Schlagwort: 80er Jahre

7222Zeitreisen sind toll!

Es wundert niemanden, dass Literatur und Filme über Zeitreisen oft sehr erfolgreich sind. Fast jeder hat sich schon mal gewünscht, die Uhr zurückdrehen zu können, um noch einmal Schönes erleben zu dürfen oder Fehler ungeschehen zu machen. Manchen Menschen gelingt das auch. Entweder arbeiten sie hart an einer Maschine, die sie durch die Zeit transportiert oder sie haben einfach das Glück, diese Fähigkeit zu besitzen.
Lucy und ihre Schwester gehören zu dieser Art Menschen, die eines Tages entdecken, dass sie durch die Zeit reisen können. Es ist wie Magie: Plötzlich befinden sich die Schwestern im Berlin der 80er Jahre, und auch wenn sie nicht wissen, wie sie dahin gekommen sind, erkennen sie sofort, dass sie aus dieser Situation Vorteile ziehen können: Lucy möchte in eine renommierte Mode-Schule aufgenommen werden und dafür muss sie eine Prüfung bestehen. Ausgerechnet die Mode der 80er Jahre ist das Thema dieser Prüfung! Zufall? Schicksal? Oder steckt ein Plan hinter dem Ganzen?

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

Dumont_24164_MR1.indd„Das Paradies ist relativ“

Das sagte nicht Albert Einstein. Das dachte ich, nachdem ich „Paradiessucher“ von Rena Dumont gelesen hatte.
Es mag nach „Allgemeinplatz“ klingen, ist es aber nicht.
Rena Dumont beschreibt die Suche nach dem Paradies so, dass es für den Leser eine einmalige Erfahrung wird, denn auch wenn ihre 17-jährige Heldin Lenka dasselbe Schicksal mit unzählig vielen anderen Paradiessuchern teilt, zeigt uns ihre Geschichte, dass ein gemeinsames Schicksal nicht zwingend zu dessen undifferenzierten Ausgang führt. Lenka hat ein Ziel im Leben und das verfolgt sie hartnäckig: Sie lebt in der Tschekoslowakei der 80er Jahre und wünscht sich nichts anderes, als in den Westen zu flüchten. Für sie ist der Westen das Paradies.

Genau wie Lenka stammt Rena Dumont aus der Tschekoslowakei. In ihren Roman flossen eigene Erfahrungen, die sich mit Fiktion vermischten, und so entstand eine Geschichte, die mich von Anfang an überzeugte.
Lenka schafft es zusammen mit ihrer Mutter in den Westen, in das Paradies. Aber ob dieses Ziel tatsächlich das ersehnte Paradies ist…

Aktuell Gegenwartsliteratur Jugendbuch Rezensionen Roman

35680575zLegendäre DDR

Das Leben in der DDR war kein Zuckerschlecken. Und wer es nicht glaubt, sollte Nils Heinrichs „Wir hatten nix, nur Umlaute“ lesen, denn in Sachen Zucker in der DDR kennt er sich aus: Herr Heinrich ist ausgebildeter Konditor, und seine Ausbildung hat er im Sozialismus absolviert.

„Wir hatten nix, nur Umlaute“ ist ein persönlicher Bericht über das Leben in der DDR der 70er und 80er Jahre in einer kleinen Provinzstadt im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt, und in der, so Nils Heinrich, das Interessanteste war, dass nichts passierte.
Aber dafür, dass in der kleinen Stadt nichts passierte, ist Nils Heinrichs Buch ein sehr amüsanter und sogar interessanter Bericht geworden. Und das liegt daran, dass er es schafft, den Sozialismus auf die Schippe zu nehmen… aber auch sich selber. Dabei erzählt er ein paar unangenehme Wahrheiten.

Aktuell Rezensionen Unterhaltungsliteratur

20121127172658.2225..375x570Liebeserklärung an West-Berlin

Nachdem ich in letzter Zeit so viele Bücher über das Leben in der ehemaligen DDR gelesen habe, fragte ich mich immer wieder, wie das Leben in der einst berühmtesten „Insel“ im deutschen Sprachgebiet gewesen ist: West-Berlin. Ja, West-Berlin war, genau genommen, eine Insel.
Die Antworten auf meine Fragen stehen in Ulrike Sterblichs Buch „Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt“.

In ihrem Buch erzählt die West-Berlinerin in kurzen Kapiteln über ihr Leben auf der Insel, die von einer Mauer umgeben war, und vermittelt uns das Besondere daran, in so einer einmaligen Stadt groß geworden zu sein. Denn Berlin war in der Tat einmalig in der Welt. Aber auch in so einer einzigartigen Stadt wie Berlin gab es einen ganz normalen Alltag, und auch davon berichtet Ulrike Sterblich in ihrem Buch.
Wer das Glück hatte, West-Berlin in den 70er und 80er Jahren erleben zu dürfen, wird seinen Spaß haben beim Wiedererkennen der für die damalige Jugend angesagten Orte, Lokale und sonstige Treffpunkte.

2012 Aktuell Rezensionen Roman

Heimat schmeckt nach „Kisiel“

So einfach läuft es manchmal: Oma Greta kocht „Kisiel“, der Erzfeind probiert ein Löffelchen davon und voilá: Schon ist er der beste Freund geworden!

Leider verläuft längst nicht alles so reibungslos im Paradies: Das „Paradies“ ist die BRD der späten 80er und diejenige, die einen Freund durch eine polnische Süßspeise namens „Kisiel“ gewonnen hat, ist ein kleines polnisches Mädchen, dessen größter Traum es war, in die BRD auszuwandern. Eines Tages erfüllen ihre Eltern diesen Traum: Sie, das kleine Mädchen und dessen Bruder fliehen nach Westdeutschland. Was folgt ist keineswegs vergleichbar mit einem paradiesischen Leben. Es ist das Leben als Aussiedlerfamilie. Und das ist alles andere als ein schöner Traum.

„Sitzen vier Polen im Auto“ erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Aleksandra, Ola genannt, und von dessen Familie. Sie sind polnische Bürger und fliehen in den Westen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Aktuell Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

„DDR reloaded“

Ich habe eine Schwäche für Zeitreisen aller Art: als Filme, Bücher oder Ausstellungen. In meiner Fantasie habe ich schon unzählige Zeitreisen unternommen. Besonders solche Zeitreisen, in denen ich mein eigenes Leben ändern und meine Fehler korrigieren kann (am besten indem ich sie ungeschehen mache), mag ich am liebsten.
So eine Zeitreise macht die 14-jährige Alina. Leider ist es nicht ihr eigenes Leben, das sie eventuell verändern kann, sondern das ihrer Mutter: Alina erwacht eines Morgens mitten in der DDR der 80er Jahre in dem Körper ihrer auch 14-jährigen Mutter.
Ein unglaubliches Abenteuer beginnt!

„Hier gibt’s kein Facebook“, das stellt Alina nach dem anfänglichen Schock fest. Unfassbar wie die Leute in der DDR gelebt haben… oder leben mussten.

Ina Rakis „In einem Land vor meiner Zeit“ ist ein wunderbares Jugendbuch, das über das Leben in einem Land erzählt, das Ende der 80er Jahre aufgehört hat zu existieren.

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