liebeslied lässt sich dieses Buch von der in New York lebenden polnischen Autorin lesen. Man spürt die Liebe und die Verbundenheit zur polnischen Heimat auf jeder Seite.
Dagmara Dominczyk erzählt die Geschichten dreier junger Frauen, die aus demselben kleinen polnischen Dorf stammen. Beim Lesen merkt man, dass dies die einzige Gemeinsamkeit, trotz Freundschaft, zwischen den Frauen ist.
Dennoch finden sie immer wieder zu einander, auch dann, wenn Zeit und Distanz sie noch unterschiedlicher gemacht haben.

Sehr interessant ist der Aufbau des Romans. Aus den drei Perspektiven der jungen Frauen wird erzählt, abwechselnd in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

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©Aba
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Krimi light statt Cola light

Mittlerweile bin ich ein echter Fan von Heike Abidi.
Sie hat mir schon mit ihren drei Romanen entspannende Lesestunden bereitet, in denen ich Grüblerin es geschafft habe, abzuschalten. Ihre Romane, in denen die Hauptfiguren alles andere als brave Mädchen sind, habe ich sehr gerne gelesen. Immer wieder sorgt Heike Abidi für eine Überraschung und immer wieder fragt sich der Leser, wie sie die Probleme lösen wird, in denen ihre nicht ganz braven Mädchen stecken, und auch bei den Lösungen verbergen sich mit Sicherheit neue Überraschungen.

Für eine weitere Überraschung sorgt neuerdings Heike Abidi: Unter dem Pseudonym Emma Conrad hat sie ein neues Buch veröffentlicht, diesmal (natürlich auch eine Überraschung) ein Kriminalroman. Selbstverständlich musste ich dieses Buch lesen.

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